Tristan Keck bejubelt in dieser Szene seinen Treffer zum 1:0. In der Verlängerung schießt der Torjäger die Kassel Huskies dann ins Finale.
Foto: Jan-Malte Diekmann
Die Kassel Huskies und die Krefeld Pinguine bestreiten das Finale in der DEL2. Die Huskies setzten sich am Sonntag im sechsten Halbfinalspiel bei den Bietigheim Steelers dank eines Overtime-Treffers von Tristan Keck dramatisch mit 4:3 durch und entschieden die Best-of-seven-Serie dadurch mit 4:2 für sich. Krefeld hatte im anderen Halbfinale einen Sweep gegen die Eisbären Regensburg gefeiert. Am kommenden Freitag startet die Finalserie in Krefeld zwischen den zwei Aufstiegskandidaten. Damit ist auch der sportliche DEL-Abstieg und die DEL2-Rückkehr der Dresdner Eislöwen endgültig besiegelt.
Einen Tag nach der Freistellung von Cheftrainer Alexander Dück präsentierten sich die Steelers unbeeindruckt von den Störgeräuschen und erspielten sich zunächst leichte Vorteile. Einen Flatterschuss von Alex Dostie konnte Kassels Goalie Philipp Maurer jedoch unkonventionell mit der Schulter klären (6.), und Brett Kemp verzog beim ersten Überzahlspiel im Slot (9.). Die Gäste hielten sich zunächst dezent zurück, schlugen dann aber eiskalt zu. Nach einem öffnenden Pass von Dominic Turgeon hatte Tristan Keck plötzlich freie Bahn und ließ Steelers-Goalie Olafr Schmidt keine Chance (11.). Die Bietigheimer Defensive stand in dieser Szene zu hoch. Kassel fand danach besser ins Spiel, nach starkem Solo ließ Tyler Benson frei vor Schmidt allerdings das 2:0 liegen. Das sollte sich rächen, denn noch vor der ersten Drittelpause fingen sich die Huskies den Ausgleich ein. Bastian Eckl scheiterte zunächst an Maurer, gelangte aber erneut an die Scheibe und legte clever quer für Goldhelm Jack Dugan, der nur noch einschieben musste (18.).
Im Mitteldrittel schraubten beide Teams das ohnehin schon gute Niveau noch weiter nach oben und lieferten sich einen packenden Schlagabtausch. Eckl fand bei einem Alleingang in Maurer seinen Meister (23.). Nicht einmal eine Minute später vergab Benson nach brillantem Zuspiel von Hans Detsch freistehend am langen Pfosten. Filip Reisnecker hatte dann die nächste Top-Chance für die Gastgeber, doch wieder erwies sich Maurer als Spielverderber (29.). In der 32. Minute war aber auch Kassels starker Rückhalt machtlos. Nach starkem Zone Entry blieb Kemp zwar hängen, der nachrückende Dostie erfasste die Situation allerdings blitzschnell und brachte die Steelers erstmals in Führung (33.). Die mit 4.285 Zuschauern gefüllte EgeTrans Arena bebte, musste dann aber den Stimmungskiller hinnehmen. Mit einem lehrbuchmäßigen Handgelenkschuss in den Knick erzielte Yannik Valenti sein siebtes Playoff-Tor und den Ausgleich für Kassel.
Mit viel Elan starteten die Steelers ins Schlussdrittel, doch mitten in diese Drangphase hinein gerieten sie zum zweiten Mal in diesem Spiel in Rückstand. Nachdem Kemp einen Schuss von Turgeon zunächst abblocken konnte, setzte Kassels Center konsequent nach und lenkte die Scheibe an Schmidt vorbei in die Maschen. Angetrieben von ihren lautstarken Fans, reagierten die Gastgeber mit energischen Angriffen. Reisnecker hatte aus spitzem Winkel das Tor frei vor sich und verzog (51.). Mit zunehmender Dauer wurden die Steelers-Aktionen allerdings ungenauer. Als die Hoffnungen der Gastgeber schon etwas schwanden, gelang ihnen 126 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit aber doch noch der hochverdiente Ausgleich. Verteidiger Arne Uplegger stand nach einem geblockten Kemp-Schuss goldrichtig und hob die Scheibe mit der Rückhand ins Tor.
In der Overtime zündeten die Steelers ein Feuerwerk, verzweifelten aber am überragenden Maurer, der unter anderem dreimal hervorragend gegen den auffälligen Eckl rettete (61.,73., 75.) und insgesamt 47 Paraden verzeichnete. Ab der 70. Minute verzeichneten aber auch die Huskies hin und wieder längere Scheibenbesitzphasen. Einer dieser Shifts führte auch zum Siegtor durch Keck. Nachdem sich die Gastgeber nicht befreien konnten, kurvte Valenti ums Tor und zog ab. Die Scheibe prallte im Slot hoch ab, und Keck bugsierte sie aus der Luft über die Linie. Am Ende feierten die Fans auf beiden Seiten – die einen den Final-Einzug, die anderen eine famose Saison des Aufsteigers.
Siegmund Dunker