Andreas Jenike zeigte beim Spiel gegen Ingolstadt erneut eine starke Leistung.
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Ihr habt gegen Ingolstadt früh 2:0 geführt, warum dann aber erstmal verpasst, den Sack schon zuzumachen?
Andreas Jenike: "Wir haben gut angefangen und uns dann vielleicht etwas zu sicher gefühlt. Aber Ingolstadt ist auch immer ruhig geblieben, auch wenn sie hinten lagen. Sie waren immer brandgefährlich und haben dann verdient ausgeglichen. Aber insgesamt haben wir gut gespielt und die Führung am Ende souverän über die Zeit gebracht und daher auch verdient gewonnen."
Derzeit habt ihr die mit Abstand beste Defensive der Liga? Ist das euer großer Pluspunkt?
Jenike: "Klar, wir haben ein gutes Team und sind auf allen Positionen gut besetzt. Bei mir läuft es gut, die Verteidigung steht bombensicher und die Stürmer arbeiten gut nach hinten und sorgen dafür, dass wir nicht in Konter laufen."
Der Sieg war endlich mal wieder nach 60 Minuten. War es kräftemäßig wichtig, dass ihr nicht schon wieder in die Verlängerung musstet?
Jenike: "Von der Kraft her mache ich mir da wenig sorgen. Aber es ist natürlich schön, dass wir jetzt einen Punkt mehr haben. Jedes Spiel ist anders und manchmal ist es halt ausgeglichen. Das zeichnet auch eine gute Mannschaft aus, wenn man auch in der Verlängerung und im Penaltyschießen stark ist und so viele Zusatzpunkte wie möglich holt."
Ingolstadt steckt derzeit in der Krise, habt ihr nach dem Doppelschlag der Gäste das Gefühl gehabt, dass es eng wird?
Jenike: "Das spielt keine Rolle, wie der Gegner in der Tabelle steht oder wie er davor gespielt hat. Ich denke immer noch, dass Ingolstadt ein super Team hat und auf jeder Position gut besetzt ist. Man darf das nicht falsch verstehen, dass Ingolstadt in letzter Zeit viele Spiele verloren hat. Das ist nicht das Ingolstadt, was wir diese Saison noch sehen werden. Wir waren die ganze Zeit fokussiert auf das Spiel und wollten auf jeden Fall gewinnen, daher haben wir uns auch nach dem Doppelschlag keine Sorgen gemacht."
Zu Beginn hat Timo Pielmeier zwei Gegentore schnell hintereinander bekommen und dann Sie, mit welcher Mentalität geht man dann als Goalie in die restliche Partie, oder macht Ihnen das nichts aus?
Jenike: "Jede Situation ist anders. Man kann Gegentore nicht nach irgendwelchen Zeiten festmachen. Es fallen halt nunmal Tore in der Liga, manchmal früh, manchmal spät und manchmal schnell hintereinander. Da musst du als Torwart von Schuss zu Schuss denken und daher spielt das keine Rolle. Ich denke, auch Pille (Timo Pielmeier, Anm. d. Red.) ist da mental stark. Ich hab Spiele gehabt, da hab ich nach 30 Sekunden oder 30 Sekunden vor Schluss, das ist halt immer anders."
Hätten Sie gerne das direkte Duell gegen Ihren Ex-Kollegen Jochen Reimer gehabt?
Jenike: "Ich konzentriere mich da nur auf mein Spiel, der Rest ist mir dann eigentlich egal. Aber trotzdem hat Jochen hier eine Riesenzeit gehabt und ist einer der besten Goalies der Liga. Von daher hätte ich mich schon für ihn gefreut, wenn er die Chance bekommen hätte, an seiner alten Wirkungsstätte zu spielen. Ich weiß aber, dass Jochen erfahren genug ist und auch so weiß, dass er eine gute Saison spielen wird."
Am Sonntag steht dann das Topspiel gegen München an. Was erwarten Sie von dem Spiel?
Jenike: "Wir freuen uns drauf, das sind immer gute Spiele und wir wollen natürlich gewinnen. Allerdings sollte man das Spiel auch nicht überbewerten, es sind noch einige Spiele zu spielen und das am Sonntag entscheidet nicht die Meisterschaft."
Interview: Tim Heß/Sebastian Saradeth