Einen Doppelbesitz eines Aktionärs wie bei Genève-Servette (dunkle Trikots, hier Marco Pedretti) und dem HC Lausanne (weiße Trikots, hier Larri Leeger) durch Hugh Quennec soll es in der NLA in Zukunft nicht mehr geben.
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Gleich mehrere Neuerungen für das Schweizer Eishockey brachte die Tagung der NLA- und NLB-Clubs in Ittingen am Mittwoch mit sich. So werden sich die beiden obersten Schweizer Ligen unter anderem ein Beispiel an der NHL nehmen und zur kommenden Spielzeit ebenfalls die sogenannte Coaches Challenge einführen. Mit Hilfe dieser kann ein Trainer per Videobeweis überprüfen lassen, ob vor einem Gegentreffer seiner Mannschaft eine Abseitssituation vorgelegen hat. Wie in der stärksten Liga der Welt, in der die Coaches Challenge bereits seit Saisonbeginn praktiziert wird, wird ein Trainer allerdings sein Recht auf eine Auszeit oder eine weitere Coaches Challenge verwirken, falls die Überprüfung seinen Verdacht nicht bestätigt. Ausnahme bezüglich dieser Regelung: Geht es um einen spielentscheidenden Treffer in der Verlängerung, werden die Übungsleiter in der Schweiz immer die Coaches Challenge nutzen können, auch wenn sie zuvor im Spielverlauf bereits einmal falsch lagen.
Zudem einigten sich die Clubs darauf, ihre Zusammenarbeit mit Spieler- sowie Trainervermittlern zu vereinheitlichen. Durch diese Regelung soll offenbar erreicht werden, dass jene Akteure ihre Berater und Vermittler zukünftig selbst bezahlen müssen und nicht mehr die Clubs die Vermittlungsgebühren tragen müssen. Weitere Neuerung: Ab sofort darf kein Aktionär mehr mehr als 25 Prozent der Aktien bei mehr als einem Club innerhalb einer Liga besitzen. Sobald ein Aktionär mehr als 25 Prozent der Aktien eines Clubs besitzt und gleichzeitig in der operativen und/oder strategischen Leitung des Clubs tätig ist, ist eine Funktion bei einem zweiten Club aus derselben Liga ausgeschlossen. Hintergrund dieser Änderung ist der Ärger um den umstrittenen Kanada-Schweizer Hugh Quennec, der bis vor kurzem mit Genève-Servette und dem HC Lausanne - seine Anteile beim LHC verkaufte Quennec jüngst an den US-Amerikaner Ken Stickney, bisheriger Boss der Kloten Flyers - bei gleich zwei NLA-Clubs Mehrheitsaktionär gewesen war.
Angesichts der Verletzungsflut, welche die NLA in der laufenden Spielzeit beschäftigt, stand außerdem auch das Thema Gesundheitsschutz für die Spieler auf der Tagesordnung. Zu diesem Zweck wird angestrebt, mittelfristig die flexibleren modernen Sicherheitsbanden für alle NLA-Hallen vorzuschreiben. Die Clubs der Liga sind nun angehalten, mit ihren Hallenbesitzern und Hallenbetreibern entsprechende Gespräche zu führen, weitere Details sollen bei kommenden Tagungen erarbeitet werden.
Stefan Wasmer