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Mittwoch, 1. April 2026

Interview aus der Print-Ausgabe „Eine Beeinflussung findet immer statt“ – Gordon Schukies über Kommunikation mit den Schiedsrichtern

Ex-Profi-Referee Gordon Schukies.
Foto: City-Press

Nach der vierten Viertelfinalpartie zwischen den Lausitzer Füchsen und den Kassel Huskies gab es mehrere heiße Themen – unter anderem der Besuch von Huskies-Verantwortlichen in der Schiedsrichterkabine. Gordon Schukies ist ehemaliger DEL-Profi-Schiedsrichter und vom DEB für das Schiedsrichterwesen in der DEL2 zugeteilt. Im Interview erläutert er seine Sicht dieser Situation sowie die generelle Beeinflussung von Schiedsrichtern und richtet seinen Blick auch auf den Schiedsrichternachwuchs.

Herr Schukies, finden Sie so einen Austausch in der Schiedsrichterkabine vor einer Playoff-Partie, wie es in der Serie Kassel gegen Weißwasser passiert ist, denn sinnvoll?
Gordon Schukies: „Ich persönlich finde es nicht gut, wenn Trainer oder Sportliche Leiter vor dem Spiel extra die Schiedsrichterkabine aufsuchen, um dort irgendwelche Sachen zu platzieren, die gegebenenfalls auch die andere Mannschaft betreffen. Das hat am Ende des Tages immer einen faden Beigeschmack. Dass man vielleicht mal auf dem Kabinengang, wenn man aneinander vorbeiläuft, zwei, drei Sätze miteinander austauscht, ist eine Sache. Aber dass Trainer und Sportliche Leiter vor dem Spiel gezielt in die Schiedsrichterkabine gehen, ist eine andere.“

Wie ist es eigentlich generell um den Schiedsrichternachwuchs in Deutschland im Jahr 2026 bestellt?
Schukies: „Ich bin ehrlich: Von den jungen Talenten, die nachkommen, gibt es nicht sehr viele. Teilweise werden schon Spiele im Nachwuchs abgesagt, weil die Schiedsrichter fehlen. Das Problem ist schon auch ein grundlegendes: Wenn der Schiedsrichter halbwegs gut pfeift, wird nichts gesagt. Wenn ein Schiedsrichter einen Fehler macht, steht er sofort in der Kritik. Wir haben junge Schiedsrichter, aber sie werden in einer negativen Welt groß.“

Liegt das auch daran, dass der Druck des Gewinnen-Müssens bei den Teams sich immer mal wieder eben auch auf die Schiedsrichter entlädt, anstatt auf die Spieler?
Schukies: „Am Ende des Tages geht es für ein Team nur darum, als Sieger vom Eis zu gehen. Es zählen nur die drei Punkte oder in einer Playoff-Serie eben ein Sieg. Und dass deshalb eine gewisse Beeinflussung der Schiedsrichter stattfindet, darüber brauchen wir auch gar nicht zu diskutieren. Das können wir auch gar nicht ausschließen. Das ist immer so.“

Können Sie das erläutern?
Schukies: „Der eine Trainer ist super nett zu den Refs, hat immer ein nettes Wort, nickt alles ab. Er hinterlässt einen positiven Eindruck, was auch eine Beeinflussung ist. Und dann haben wir Trainer, die hinter der Bank wild gestikulieren, jede Entscheidung kritisieren – mit der Hoffnung darauf, dass die Schiedsrichter mal ein Auge zudrücken auf dem Eis, weil sie von außen nicht noch mehr Stress haben wollen. Also eine Beeinflussung findet immer statt. Davon lebt halt auch der Sport.“

Interview: Sebastian Groß

Das komplette Interview können Sie in unserer aktuellen Printausgabe lesen!


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Notizen

  • vor 3 Tagen
  • Stürmer Roman Zap wird die Höchstadt Alligators nach einer Saison verlassen. Das gab der Oberligist bekannt. Der 22-Jährige suche eine neue Herausforderung. In 56 Spielen erzielte Zap 15 Tore und verbuchte zudem 19 Assists.
  • vor 4 Tagen
  • Matthew Pistilli bleibt bei den Stuttgart Rebels (Oberliga Süd) – und das gleich doppelt! Auch in der neuen Saison steht der 37-Jährige für das Team aus Baden-Württemberg auf dem Eis und geht gleichzeitig in sein zweites Jahr als Sportlicher Leiter des Clubs.
  • vor 6 Tagen
  • Die PENNY DEL hat die Anfangszeiten für die möglichen Spiele 5 und 6 im Viertelfinale festgelegt. Am 2. April würde ab 19.30 Uhr gespielt. Am 4. April würde so gestartet: 14 Uhr Ingolstadt - München, 15 Uhr Köln - Schwenningen, 16.30 Uhr Berlin - Straubing, 19 Uhr Bremerhaven - Mannheim.
  • vor 6 Tagen
  • Die Erding Gladiators und Stürmer Marc Schmidpeter gehen zur kommenden Saison getrennte Wege. Der 31-Jährige kam in der vergangenen Saison auf 18 Tore und 20 Vorlagen in 42 Spielen.
  • vor 7 Tagen
  • Don Granato trainiert die US-Männer bei der bevorstehenden A-Weltmeisterschaft in der Schweiz (15. bis 31. Mai). Der 58-Jährige folgt auf Ryan Warsofsky (San Jose Sharks), der die USA 2025 zu WM-Gold geführt hatte. Granatos bis dato letzte Station als Chef waren die Buffalo Sabres von 2021 bis 2024.
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