Das Cotton Bowl Stadium in Dallas war Schauplatz des zwölften NHL Winter Classic.
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Die Dallas Stars haben das 2020 Bridgestone NHL Winter Classic – das zwölfte seiner Art sowie das 29. Freiluftspiel insgesamt in der NHL-Geschichte – gegen die Nashville Predators mit 4:2 (0:2, 1:0, 3:0) für sich entschieden und bleiben damit auf Rang drei der Central Division, während die Gäste aus dem US-Bundesstaat Tennessee weiter vier Punkte Rückstand auf den ersten Wild-Card-Rang in der Western Conference aufweisen. Der Eröffnungspuck wurde bei 12,7 Grad Celsius von den beiden Ex-NFL-Profis sowie Cotton-Bowl-Hall-of-Fame-Mitgliedern Troy Aikman und Ricky Williams eingeworfen, womit es das wärmste bisherige NHL Winter Classic war.
Vor 85.630 Zuschauern im traditionsreichen Cotton Bowl Stadium im Fair Park zu Dallas, gleichbedeutend mit der zweitgrößten Kulisse bei einem NHL-Spiel (nur das Winter Classic 2014 zwischen den Detroit Red Wings und den Toronto Maple Leafs vor 105.491 Zuschauern rangiert davor), mussten die Preds nach 2:44 Minuten schon auf Verteidiger Ryan Ellis verzichten, der nach einem Ellbogencheck gegen den Kopf durch Stars-Angreifer Corey Perry nicht mehr weiterspielen konnte – sein kanadischer Landsmann wurde dafür vorzeitig unter die Dusche geschickt. Die fünfminütige Überzahlsituation wusste Nashsville gut auszunutzen, Matt Duchene (6.) und Dante Fabbro (8.) legten innerhalb von 110 Sekunden auf 2:0 vor.
Die Gastgeber ihrerseits brauchten lange, um das erste Mal jubeln zu können – Blake Comeau gelang erst 68 Sekunden vor der zweiten Pause der Anschlusstreffer. Der war dann augenscheinlich so etwas wie der Knotenlöser, denn nur 58 Sekunden nach Beginn des Schlussdrittels stellte Mattias Janmark im Powerplay alles wieder auf Anfang, ehe Sturmkollege Alexander Radulov ebenfalls in Überzahl (46., siehe Video) und Verteidiger Andrei Sekera mit seinem ersten Saisontor (47.) das Spiel komplett zugunsten der Texaner drehten und den Endstand herstellten.
It's Alexander Radulov (@RADUL22) with the GWG at the 2020 @Bridgestone #WinterClassic. pic.twitter.com/55zy0waFX4
— NHL (@NHL) January 1, 2020
„Die Atmosphäre spricht für sich. Die einzigen Beschwerden, die wir bekommen haben, waren, dass es zu voll war – und in diesem Business nimmst du das in Kauf. Also war es ein großartiges Erlebnis“, meinte ein zufriedener NHL-Commissioner Gary Bettman. Im Vorfeld hatte die Liga mit der Kulisse von 65.000 Zuschauern kalkuliert, diese Planungen nach dem Ansturm auf die Tickets aber dann schnell verworfen.
Der NHL-Chef hatte vor allem für alle Fans der Minnesota Wild, bei denen der Augsburger Nico Sturm unter Vertrag steht, eine tolle Nachricht im Gepäck, denn: Bei der nächsten Auflage des NHL Winter Classic am 1. Januar 2021 werden die Wild als Gastgeber fungieren. Die Premiere eines NHL Winter Classics im „State of Hockey“ wird im Target Field zu Minneapolis stattfinden, der Heimstätte des MLB-Teams Minnesota Twins. Der Gegner werde laut Bettman in den nächsten Monaten verkündet.
Michael Bayer