Justin Schütz (rechts) erzielte mit einem kuriosen Tor das entscheidende 3:2 nach Verlängerung für die Adler Mannheim.
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Die Adler Mannheim haben im Halbfinale der PENNY DEL den zweiten Sieg in der Serie gegen den EHC Red Bull München nachgelegt. Ein kurioses Tor von Justin Schütz bescherte Mannheim am Freitagabend den 3:2-Auswärtssieg nach Verlängerung. Die Adler drehten dabei einen 0:2-Rückstand. Die Kölner Haie haben derweil eine gute Reaktion auf die 3:6-Niederlage am Mittwoch in Berlin gezeigt, bezwangen die Eisbären in der Lanxess-Arena letztlich deutlich mit 5:1 und glichen in der Serie so zum 1:1 aus.
Beim EHC Red Bull München hatten die Adler Mannheim am Freitagabend das Glück auf ihrer Seite. In der vierten Minute der Verlängerung wurde ein Schuss von Marc Michaelis unfreiwillig von Justin Schütz abgefälscht, der Puck prallte von der Bande hinter dem Tor an den Schlittschuh von Münchens Goalie Antoine Bibeau und von dort über die Linie. Die Adler nahmen damit eine 2:0-Serienführung mit auf die Heimreise. Zuvor mussten die über 10.000 Zuschauer im SAP-Garden 31 Minuten lang auf den ersten Treffer warten. Münchens Yasin Ehliz nutzte einen kleinen Stolperer von Adler-Verteidiger William Worge Kreü, schloss überlegt zum 1:0 ab und gab damit den Startschuss für eine spektakuläre Phase. Nur eineinhalb Minuten später erhöhte Tobias Rieder im Powerplay, Nicolas Mattinen saß wegen übertriebener Härte draußen, auf 2:0. Kurz darauf verpasste Michaelis frei vor Antoine Bibeau den Anschlusstreffer, der aber dennoch nicht lange auf sich warten ließ. Nach einer Strafe gegen Brady Ferguson (Stockschlag) landete ein Schuss von Mattinen, noch von einem Münchener abgefälscht, zum 1:2 aus Adler-Sicht im Netz.
Im Schlussabschnitt gab es zunächst auf beiden Seiten nur wenige klare Chancen, ehe Mannheim dem Ausgleich ganz nah kam. Der Versuch von Dan Renouf sprang allerdings von der Latte zurück ins Spiel. Etwas genauer zielte kurz darauf Matthias Plachta. Der Angreifer setzte sich aus der neutralen Zone heraus stark durch, ließ Bibeau mit seinem Schuss in den Winkel keine Chance – das 2:2 sieben Minuten vor dem Ende. Beide Mannschaften hatten in der Folge noch gute Möglichkeiten, doch insbesondere Adler-Goalie Maximilian Franzreb bewahrte seine Mannschaft, wie schon in Spiel 1 am Mittwoch, vor einem weiteren Gegentreffer, schickte die Partie so erneut in die Verlängerung. Dort erwischte diesmal Mannheim den besseren Start – und entschied das Spiel dann mit dem höchst kuriosen Tor für sich. Am Sonntag (16.30 Uhr) steht das dritte Spiel auf dem Programm.
Eindrucksvoll haben sich die Kölner Haie gegen die Eisbären Berlin zurückgemeldet. Besonders ein starkes Mitteldrittel, das Köln mit 4:0 gewann, war letztlich ausschlaggebend für den 5:1-Erfolg. Dabei legten die Eisbären, wie schon am Mittwoch, den ersten Treffer vor. Nach einer längeren Druckphase holte sich Markus Vikingstad hinter dem Kölner Tor gegen Louis-Marc Aubry den Puck, fand dann Yannick Veilleux, der an Goalie Janne Juvonen vorbei zum 1:0 traf. Die besten Kölner Chancen zum Ausgleich hatten in der Folge Maximilian Kammerer mit einem Alleingang und anschließend Gregor MacLeod, die allerdings beide an Jonas Stettmer im Eisbären-Tor scheiterten. Ein anschließendes Powerplay ließ Berlin ungenutzt und so kam Köln zum Start des zweiten Drittels zurück. Erst traf Kammerer die Latte, dann schlug ein Schuss von Patrick Russell unhaltbar abgefälscht für Stettmer zum 1:1 ein (22.).
Köln war nun besser im Spiel, traf durch Ryan MacInnis erneut das Metall, kam in Überzahl nach einem Berliner Wechselfehler aber zu kaum klaren Abschlüssen. Erst als die Eisbären wieder komplett waren, schlugen die Haie zu. Zunächst war es Russell, der auf 2:1 stellte (29.), nur 22 Sekunden später setzte sich Dominik Bokk stark gegen zwei Verteidiger durch, blieb vor Stettmer cool und traf sehenswert zum 3:1. Damit noch nicht genug, Aubry legte sogar noch den vierten Kölner Treffer nach. Innerhalb von etwas über fünf Minuten hatte Köln aus einem 1:1 ein 4:1 gemacht. Berlins Trainer Serge Aubin reagierte, brachte Jake Hildebrand für Stettmer. Einen wirklichen Umschwung brachte das aus Sicht des amtierenden Meisters, bei dem nach dem ersten Drittel ein unerklärlicher Bruch ins Spiel gekommen war, aber nicht. Stattdessen legte Köln durch MacLeod sogar weiter nach. Die beste Berliner Chance hatte Eric Mik, der jedoch nur den Pfosten traf. In der Schlussphase verloren die Eisbären dann auch noch Veilleux mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe wegen eines unnötigen Cross-Checks. Vor dem nächsten Aufeinandertreffen am Sonntag (14 Uhr) ist die Serie nun wieder ausgeglichen.
Julian Kaiser