Daniel Pietta (im Trikot) gratulierte den Münchnern, sprach aber im Interview auch die Verletzung von Edwin Tropmann an.
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Nach dem Viertelfinal-Aus gegen den EHC Red Bull München zog Daniel Pietta, Sturm-Veteran des ERC Ingolstadt, emotional eine Bilanz zu der teils überharten Serie. Vorderst brach er eine Lanze für Fabio Wagner. Sein früherer Mitspieler und Kapitän hatte im vierten Spiel der Serie einen Check gefahren, durch den sich Edwin Tropmann verletzte. Wagner wurde für 14 Spiele gesperrt. Pietta sagte bei MagentaSport: „Eins muss ich mal klarstellen, der Fabio ist ein herzensguter Mensch. Er ist der Letzte, der das mit Absicht macht. Es ist ein Sekundenbruchteil, der eine Entscheidung erzwingt im Eishockey. Die Entscheidung hat er falsch getroffen, das weiß er selber, er hat sich entschuldigt."
Er kritisierte allerdings generell Münchens Spielstil in jener vierten Partie: „Es ging München nur darum, nicht unbedingt Spieler zu verletzen, aber Spieler rauszunehmen für das nächste Spiel vielleicht." So hätten die Münchner etwa versucht, ERC-Anführer Morgan Ellis zu einer zweiten großen Strafe zu treiben. „Auch das gehört teilweise dazu, aber im Großen und Ganzen war es dann natürlich überhart."
Die Verletzung Tropmanns, der bewusstlos vom Eis getragen und ins Krankenhaus gebracht wurde, habe die Mannschaft nicht kaltgelassen. „Ihn einen Tag nach einem Spiel im Krankenhaus besuchen zu müssen an Gerätschaften, das geht an keinem spurlos vorbei." Pietta zeigte sich vorsichtig optimistisch, was Tropmann angeht, der das Spiel im Stadion verfolgte: „Es sieht alles gut aus jetzt im Moment, er ist aus dem Krankenhaus raus, er ist bei uns. Aber das heißt leider auch noch nix, es entwickelt sich und für uns das Wichtigste ist, dass der Eddy gesund wird. Und jeder will Meister werden, jeder will Spiele gewinnen, klar. Aber wenn das der Preis sein muss, um sowas zu erreichen, dann kann ich da auch gerne drauf verzichten."
Pietta kritisierte Münchens Trainer Oliver David, der nach jener Partie die Härte als „Teil des Spiels" bezeichnet hatte - ein Fehler, wie er später selbst einräumen sollte. Pietta meinte abschließend dazu: „Jeder macht Fehler. Aber die Tatsache, kurz nach dem Spiel, fünf Minuten nachdem der Junge abtransportiert wurde, wir haben das Spiel laufen lassen... In der Zeit muss man sich schon mal reflektieren, wenn man zum Interview geht. Da kann man nicht davon reden, dass das Teil des Spiels ist. Sollte das Teil des Spiels sein, dann habe ich keinen Bock mehr auf dieses Spiel."