Nachdenklich: Timo Pielmeier, Torhüter des ERC Ingolstadt, äußert sich zur aktuell schwierigen Situation der Panther in der DEL. Foto: City-Press
Der ERC Ingolstadt kommt in dieser Saison einfach nicht in Fahrt. Nach der Niederlage vom Dienstag in Mannheim bleibt der Vizemeister der Vorsaison mit elf Punkten am Tabellenende. Trotz der kritischen Situation gibt sich Torhüter Timo Pielmeier kämpferisch. Im Interview mit Eishockey NEWS online spricht der Nationalspieler über seinen persönlichen Umgang mit der schwierigen Situation und das Verhältnis der Mannschaft zu Trainer Manny Viveiros. Außerdem gibt sich Pielmeier kämpferisch. Er sagt: "Wichtig ist, dass wir als Team und Organisation jetzt zusammenhalten."
Herr Pielmeier, nach vielen Höhepunkten in den vergangenen Monaten steckt der ERC Ingolstadt aktuell in einem Loch. Sowohl die Punktausbeute als auch der Tabellenplatz sind - gemessen an den Ansprüchen - sicherlich unbefriedigend. Wie gehen Sie als Spieler mit der ungewohnten Situation um ?
Timo Pielmeier: "Speziell als Torhüter muss man auch in solch kritischen Situationen immer die Ruhe bewahren. Ich muss mich mich auf mein Spiel konzentrieren und die Dinge, die vor mir passieren, kann ich ohnehin nicht kontrollieren. Wichtig ist, dass wir als Team und Organisation jetzt zusammenhalten, gegenseitige Schuldzuweisungen helfen uns sicher nicht weiter."
Sie selbst haben sich in den vergangenen Wochen auch zu Ihrer persönlichen Leistung selbstkritisch geäußert. Haben Sie Erklärungen, warum es bei Ihnen nicht so gut läuft wie in der Vorsaison?
Pielmeier: "Ich kann für mich persönlich nur sagen, dass ich das gleiche Spiel und auch den gleichen Stil wie im letzten Jahr spiele. Ich bin also kein anderer Torhüter als im Vorjahr. Ich habe aber zuletzt auch Kritik auf mich genommen, um andere zu schützen. Grundsätzlich fühle ich mich gut und auch selbstbewusst genug, um die Lage realistisch einschätzen zu können."
Wie immer in derartigen Krisensituationen wird von den Medien auch die Arbeit des Trainers hinterfragt. Oder anders gefragt: Warum läuft es unter Manny Viveiros bei weitem nicht so gut wie unter Larry Huras?
Pielmeier: "Die Frage nach dem Trainer ist sicher berechtigt. Aber: Manny Viveiros kann am wenigsten für die aktuelle Situation. Er bereitet uns stets top auf die jeweiligen Gegner vor, die Tore auf dem Eis müssen wir aber schon selbst schießen. Wir stehen alle voll hinter dem Trainer, müssen jetzt aber endlich anfangen, das System zu spielen, das er vorgibt. Es ist ja auch so, dass dieses Spielsystem dem der Vorsaison absolut ähnlich ist. Trotzdem können wir es aktuell nicht umsetzen. Da ist es auch normal, dass es einige mit der Brechstange versuchen. "
Lassen Sie uns noch kurz einen Blick voraus werfen. In dieser Woche stehen mit Köln am Freitag und Hamburg am Sonntag noch zwei weitere Auswärtsspiele auf dem Programm. Ist das in der aktuellen Situation der Panther vielleicht sogar ein Vorteil, wenn man auswärts antreten kann oder wäre die Unterstützung der eigenen Fans in Heimspielen gerade jetzt noch wichtiger ?
PIelmeier: "Wir haben zuletzt gemerkt, dass der Großteil der Fans absolut hinter uns steht - das tut natürlich gut. Natürlich gibt es einige, die mit der Situation unzufrieden sind, aber das sind wir auch. Bezüglich des kommenden Wochenendes habe ich mir - ehrlich gesagt - noch keine Gedanken gemacht. Für uns ist jetzt ohnehin jedes Spiel sehr wichtig. Wir müssen endlich anfangen, an unser System zu glauben und die Vorgaben des Trainers umzusetzen. Dann - auch das hat die Vergangenheit gezeigt - ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Knoten platzt. Und wenn uns die Wende gelingt, dann haben wir in der Mannschaft genügend Potenzial, um wieder andere Ziele anzupeilen."
Interview: Wolfgang Karl