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Donnerstag, 4. Juni 2020

Videokonferenz mit deutschen NHL-Hoffnungen Stützle würde zu Detroit oder Los Angeles „auf keinen Fall nein sagen" – Seider vor „wichtigstem Sommer meiner Karriere"

Toptalent: Angreifer Tim Stützle, hier im Trikot der Adler Mannheim während der vergangenen Saison 2019/20, gilt als potenzieller Top-Drei-Pick im NHL-Draft 2020.
Foto: imago images/masterpress

Mit Dominik Bokk (Rögle BK/SHL), Lukas Reichel (Eisbären Berlin/DEL), Moritz Seider (Grand Rapids Griffins/AHL) sowie Tim Stützle (Adler Mannheim/DEL) brachte die NHL am Donnerstagnachmittag vier der ohne Zweifel größten Talente und Hoffnungen des deutschen Eishockeys zu einer Videokonferenz über Zoom zusammen. Die Fragen der Medienvertreter, welche vorab eingereicht werden mussten, drehten sich dabei selbstverständlich auch um den NHL-Draft, den die Erstrundenpicks Bokk und Seider bereits 2018 beziehungsweise 2019 erlebt hatten. Für Reichel und Stützle wird sich dagegen erst in diesem Jahr entscheiden, welche NHL-Organisationen sich ihre Dienste sichern.

„Das Team ist mir eigentlich relativ egal. Die Hauptsache ist, in der NHL zu spielen“, sagte Stützle, der bekanntermaßen als wahrscheinlicher Top-Drei-Pick gilt, mit Blick auf den Draft, nannte dann aber doch zwei Standorte, an denen eine deutsche Connection möglich wäre: „Zu Detroit mit Mo oder zu Los Angeles mit Marco Sturm würde ich auf keinen Fall nein sagen. Man kann es sich nicht aussuchen, aber das wäre auf jeden Fall lustig.“ Wo auch immer die DEB-Toptalente, zu denen auch der Münchener John-Jason Peterka als dritter potenzieller Erstrundenpick gehört, letztlich landen werden: „Man muss sich in jedem Team beweisen. Jedes Team hat seine Superstars, und man muss es erst einmal ins Team reinschaffen“, weiß Eisbären-Angreifer Reichel um den harten Konkurrenzkampf in der NHL.

Für Bokk und Detroits Verteidiger-Hoffnung Seider geht es unterdessen darum, in ihren Organisationen in der kommenden Saison den nächsten Schritt zu gehen. „Der Sommer jetzt ist wahrscheinlich der wichtigste meiner Karriere“, glaubt Seider sogar. „Es geht darum, sich so gut wie möglich vorzubereiten, damit man irgendjemandem in Detroit den Job klauen kann. Und dann schauen wir mal, ob ich es ins Lineup geschafft habe. Wenn nicht, ist die Welt aber auch nicht untergegangen.“

 

 

Den Sprung über den großen Teich nach Nordamerika, den Seider bereits hinter sich hat, strebt zur neuen Saison auch der zuletzt drei Jahre lang in Schweden aktive Bokk an. Am liebsten soll es für den Flügelstürmer dabei selbstredend sofort in die NHL gehen, „aber wenn das nicht klappt, würde ich auch in der AHL spielen“, sagte Bokk, der 2018 an Position 25 von den St. Louis Blues, dessen NHL-Rechte nach einem Tauschgeschäft im September 2019 mittlerweile jedoch bei den Carolina Hurricanes liegen. „Ich wurde abends vom Manager angerufen. Am Anfang war das ein komisches Gefühl, den Verein durch einen Anruf zu wechseln. Nach ein paar Wochen war das aber kein Problem mehr, und ich habe mich auf die neuen Aufgaben bei Carolina gefreut“, berichtete der 20-Jährige.

Ein ideales Vorbild dafür, wie man in Nordamerika als deutscher Eishockeyprofi den ganz großen Durchbruch schafft, gibt es jedenfalls. „Ich habe die Highlights von jedem Spiel geschaut. Er hat eine super Saison gespielt. Es macht einfach Spaß, ihm zuzuschauen“, schwärmte Reichel von Leon Draisaitl, der in der vergangenen Woche als erster Deutscher der NHL-Historie die Art Ross Trophy für den erfolgreichsten Scorer der Hauptrunde gewann. „Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass Leon ein Ausnahmetalent ist und immer noch viel Luft nach oben hat“, traut Seider dem Superstar der Edmonton Oilers in Zukunft sogar noch mehr zu.

Seit März können Draisaitl und auch die vier Youngster ihre Qualitäten allerdings aufgrund der Coronavirus-Pandemie vorerst nicht mehr auf dem Eis zeigen. Stattdessen gilt es auch in jungem Alter aktuell, sich auch mit wichtigeren Themen als Sport auseinanderzusetzen – wie etwa der Rassismus-Problematik in den Vereinigten Staaten. „Es macht keinen Unterschied, ob man eine dunkle Hautfarbe hat oder weiß ist. Wenn Leute, die in der Öffentlichkeit stehen, so etwas posten, ist das ein gutes Vorbild für Kinder und Jugendliche“, lobte Stützle die Solidaritätsbekundungen für die afroamerikanische Gemeinschaft durch zahlreiche NHL-Stars in den vergangenen Tagen.

Und wer weiß: Womöglich gehören Stützle & Co. ja irgendwann selbst sogar in Nordamerika zu den Vorbildern der kommenden Generation.

Stefan Wasmer


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