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Sonntag, 6. Juni 2021

Das Finale in Riga am Sonntagabend Kanada dreht zweimaligen Rückstand und löst Finnland mit einem 3:2-Erfolg als Weltmeister ab – Nick Paul trifft in der Verlängerung

Die Kanadier bejubeln den 27. WM-Triumph.
Foto: imago images/JustPictures/Jari Pestelacci

Historische Chance für Finnland beim Finale der Eishockey-Weltmeisterschaft in Lettland. Das Team von Jukka Jalonen hatte am Sonntagabend gegen Kanada die Gelegenheit, den Titel zu verteidigen. Dabei kam es zum Re-Match aus dem Jahr 2019. In Bratislava besiegte das Team Suomi die Ahornblätter damals mit 3:1. In einem lange ereignisarmen Duell, das erst im letzten Drittel an Tempo gewann, setzte sich Kanada am Ende mit 3:2 nach Verlängerung durch und holte den ersten WM-Titel seit 2016.

In der Arena Riga starteten die beiden Teams am Sonntag verhalten. Finnland bekam früh zwei Powerplay-Chancen, forderte Kanadas Torhüter Darcy Kuemper aber kaum. Ein Konter der Nordamerikaner sah hingegen gefährlich aus. Ein Zuspiel auf Liam Foudy war aber zu ungenau. Mit Ablauf der Strafe gegen Nick Paul schlug Finnland dann aber doch zu. Oliwer Kaski brachte die Scheibe zum Tor. Dort bekam der 32-jährige WM-Debütant Mikael Ruohomaa (9.) zu viel Platz und schob aus kurzer Distanz an. Defensiv standen die Finnen wie immer extrem gut, räumten vor Jussi Olkinuora alles weg. Besonders die kanadische Top-Formation um Andrew Mangiapane, Adam Henrique und Connor Brown ließ die Leijonat in den ersten 20 Minuten nicht zur Geltung kommen

Das Spielstenogramm (1 Einträge)

 

 

Im Mitteldrittel gaben Strafen der ansonsten meist disziplinierten Finnen den Kanadiern etwas Aufwind. Als Arttu Ruotsalainen und Atte Ohtamaa in die Kühlbox mussten, agierte das Team von Gerard Gallant sogar für ein paar Sekunden in doppelter Überzahl. Dabei scheiterte Maxime Comtois bei einem Backhander am Pfosten. Wenig später gelang dem 22-Jährigen allerdings der Ausgleich. Ein Schuss von Connor Brown landete am Gestänge, der Stürmer der Anaheim Ducks (NHL) verwertete den Rebound (25.). Dann jubelte Kanada sogar kurzzeitig über eine 2:1-Führung. Der vermeintliche Treffer von Adam Henrique (37.) wurde aufgrund einer Abseitsstellung zurückgenommen. Auf der anderen Seite glänzte Kuemper zuvor bei einem Save gegen Petri Kontiola.

Olkinuora überstand den Start in den Schlussabschnitt mit einem Schock. Der 30-jährige KHL-Goalie legte sich die Scheibe, die von hinten an sein Netz sprang, beinahe selbst rein. Dann avancierte ein weiterer Finne – zumidnest vorübergehend – zum „unlikely hero“. Defensivverteidiger Petteri Lindbohm (46.) markierte mit einem Handgelenksschuss das 2:1. Jere Sallinen hatte Kuemper die Sicht genommen. Für den 40-fachen NHL-Spieler Lindbohm war es – wie auch für Ruohomaa – das erste Turniertor. Kanada steckte nicht auf, schlug erneut im Powerplay zu. Henriques Erfolg fand diesmal auch Anerkennung. Brown und Comtois hatten den 31-Jährigen in Szene gesetzt. Anschließend passierte nichts mehr, eine Overtime wurde für die Entscheidung benötigt.

Unter der neuen Regelung war  im Finale kein Penalty-Schießen möglich. Es wurde Drei-gegen-drei gespielt, bis ein Team einen Treffer erzielt. In der Verlängerung tauschten beide Teams gute Möglichkeiten aus, bis Kanada sich einen zwei-auf-eins-Konter erspielte. Nick Paul (67.) schoss Kanada zur 27. WM-Goldmedaille. Es markiert das erste Mal, dass ein Team, das die ersten drei Spiele verloren hat, Weltmeister wird.

Als Turnier-MVP wurde Andrew Mangiapane (Calgary Flames/NHL) ausgezeichnet. Der 25-Jährige erzielte in sieben Spielen sieben Tore und gab vier Vorlagen. Mit ihm verloren die Ahornblätter keine Partie in der regulären Spielzeit, feierten sechs Siege.

Tim Heß


Kurznachrichtenticker

  • vor 10 Stunden
  • Filip Rieger wechselt nun fest vom EHC 80 Nürnberg zu den Höchstadt Alligators. Der 19-Jährige wird zweiter Torhüter des Oberligisten, für den er in der Vorsaison schon per Förderlizenz im Einsatz war.
  • vor 17 Stunden
  • Jan Wächtershäuser hat seinen Vertrag bei der EG Diez-Limburg verlängert. Der 20-jährige Verteidiger wechselte im Sommer 2020 aus dem Nachwuchs der Düsseldorfer EG zum Oberliga-Aufsteiger und bestritt in der vergangenen Saison 41 Partien (zwei Assists).
  • gestern
  • Nord-Oberligist Saale Bulls Halle hat seine Verteidigung mit Pascal Grosse (22) vorerst komplettiert. Der Linksschütze trug in der vergangenen Saison 2020/21 das Trikot des Ligakonkurrenten Hannover Scorpions und verzeichnete bei insgesamt 33 Einsätzen sieben Scorer-Punkte (ein Tor, sechs Assists).
  • gestern
  • Die Hammer Eisbären (Oberliga Nord) haben Defender Tim Junge (20) und Angreifer Michel Limböck (22) verpflichtet. Junge kommt vom Ligakonkurrenten aus Leipzig (acht Punkte in 23 Matches), während Limböck in der vergangenen Saison zwei Tore in 33 Partien für Süd-Oberligist Deggendorfer SC erzielte.
  • gestern
  • Mike Sullivan, in der NHL Head Coach der Pittsburgh Penguins, wird bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking als Cheftrainer der US-Auswahl fungieren. Der inzwischen 53-Jährige holte mit den Pens 2016 sowie 2017 den Stanley Cup und gehörte beim World Cup 2016 als Assistent zum US-Trainerstab.
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