Kassel und Krefeld stehen sich im DEL2-Finale gegenüber und duellieren sich um den Aufstieg in die PENNY DEL.
Foto: Jan-Malte Diekmann
Unterschiedlicher könnten die Wege ins Finale kaum sein, wie sie Krefeld und Kassel gegangen sind. Die Pinguine und die Huskies stehen sich nun im DEL2-Gipfel gegenüber. Vollgepumpt mit Sweep-Power sind die Seidenstädter, die schier schwerelos durch die Playoffs geflogen sind. Schon in der Hauptrunde dominierte das Team von Thomas Popiesch an der Tabellenspitze. Daran knüpften die Pinguine sowohl im Viertelfinale gegen Landshut als auch im Halbfinale gegen die Eisbären aus Regensburg an, die man beide mit einem Sweep überrollte. „Wir spielen gerade genau so, wie wir es wollen. Unser Momentum trägt uns – wenn wir bei uns bleiben, werden wir erfolgreich sein“, ist sich Davis Vandane, Verteidiger des Jahres in der DEL2, im Interview in unserer aktuellen Ausgabe sicher. Der Kanadier kennt perfekte Zweitliga-Playoffs aus dem Jahr 2022 in Frankfurt. Mit Felix Bick steht hinter dem Krefelder Führungsspieler ein starker Torhüter im schwarz-gelben Kasten, der in den letzten drei Spielen insgesamt nur zwei Gegentreffer hinnehmen musste.
Besonders aber auch das Scoring ist beim KEV ein Schlüssel zum Erfolg. Mit Akteuren wie Max Newton, Mathew Santos, Jon Matsumoto und Philip Gogulla ist man vorne breit aufgestellt. Unterstützt werden die Stürmer durch die Defender Davis Vandane, Zack Dybowski und Mick Köhler, die sich – neben ihren defensiven Aufgaben – auch erfolgreich am Offensivspiel beteiligen. Kaum verwunderlich also, dass der NRW-Club in acht Playoff-Spielen auf 46 Tore (!) kommt.
Die Huskies legten einen steinigeren Weg ins Finale zurück. Gegen die Lausitzer Füchse gewannen die Nordhessen mit 4:2 in der Serie – und mussten in diesem Duell auch mit einigen Nebenschauplätzen rund um die Verantwortlichen umgehen. Gegen die Bietigheim Steelers setzten sich die Schlittenhunde ebenfalls nach sechs Matches durch. Fünf der sechs Partien endeten mit nur einem Tor Differenz. Entscheidend war in der Serie nicht nur Goalie Philipp Maurer, der in Spiel 6 ganze 47 Schüsse parierte und den Unterschied machte. Auch die Auftritte in der Ferne sind in den Playoffs ein echter Mutmacher: Fünf Siege in sechs Auswärtspartien stehen in der Kasseler Statistik. Vereinzelte Namen stechen bei den Huskies immer wieder heraus, wie im Sturm Hunter Garlent, Tristan Keck oder zuletzt auch Luca Münzenberger (23) in der Defensive.
Eher blass blieb derweil Kassels Hauptrunden-Top-Scorer Tyler Benson in den bisherigen Endrundenspielen. Der Tabellenzweite hofft nun besonders auf gute Stimmung der Huskies-Fans. „Egal, wie es gerade ausschaut, wie es gerade steht, ob wir schwimmen oder nach vorne spielen: Die Stimmung sollte immer so sein wie in Spiel 5“, wünscht sich Maurer, der ergänzt: „Es macht einfach Spaß, wenn richtig viel Stimmung in der Halle ist.“ Im Finale trifft der 25-Jährige auf seinen ehemaligen Kollegen Bick, denn der DEL2-Veteran und der Rechtsfänger bildeten von 2020 bis 2022 ein Torhütergespann beim EC Bad Nauheim. Nun wird einer der beiden Goalies seine Mannschaft in die PENNY DEL bringen. Sowohl Kassel als auch Krefeld wollen ins Eishockey-Oberhaus und sind aufstiegsberechtigt, womit Dresden als Erstliga-Schlusslicht sportlich bereits vor Beginn der DEL2-Finalserie endgültig in die Zweite Liga abgestiegen ist.
Lisa Taduschewski