Krefelds Martin Schymainski im Interview. Foto: City-Press
Es ist fast schon ein wenig paradox: Der derzeitige DEL-Top-Torschütze steht ausgerechnet in Diensten von Tabellenschlusslicht Krefeld. Martin Schymainski hat, ebenso wie Patrick Reimer (Nürnberg), in bislang 38 Partien 21 Tore erzielt.Vor dem nächsten Wochenende nimmt der 29-jährige Stürmer die gesamte Mannschaft in die Pflicht.
Herr Schymainski, erst in der vergangenen Saison haben Sie Ihre punktemäßig beste Spielzeit in der DEL hingelegt. Nun stehen Sie nach 38 Partien bei 21 Toren und elf Vorlagen und haben damit bereits acht Punkte mehr gesammelt als letztes Jahr. Warum läuft es bei Ihnen persönlich zuletzt so gut?
Martin Schymainski: "Es kommt auch immer darauf an, in welcher Reihe man spielt. Ich habe aktuell einfach mehr Eiszeit. Außerdem spiele ich mit Daniel Pietta zusammen. Wir verstehen uns einfach gut, bei uns kommen die Pässe an. Und ich versuche natürlich, immer mein Bestes für das Team zu geben."
Warum läuft es aber für die Mannschaft der Pinguine im Gesamten nicht rund?
Schymainski: "Jeder sollte seine Leistung immer zu 100 Prozent abrufen. Das war bei uns in dieser Saison nicht so oft der Fall. Meistens haben wir von nur einer Reihe profitiert und das ist zu wenig, um Spiele zu gewinnen. Wenn dann mal mehr als eine Linie funktioniert hat, haben wir die Spiele meist gewonnen."
Der Trend für Krefeld aus den letzten vier Jahren ist allerdings auch negativ. Erst Halb-, dann Viertelfinale, schließlich Preplayoffs und in diesem Jahr ziemlich sicher gar keine Playoffteilnahme.
Schymainski: "Im letzten Jahr hatten wir einen Marcel Müller, der brutal bei uns eingeschlagen hatte. Davor Adam Courchaine, das Duo Vasiljevs/Blank oder Mark Voakes. Das ist die Qualität, die uns in diesem Jahr etwas abgeht."
Daniel Pietta gibt in der aktuellen Ausgabe von Eishockey NEWS als nächstes Ziel vor, die rote Laterne abgeben zu wollen. Wie wichtig ist ein solcher Anreiz als Motivator für die noch verbleibenden Spiele?
Schymainski: "Man muss realistisch sein: Zwar ist es rechnerisch noch möglich und im Sport hat man schon viel gesehen, der Abstand auf Rang zehn und die Preplayoffs ist aber schon riesengroß. Wir haben die Möglichkeit, den letzten Platz noch zu verlassen, auch wenn das sicher nicht die Zielsetzung von vor der Saison war. Es wäre schön, nicht ganz unten zu stehen. Und wenn wir das geschafft haben, können wir immer noch schauen, wo es hingeht."
Kommendes Wochenende geht es gegen Nürnberg und Straubing. Was erwarten Sie von den beiden Vergleichen?
Schymainski: "Bevor wir uns auf Straubing konzentrieren, bereiten wir uns auf Nürnberg vor. Das wird eine schwere Aufgabe, denn sie haben eine klasse Mannschaft. Aber es gibt kein Freifahrtsschein für die Ice Tigers. Wir haben in dieser Saison schon gezeigt, dass wir auch gegen Top-Teams gewinnen können, wie beispielsweise gegen Mannheim oder Köln. Gegen Straubing haben wir erst letzte Woche gespielt und gesehen, was passiert, wenn wir nicht 60 Minuten konzentriert bleiben. Es wäre super, wenn wir diese Saison mal noch ein Sechs-Punkte-Wochenende einfahren könnten."
Interview: Alexander Skasik