Die Eisbären Berlin feiern ihren dritten Titel in Folge.
Foto: City-Press
Man spricht von einer „Dynastie“, wenn ein Team in einer Liga drei Meisterschaften in Folge oder mehr gewinnt. Die Eisbären Berlin haben nun eine Dynastie gegründet: Am Sonntagabend gelang ihnen im fünften Finalspiel der PENNY DEL-Playoffs 2026 der vierte Erfolg über die Adler Mannheim (4:1). Damit hat Serge Aubins Mannschaft ihren dritten Titel in Folge und den fünften in den sechs zurückliegenden Saisons errungen.
Dass der Meister-Hattrick am Sonntag gelang, hatte zum einen mit dem MVP dieser Playoffs zu tun: Jonas Stettmer, dem Berliner Torhüter, der auch im fünften Finalspiel mit einigen Schlüsselparaden ein starker Rückhalt war – etwa einen Penaltyschuss Luke Espositos sechs Minuten vor Ende der Partie. Zum anderen ebneten zwei Tore rund um die erste Pause den Eisbären in der Mannheimer SAP Arena den Weg zum Titel 2026.
Ty Ronning traf in der intensiv geführten Partie 59 Sekunden vor der Pause: Der flinke Stürmer zog von links vors Tor und überwand Johan Mattsson. Der Schwede hatte im Adler-Gehäuse wie schon im vierten Vergleich den Vorzug vor Nationaltorhüter Maximilian Franzreb erhalten und gleich in der ersten Minute bei einem Schuss Liam Kirks Glück – der Puck touchierte dem Anschein nach die Latte.
Die Eisbären erhöhten im Mittelabschnitt nach 77 Sekunden auf 2:0: Liam Kirk schloss nach offensiver Scheibeneroberung und sehenswerter Kombination ab. Es war bereits der sechste Treffer des Briten im laufenden Finale – geteilter DEL-Rekord für eine Endspielserie. Die Adler mühten sich offensiv durchaus. Sie kamen aber wie im Fall Leon Gawankes, der nach vorne drang (34.), nicht an Stettmer vorbei. Andernfalls blockten Stettmers Vorderleute immer wieder auch Mannheimer Abschlüsse.
Ronning sorgte mit einem satten Schuss aus der Zentral für die Vorentscheidung (44.). Die Eisbären verlegten sich danach mehr auf kontrollierte Defensive, sie investierten die Kräfte in die Zweikämpfe (die sie hohem Prozentgrad auch für sich entschieden). Die Adler zog bereits sieben Minuten vor Ende den Goalie. Doch sie fanden keine Mittel, um noch mal ins Spiel zurückzukommen und hatten sechs Minuten vor Ende Pech mit einem Fernschuss an das Gestänge. Stettmers Parade gegen Penaltyschützen Esposito und ein Emptynetter Eric Miks (58.) sorgten für weitere Sicherheit. Mannheim gelang nur noch der Ehrentreffer durch Marc Michaelis (59.) im Powerplay.
Die Handschuhe flogen in die Höhe, die Spieler, Trainer und weiteren Eisbären-Mitarbeiter umarmten sich, die Feier auf dem Eis begann. Trainer Serge Aubin wischte sich ein paar Tränen aus den Augen – er ist in der DEL-Playoff-Geschichte auch nach 15 Serien weiter ungeschlagen. Diese Meisterschaft der Eisbären war trotz der Erfolge der Vorjahre keineswegs selbstverständlich. Gerade die Hauptrunde war durchzogen von vielen längeren Verletzungen - auch zur Meisterfeier kamen Spieler in Krücken und Rollstuhl aufs Eis. Erst im Endspurt sicherten sich die Berliner den direkten Viertelfinalplatz. In den Playoffs fanden sie zu ihrem Selbstverständnis, bezwangen erst die Straubing Tigers und dann die Kölner Haie. Auch die Adler Mannheim, die defensivstärkste Mannschaft der Hauptrunde, bekam das gefürchtete Umschaltspiel der Eisbären nicht in Griff. Berlin feiert. Es ist nun eine Dynastie.
Martin Wimösterer