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Mittwoch, 10. Oktober 2012

Der „Dominator“ hört auf: Hasek plant endgültiges Karriere-Ende

Der Tscheche Dominik Hasek wird als einer der besten Goalies der Eishockey-Geschichte in die Hall of Fame der NHL aufgenommen.
Foto: imago/ITAR-TASS

Wenn große Sportler die aktive Bühne für immer verlassen, dann geschieht das in der Regel mit viel Tamtam und Brimborium. Für den tschechischen Eishockeytorwart Dominik Hasek trifft das nicht zu. Nach 27 Profijahren verabschiedet er sich nun wohl endgültig von der Eisfläche, auf der er ein Millionenpublikum mehrfach verzaubert hat. Sein von ihm am Dienstag über die Presse bekannt gegebenes Karriere-Ende wird der 47-Jährige wohl eher still und leise vollziehen. Sein letzter sportlicher Traum, eine erneute Rückkehr in die NHL, ist nämlich geplatzt.

Es war ein einziger Freudenschrei der beiden tschechischen TV-Reporter, als feststand, dass Tschechien das olympische Halbfinale von 1998 gegen Kanada gewonnen hat und ins Finale einzieht. Dominik Hasek hatte soeben den entscheidenden Penalty des kanadischen Stürmers Brendan Shanahan gehalten - ein Augenblick, den man als der Beginn von Haseks riesiger Popularität werten kann. Dank seiner sensationellen Paraden kam die tschechische Mannschaft nämlich damals nicht nur ins Endspiel, sondern wurde im so genannten Jahrhundertturnier sogar Olympiasieger. Hasek, der nur sechs Gegentore bei 155 Torschüssen zuließ, war damals 23 Jahre alt. In der besten Eishockeyliga der Welt, der nordamerikanischen NHL, sollte er fortan die Fangkünste eines Goaltenders wahrhaft revolutionieren. Hasek spielte 16 Jahre lang in der NHL, gewann zweimal den Stanley Cup und wurde als bester Spieler der Liga zweimal mit der Hart Trophy sowie als bester Keeper insgesamt sechsmal mit der Vezina Trophy ausgezeichnet. Nach seinen zwei Stanley-Cup-Erfolgen, die er 2002 und 2008 jeweils mit dem Team der Detroit Red Wings erkämpfte, erklärte Hasek seine Karriere jeweils für beendet. Aber immer wieder getrieben von seinem unbändigen Ehrgeiz, sportliche Herausforderungen anzunehmen und Höchstleistungen zu zeigen, machte er 2009 doch weiter. Mit seinem heimatlichen Stammverein, dem HC Pardubice, wurde er 2010 auch tschechischer Meister und wechselte mit 45 Jahren in die russische KHL. Die Saison 2011/12 ließ Hasek aus, um in diesem Sommer nochmals ein großes Ziel in Angriff zu nehmen:

"Ich bin der Meinung, die NHL hat die höchste Qualität aller Ligen, sie ist das wahre Mekka des Eishockeys. Es ist mein Ziel, nochmals in die NHL zurückzukehren."

Das aber hat nicht geklappt. Neben seinem ehemaligen Verein, den Buffalo Sabres, die seinen Wunsch ablehnten, stand der "Dominator" bis Ende September noch in Verhandlungen mit zwei anderen NHL-Clubs. Jetzt aber sprach Hasek gegenüber der Tageszeitung "Sport" von einem gescheiterten Versuch:

"Meine Motivation war groß, noch einmal alles dafür zu tun, um erneut in der NHL spielen zu können. Die andere Seite aber hat es nicht so wie ich gesehen. Ich bin davon überzeugt, dass es dort noch Teams gibt, denen ich eine wirkliche Stütze sein könnte. Von Übersee aber ist kein Angebot gekommen."

Gegen Haseks ehrgeiziges Vorhaben sprach unter anderem, dass wegen des Lockouts in der NHL dort nicht trainiert wird sowie der für Donnerstag terminierte Saisonstart abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Deshalb wollte sich Hasek, der mit seinen 47 Jahren immer noch erstaunlich fit und reaktionsschnell ist, auch über ein so genanntes Farmteam in der American Hockey League (AHL) wieder ins Gespräch bringen. In diesen Mannschaften will die Mehrzahl der NHL-Clubbesitzer aber nun vor allem junge Torhüter einsetzen. Eine andere Liga als die NHL aber kommt für Hasek schon nicht mehr in Frage:

"In Europa hätte ich natürlich noch die Chance zu spielen, aber in meiner jetzigen Lebensphase verspüre ich dafür keine Motivation mehr. Deshalb ist es besser, aufzuhören."

Ein Schlusswort von Dominik Hasek, wie es für ihn nicht zutreffender sein könnte. Denn der in der NHL schon mehrfach als "bester Goalie aller Zeiten" gewürdigte Torwart wurde auch deshalb zum "Dominator", weil er sich immer die höchsten Ziele stellte und dafür schwitzte und trainierte.

Lothar Martin


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