Erleichterung und Freude bei den Eisbären Berlin nach dem Overtime-Sieg in Spiel 6 über Straubing, der den Titelverteidiger ins Halbfinale brachte.
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(UPDATE 19:50 Uhr): Das Halbfinale der PENNY DEL ist komplett: Jeweils in Spiel 6 setzten sich am Samstagnachmittag Berlin (zu Hause mit 6:5 nach Verlängerung gegen Straubing) und München (mit 7:3 in Ingolstadt) durch und zogen in die Runde der besten Vier ein. Die Eisbären verspielten gegen starke Tigers zweimal eine Zwei-Tore-Führung, aber hatten diesmal – im Gegensatz zu Spiel 5 – das bessere Ende wieder für sich. In einem sehr fairen (insgesamt nur zwei Strafminuten!) sechsten Viertelfinalderby zwischen dem ERC Ingolstadt und dem EHC Red Bull München haben sich die Gäste aus der Landeshauptstadt letztlich deutlich mit 7:3 durchgesetzt. Mit 4:2 ging die Serie, die neben Toren am Fließband zwischenzeitlich auch für unschöne Schlagzeilen gesorgt hatte, am Ende an München.
Die Straubing Tigers starteten nach dem Overtime-Sieg in Spiel 5 sehr druckvoll und waren in den ersten 20 Minuten das bessere Team. In Führung lagen zur ersten Pause jedoch die Eisbären mit 2:1, weil die Gäste in den Anfangsminuten mehr als eine Großchance liegen ließen und nach dem Führungstreffer von Marcel Brandt (Sololauf in der 17. Minute) postwendend den Berliner Ausgleich durch Yannick Veilleux kassierten. Ein Scheibenverlust der Gäste kurz vor Drittelende wurde mit dem 2:1 der Eisbären durch Andreas Eder 25 Sekunden vor dem Gang in die Kabinen bestraft.
Nach dem 3:1 der Eisbären durch einen Hammer von Defensivspezialist Adam Smith (23.) deutete bereits vieles auf einen Berliner Halbfinaleinzug hin, doch die Tigers bäumten sich einmal mehr auf und glichen das Spiel bis zur 30. Minute auf 3:3 aus. Nick Halloran in Überzahl und nur wenig später Adrian Klein mit einem verdeckten Schuss sorgten für das Comeback der Niederbayern. Diese verpassten in ihrer besten Phase jedoch, nun selbst ein zweites Mal an diesem Nachmittag in Führung zu gehen. Und das rächte sich: Ty Ronning per Konter und Jonas Müller mit einem verdeckten Schuss acht Sekunden vor Drittelende stellten auf 5:3 für die Hauptstädter nach 40 Minuten.
Doch erneut bewiesen die Gäste Comeback-Qualitäten und schafften im Schlussabschnitt ein zweites Zwei-Tore-Comeback: Tim Fleischer in Überzahl (49.) und Halloran, als die Tigers bereits ihren Torhüter Henrik Haukeland vom Eis genommen hatten, stellten auf 5:5. Die Entscheidung in Spiel 6 musste also – wie schon in Spiel 5 – in der Overtime fallen. Und in dieser hatte der amtierende Meister – einmal mehr – das glücklichere Ende für sich. Als Folge einer Druckphase gegen Ende der ersten Overtime bediente Lean Bergmann den zentral vors Straubinger Tor eingerückten Markus Vikingstad, der den Puck unter die Latte hob. Haukeland war chancenlos beim Siegtreffer des Rekordmeisters, der damit das Halbfinale in der PENNY DEL komplettiert und in der Runde der besten Vier auf die Kölner Haie trifft. Im zweiten Halbfinalduell kämpfen Mannheim und München um den Halbfinaleinzug.
Der erste Treffer des Nachmittags beim Duell Ingolstadt gegen München ging auf das Konto der Gäste aus München, die schon in der vierten Spielminute von einem folgenschweren Patzer des Ingolstädter Schlussmanns Brett Brochu profitierten. Dessen Klärungsversuch scheiterte gewaltig – Taro Hirose fing den Puck ab und traf aus spitzem Winkel ins leere Gehäuse der Hausherren. Die Panther schüttelten sich kurz, zeigten sich in der Folge aber wenig beeindruckt: Mit einem Doppelpack drehte Nationalstürmer Philipp Krauß die Begegnung noch im ersten Abschnitt zugunsten der Schanzer.
Im zweiten Drittel nahm die torreiche Partie dann ihren Lauf: Nach dem Münchener Ausgleich durch Maximilian Daubner war es ein verdeckter Schuss von Morgan Ellis, der im langen Eck zum 3:2 für Ingolstadt hinter Antoine Bibeau einschlug. Doch in der Folge war es wieder das Team aus München, das erneut für die Wende sorgte: Philipp Krening mit seinem ersten Playoff-Treffer und Chris DeSousa nach einem Zwei-auf-eins Konter stellten auf 4:3 für die Red Bulls nach gerade einmal knapp 32 Minuten. Dass es erneut ein torreiches Oberbayern-Derby wurde, lag auch daran, dass in beiden Defensivabteilungen regelmäßig die Ordnung flöten ging – davon profitierten unter anderem die völlig unbedrängten Torschützen Krauß beim 2:1 und auch Krening beim 2:3.
Im Schlussabschnitt war es der in dieser Serie einmal mehr sehr auffällige Ex-NHL-Stürmer Tobias Rieder, der mit seinem Tor zum 5:3 für die Red Bulls in der 48. Minute die Weichen auf Halbfinaleinzug stellte. In der neutralen Zone ließ Rieder seinen Gegenspieler Leon Hüttl alt aussehen und war auf und davon. Insgesamt ließ München nicht allzu viele Großchancen der Panther im Schlussdrittel zu, sorgte auch selbst vorne immer wieder für Entlastung, sodass es nicht mehr eng wurde in der Schlussphase. Bereits in der 55. Minute sorgte der junge Lette Alberts Smits mit seinem Empty-Net-Goal zum Münchener 6:3 für die endgültige Entscheidung. DeSousa legte wenig später – ebenfalls ins verwaiste Panther-Tor – das 7:3 nach.
Sebastian Groß