Alexander Dück, Cheftrainer der Bietigheim Steelers.
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Mitten hinein in die laufende Playoff-Halbfinalserie der DEL2 zwischen Kassel und Bietigheim (Serienstand 3:2 für die Huskies) kam am Freitag die Nachricht, dass das Amtsgericht Besigheim auf Erlass der Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl gegen Steelers-Cheftrainer Alexander Dück erlassen hat. Daraufhin sahen sich Geschäftsführer, Aufsichtsrat und Gesellschafter der Steelers verpflichtet, Dück mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben zu entbinden – einen Tag vor Spiel 6 der Halbfinalserie am Sonntagabend gegen Kassel.
Der Deutsch-Kasache hat 2024/25 mit dem Schlittschuhclub den direkten Wiederaufstieg in die DEL2 geschafft, in der Bietigheim die Hauptrunde 2025/26 auf Platz fünf abschlossen. Die Funktion des Head Coaches übernimmt für die noch kommende(n) Partie(n) der bisherige Co-Trainer Boris Blank. Unterstützt wird er von Tyler McNeely, bis der Stürmer seine aktuelle Rückenverletzung auskuriert hat. Bei einer Niederlage in Spiel 6 am Sonntag wäre die Spielzeit der Steelers zu Ende.
Über den Strafbefehl gegen Dück berichtete am Freitagabend zuerst die Ludwigsburger Kreiszeitung. Auslöser war eine Strafanzeige von zwei ehemaligen Physiotherapeutinnen des Clubs im März 2025, nach der ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde (Eishockey NEWS berichtete). Wie Staatsanwältin Mareike Hafendörfer mitteilte, werde dem Trainer der Steelers vorgeworfen, im Oktober 2024 eine Angestellte durch Streicheln am Bein und den Versuch eines Kusses sexuell belästigt zu haben.
„Der Beschuldigte weist die Vorwürfe weiterhin zurück“, heißt es in der Mitteilung der Staatsanwältin weiter. Weitere Vorwürfe gegen den DEL2-Coach seien mangels hinreichenden Tatverdachts bereits eingestellt worden. Zugleich weist die Staatsanwaltschaft darauf hin, dass bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gelte. Über die Höhe des Strafbefehls – in der Regel eine Geldstrafe – wurden keine Angaben gemacht. Dück kann nun binnen zwei Wochen Einspruch einlegen.
Sebastian Groß