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Montag, 28. Oktober 2013

Caron und die Rückkehr an den Seilersee Kürzlich gefeuert, jetzt gefeiert – Super Stimmung in Schwenningen und eine seltsame Drohung von Pagé

Sébastien Caron kehrte mit seinem neuen Team aus Hamburg an seine einstige Wirkungsstätte in Iserlohn zurück - und wurde dort gefeiert. Foto: Matthias

Es war d e r Aufreger des vergangenen Spieltages: Sébastien Caron, erst kürzlich mit Schimpf und Schande von Iserlohn in die Wüste geschickt, wurde bei seiner Rückkehr an den Seilersee mit Hamburg von den Fans der Roosters gefeiert. Seltsam ist akutell auch die Stimmung in München, wo Trainer Pierre Pagé zusehends in den Fokus der Kritik gerät. Was der Sonntags-Spieltag ansonsten noch Kurioses und Außergewöhnliches zu bieten hatte, erfahren Sie hier:

Eine Taktikschulung der besonderen Art: Wenn der Meister ruft, kommen sie alle - gemeint sind die Journalisten in der Hauptstadt. In der letzten Saison musste der Abonnement-Meister noch erklären, warum er so erfolgreich ist. Nach der Krise der letzten Wochen war jetzt wieder Redebedarf. Eisbären-Trainer Jeff Tomlinson bat Medienvertreter zu einer Videoanalyse. Viele Journalisten staunten, wie offen der Coach die Fehler seiner Spieler ansprach. Dabei sind die Erkenntnisse zum Berliner Spielsystem so simpel wie einleuchtend: "Alle fünf Spieler auf dem Eis müssen sich an das System halten. Wenn nicht, bricht alles zusammen."

Pagé will notfalls "Gewalt anwenden": Trainer-Philosoph Pierre Pagé gerät angsichts der schwachen Vorstellungen seiner Mannschaft nicht nur ins Gerübeln, sondern auch zusehends unter Druck. Nach den jungsten Pleiten gegen Düsseldorf (0:4) und in Ingolstadt (1:4) kündigte der Coach jetzt zur Abwechslung mal einen härtere Gangart an. Seine Spieler seien im Training "nicht fokussiert und ein bisschen arrogant", ließ er wissen. Was zu tun ist. hört sich beinahe nach Gewalt-Anwendung an: "They need a kick in the ass", droht Pagé. Schade, dass der Kanadier das bayersiche Wort "Arschtritt" nicht kennt, das hätte sich aus seinem Mund sicher lustig angehört.

Caron spaltet die Gemüter: Die Luft am Iserlohner Seilersee wird rauer. Kein Wunder, die Roosters stecken im Tief, Trainer Doug Mason steht im Fokus der Kritik. Für Missstimmung sorgten am Sonntag aber vor allem einige Fans. Die feierten nach der 2:5-Heimpleite ihres Teams gegen Hamburg Gäste-Goalie Sébastien Caron mit Sprechchören. Jenen Caron, den der Club erst kürzlich gefeuert hatte, weil er die eigenen Mannschaft im Stich gelassen hatte. Iserlohns Verteidiger Collin Danielsmeier hat für das Verhalten dieser Anhänger keinerlei Verständnis. Im Interview mit Eishockey NEWS (aktuelle Ausgabe) sagt Danielsmeier: "Ich finde es fragwürdig, dass nach dem Spiel Caron gefeiert wird, der zuletzt auch bei uns einige Fehler gemacht hat und dafür seinerzeit auch kritisiert wurde. Außerdem ist das ein schlechtes Zeichen gegenüber dem eigenen Torwart."

Zwei Hoffnungsträger, aber null Konstanz: Alles andere als rund läuft es in dieser Saison auch bei den Straubing Tigers. Die Niederbayern sind mit der teuersten Mannschaft ihrer Geschichte in die Saison gestartet, aber das Ergebnis ist bislang enttäuschend. Jetzt hat der Club früh personelle Konsequenzen ziehen müssen und mit Sean Sullivan und Kris Beech zwei (neue) Hoffnungsträger verpflichtet. Beide geben sich zuversichtlich, aber vorerst auch bescheiden: "Die Spiele, die wir verloren haben, seit ich hier bin, hätten auch anders ausgehen können. Das zeigt, dass wir nah dran sind", sagt Verteidiger Sullivan im Gespräch mit Eishockey NEWS (aktuelle Ausgabe). Das Ziel bleibt aber im Blick und das formuliert Kris Beech so: "Natürlich wollen wir in die Playoffs, schließlich sind das die Spiele, um die wir eine lange Saison kämpfen."

Spiel verloren, viele Sympathien gewonnen: Schwenningen ist eine absolute Bereicherung für die DEL. Dies lässt sich nach 15 Spieltagen zweifelsfrei so festhalten. Die Mannschaft von Trainer Stefan Mair mischt munter mit, auch wenn viele Spiele knapp verloren gehen. Beeindruckend war die Kulisse und vor allem die Stimmung am Sonntag beim Derby gegen Mannheim (Endstand 3:5). Nicht nur die Kommentatoren von ServusTV waren beeindruckt, auch die Spieler aus Mannheim zollten Beifall. "Diese Fans sind ein Gewinn für die Liga", so Cable Guy Christoph Ullmann. Der Nationalspieler sorgte während der Partie übrigens noch für einen Lacher. Bei einem Gerangel mit Schwenningens Ryan Ramsay sagte Ullmann: "Lass mi los, Ramsay, sonst muss i dich z'sammschlagn". Ramsay war verwirrt und entgegnete: "Sprichst du Englisch?"
Wolfgang Karl

BILDER ZUM 15. SPIELTAG IN DER DEL (15 Einträge)

 

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Notizen

  • vor 4 Stunden
  • Max Herzog fehlt den IceFighters Leipzig (Oberliga Nord) am Sonntag. Der 19 Jahre alte Stürmer ist nach der zweiten Fünf-Minuten-Strafe wegen Fighting automatisch für ein Spiel gesperrt.
  • gestern
  • Geschäftsführer Roland Schmid verlässt die Stuttgart Rebels (Oberliga Süd) auf eigenen Wunsch und persönlichen Gründen. Alexander Fuchs, der während Schmids Amtszeit als weiterer Geschäftsführer in die Stuttgart Rebels Spielbetriebs-GmbH gekommen ist, wird die Geschicke nun allein weiter steuern.
  • vor 2 Tagen
  • Neues im Tor-Streit in der Oberliga Süd: Die Selber Wölfe haben ihren Widerspruch zurückgezogen, fordern aber eine bessere Aufarbeitung und fixe Videobeweis-Standards. Ein Tor in Deggendorf war nicht gegeben worden - ob den Unparteiischen ein funktionabler Videobeweis parat stand, bleibt unklar.
  • vor 3 Tagen
  • Paul Mayer ist U21-Förderspieler des Monats Januar in der DEL2. Mayer stand im Januar 22:21 Minuten pro Spiel auf dem Eis. Das war nicht nur der Höchstwert aller U21-Spieler, sondern auch der Bestwert seines Teams. Zudem war der Defender im Januar an zwei Treffern des ESVK beteiligt.
  • vor 3 Tagen
  • Geldstrafe für Dallas Eakins: Der Trainer der Adler Mannheim hat sich nach Ansicht des DEL-Disziplinarausschusses in der Partie vor der Pause gegen München unsportlich gegenüber den Spieloffiziellen verhalten.
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