In dieser Szene kam Luke Weilandt hinter dem Tor zu Fall, doch später avancierte der schnelle Stürmer zum Matchwinner für Deggendorf.
Foto: Roland Rappel
Im Kampf um den Aufstieg in die DEL2 hat der Deggendorfer SC vorgelegt. Das Team von Trainer Casey Fratkin gewann das erste von maximal sieben Oberliga-Finalspielen gegen die ECDC Memmingen Indians verdient mit 3:1.
Sie waren die dominierenden Teams in der Hauptrunde der Oberliga Süd. Zusammen erzielten sie 525 Tore und lieferten sich bis zuletzt ein heißes Duell um Platz eins. Auch in den Playoffs gaben sich der Deggendorf und Memmingen keine Blöße. Dass es im Oberliga-Finale zum Südgipfel kommen würde, war nur folgerichtig. Das Wiedersehen der beiden Top-Teams begann ohne Abtasten. Schon nach wenigen Sekunden rettete DSC-Verteidiger Niklas Heinzinger in höchster Not gegen Brett Ouderkirk. Memmingen agierte in der Anfangsphase griffiger und bejubelte nach 178 Sekunden das vermeintliche Führungstor durch Milan Pfalzer. Nach Sichtung des Videobeweises verweigerten die Referees dem Treffer allerdings die Anerkennung, weil Timo Gams im Torraum stand und Goalie Timo Pielmeier behinderte. Die Erleichterung darüber dürfte vor allem beim Deggendorfer Verteidiger Brett Humberstone groß gewesen sein, der Pfalzer die Scheibe unfreiweillig aufgelegt hatte.
In der Folge legten die Gastgeber ihre Nervosität ab und erspielten sich ab Mitte des ersten Drittels zunehmend Vorteile. Besonders gefährlich wurde es für die Indians, wenn der DSC nach Scheibengewinnen schnell umschaltete. Torwart Justus Roth parierte jedoch exzellent gegen Jaroslav Hafenrichter (9. Minute), Dante Hahn und Marco Baßler (jeweils 12.). Glück hatte er, als Petr Stloukal nach exzellentem Zuspiel von Dylan Jackson drüberschoss (14.). Die Memminger waren viel mit Verteidigen beschäftigt, setzten aber hin und wieder Nadelstiche nach vorne. Mit einem überragenden Fanghand-Save machte Pielmeier eine Chance von Markus Lillich zunichte (15.).
Auch im Mitteldrittel waren die Deggendorfer dem 1:0 zunächst näher. Goldhelm Ty Jackson scheiterte aus kurzer Distanz an Roth (21.), Harrison Roy zielte nach einem dynamischen Net Drive zu hoch (26.). In der Folge setzten jedoch die Gäste wieder mehr Offensivakzente. Felix Brassard und Edgars Homjakovs scheiterten bei einer Doppelchance am stark reagierenden Pielmeier (30.). Es brauchte das erste Überzahlspiel des Abends, um den Offensivknoten zu lösen. Nach einem verunglückten Abschluss von Dylan Jackson prallte die Scheibe zu Zwillingsbruder Ty, der am rechten Pfosten abstaubte – 1:0 (36.). Memmingen zeigte sich aber nicht geschockt. Ouderkirk zwang Pielmeier zum nächsten starken Save (38.). Als Luke Weilandt wenig später im Slot das 2:0 für den DSC verpasste, schlugen die Allgäuer im Gegenzug eiskalt zu. Sam Verelst scheiterte noch an Pielmeier, doch den Abpraller schob Brassard zum 1:1 über die Linie (40.).
Das letzte Drittel startete mit druckvollen Deggendofern. Mit stoischer Ruhe wehrte Roth jedoch einen Alleingang von Ty Jackson (43.) ab. Als Deggendorfs Torschütze dann wegen Beinstellens auf die Strafbank musste, avancierte Memmingens Torschütze zum Unglücksraben. Erst ließ Brassard die Scheibe aus der Offensivzone rutschen, dann spielte er einen katastrophalen Fehlpass. Weilandt fing die Scheibe ab, zündete den Turbo und vollendete kompromisslos hoch ins rechte Eck zum 2:1 für Deggendorf (46.).
Die Gastgeber waren nun euphorisiert. Nach einem herrlichen Toe Drag scheiterte Dylan Jackson am Pfosten (47.), doch das 3:1 war damit nur aufgeschoben. Einen blitzsauberen Deggendorfer Konter veredelte Roy mit einem Schuss ins lange Eck (53.). Die Memminger, die in diesen Playoffs schon viele eindrucksvolle Comebacks hingelegt hatten, bemühten sich um eine Reaktion, kamen gegen die starke DSC-Offensive aber kaum zu klaren Abschlüssen. Trotz viel Scheibenbesitz gelang den Gästen auch bei Sechs-gegen-Fünf kein Treffer mehr. Am Dienstag (19.30 Uhr, live im kostenpflichtigen Stream bei Sprade TV) hat Memmingen am Hühnerberg die Chance zur Revanche.
Siegmund Dunker