Kassels Goalie Philipp Maurer zeigte ein exzellentes Spiel. In dieser Szene war er gegen Bietigheims Stürmer Brett Kemp zur Stelle.
Foto: Jan-Malte Diekmann
Die Kassel Huskies stehen dicht davor, den Krefeld Pinguinen ins Finale der DEL2 zu folgen. Das Team von Trainer Todd Woodcroft bezwang am Freitagabend im fünften Halbfinale die Bietigheim Steelers verdient mit 3:1 und ging in der Best-of-seven-Serie mit 3:2 in Führung.
Es waren nur Nuancen, die in den ersten vier Duellen den Ausschlag gegeben hatten. Alle endeten mit einem Tor Unterschied, zweimal musste die Overtime die Entscheidung bringen. In Spiel 5 belauerten sich beide Teams in der Anfangsphase wie zwei erfahrene Boxer, ehe die Steelers den ersten Wirkungstreffer setzten. Bastian Eckl scheiterte zunächst an Kassels Goalie Philipp Maurer, doch die Bietigheimer hielten die Scheibe in der Offensivzone und spielten Arne Uplegger frei, der alle Zeit der Welt hatte und vom linken Bullykreis in den rechten oberen Torwinkel traf. Es war bereits das vierte Tor und der 13. Punkt in den Playoffs für den Verteidiger, der in der vergangenen Saison mit den Dresdner Eislöwen die DEL2-Meisterschaft gewonnen hatte. Kassel spielte zu umständlich und hatte Glück, dass Maurer eine Top-Chance von Jack Dugan entschärfte. Doch dann wurden die Huskies munter. Goldhelm Hunter Garlent scheiterte aus spitzem Winkel an der Latte, ehe Yannik Valenti per Flachschuss von der blauen Linie den Ausgleich markierte. Weil vor dem Tor viel Verkehr herrschte, sah Steelers-Goalie Olafr Schmidt die Scheibe zu spät. Die Huskies nahmen das Momentum mit und bauten nun viel Druck auf, der neun Sekunden vor der ersten Drittelpause in der erstmaligen Führung kulminierte. Bode Wilde traf gegen die Bewegung von Schmidt, vom rechten Innenpfosten prallte die Scheibe über die Linie. Die Probonio Arena war zu diesem Zeitpunkt längst ein Tollhaus.
In den Mittelabschnitt starteten die Gäste zunächst griffiger, Mike Fischer fand jedoch kein Vorbeikommen am aufmerksamen Maurer. In der Folge gaben aber die Huskies immer deutlicher den Ton an und kreierten mit langen Scheibenbesitzphasen in der offensiven Zone etliche Chancen. Tyler Benson scheiterte in der 24. Minute allerdings ebenso an der Latte wie vier Sekunden vor Drittelende Kaspars Daugavins. Bei schnellen Umschaltsituationen blieben zwar auch die Gäste gefährlich, dennoch dürften sich nach 40 Minuten eher die Huskies geärgert haben, dass sie nicht eine deutlichere Führung herausgespielt hatten.
Im letzten Drittel fokussierten sich die Gastgeber zunehmend auf Fehlervermeidung. Dabei gelang es ihnen über weite Strecken sehr gut, die Bietigheimer aus den gefährlichen Räumen fernzuhalten. Zudem konnten sie sich weiter auf den starken Maurer verlassen, der am Ende auf 31 Paraden kam. Glück hatte Kassels Goalie allerdings, als ein One-Timer von Alexander Preibisch an den Pfosten klatschte (53.). Auf der Gegenseite verpassten Darren Mieszkowski (55.) und Tristan Keck (58.) nach einem schnellen Konter die Vorentscheidung. So blieb es bis in die letzte Minute hinein spannend. Als die Steelers Goalie Schmidt vom Eis nahmen, sorgte Mieszkowski 54 Sekunden vor Schluss mit einem Empty-Net-Goal für die Entscheidung.
Siegmund Dunker