Niederlage zum Auftakt der WM-Vorbereitung: Deutschlands Goalie Niklas Treutle und Maciej Rutkowski zogen gegen Patrik Zdrahals Tschechen am Donnerstagabend deutlich den Kürzeren.
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Das international noch recht unerfahrene deutsche Eishockey-Nationalteam musste am frühen Donnerstagabend im ersten Testspiel vor der A-Weltmeisterschaft (13. bis 29. Mai) eine deutliche Niederlage hinnehmen. In Tschechien verlor die Mannschaft von Bundestrainer Toni Söderholm mit 2:6 (0:2, 0:2, 2:2). Das Endergebnis ging dabei unter dem Strich auch in dieser Höhe in Ordnung, weil die DEB-Auswahl erst nach rund 30 Spielminuten in das Match fand und zuvor kaum Land gesehen hatte. Am Freitagnachmittag (15 Uhr; live bei MagentaSport) duelliert sich das deutsche Team erneut mit den Tschechen.
Die tschechischen Gastgeber waren am Donnerstag in Chomutov ab dem ersten Bully das spielbestimmende, läuferisch überlegene Team und bereiteten der deutschen Defensive insbesondere dann Schwierigkeiten, wenn sie mit viel Geschwindigkeit über ihre Flügelstürmer angriffen. Nach diesem Muster fiel folgerichtig auch das 2:0 für die Mannschaft des neuen Cheftrainers Kari Jalonen durch Adam Klapka, der den Puck in den kurzen Winkel setzte, nachdem Mirko Höfflin sowie Torsten Ankert seinen Sturmlauf über die rechte Seite nicht hatten stoppen können (12.). Nur rund eineinhalb Minuten zuvor hatte Jakub Krejcik für das tschechische Führungstor gesorgt. Der Verteidiger bekam die Scheibe mit viel Übersicht von Jiri Cernoch aufgelegt und traf aus dem Slot mit einem Direktschuss, den DEB-Goalie Niklas Treutle erst spät sehen konnte (10.).
Auf der anderen Seite brachten Treutles Vorderleute im ersten Drittel kaum Entlastung zu Stande, lediglich drei Torschüsse im Auftaktabschnitt sprachen eine klare Sprache. Die einzige hochkarätige Möglichkeit für das deutsche Team im ersten Durchgang hatte Alexander Karachun, der den Rebound allerdings nicht verwerten konnte, nachdem Taro Jentzsch den Puck zum Gehäuse des tschechischen Keepers Stepan Lukes gebracht hatte (8.). Zu allem Überfluss verlor die DEB-Auswahl noch vor der Pausensirene Assistenzkapitän Ankert, der nach einem Zweikampf gegen David Cienciala verletzt in die Kabine musste.
Und auch das zweite Drittel begann aus deutscher Perspektive alles andere als nach Wunsch: Denn als Tim Fleischer die erste Strafzeit der Partie absaß, ließen die Tschechen die Scheibe im Powerplay gut laufen und erhöhten prompt auf 3:0 – Cernoch traf nach einem Querpass von Matej Blümel per Onetimer in das kurze Eck (23.). Blümel bereitete daraufhin wiederum nur rund anderthalb Spielminuten später auch das 4:0 vor – und dies äußerst sehenswert: Bei einem Konter verzögerte der Linksaußen vom HC Dynamo Pardubice zunächst geschickt mit einer Drehung und legte den Puck dann mit seiner Rückhand in den Lauf von Petr Holik, der am zweiten Pfosten per Direktschuss souverän vollstreckte (24.).
Das DEB-Team erholte sich von diesem erneuten Doppelschlag allerdings und zeigte ab der Mitte des zweiten Abschnitts seine bis dahin stärkste Phase des Abends. Die deutsche Mannschaft war in den Zweikämpfen nun aggressiver und präsenter als zuvor, hielt auch läuferisch jetzt besser mit, verpasste es jedoch trotz vielversprechender Offensivansätze, sich im Mitteldrittel mit einem eigenen Tor zu belohnen. Und in der eigenen Zone hatte die DEB-Auswahl Glück, dass Tschechiens Verteidiger-Toptalent David Jiricek im zweiten Überzahlspiel der Hausherren lediglich die Latte traf (33.).
Deutschland transportierte die leichte Leistungssteigerung der zweiten Hälfte des dritten Drittels daraufhin zwar in den Schlussdurchgang, im Zwischenstand spiegelte sich dies zunächst jedoch nicht wider. Im Gegenteil: Patrik Zdrahal ließ Luca Münzenberger sowie Leon Hüttl ganz schlecht aussehen, entwischte den beiden jungen DEB-Defendern mit einem blitzschnellen Antritt durch das Zentrum und schickte die Scheibe zum 5:0 für Tschechien unter die Latte (45.).
Zumindest zweimal sollte es indes auch für das deutsche Team mit dem Toreschießen klappen. Für das erste DEB-Tor sorgte dabei ausgerechnet der aufgerückte Defensivverteidiger Fabio Wagner, der freistehend am zweiten Pfosten von Justin Volek erspäht wurde und den Puck abgebrüht im langen Eck platzierte (47.). Und als Daniel Schmölz im Powerplay einen Bandenabpraller nach Höfflin-Direktschuss technisch hochwertig verwertete (49.), hatte Söderholms Mannschaft auf 2:5 verkürzt. Der Schlusspunkt gehörte allerdings wiederum den Tschechen, weil Jakub Flek nach Jiri Smejkals Querpass viel zu viel Zeit hatte und aus kurzer Distanz zum 6:2-Endstand einschießen durfte (54.).
Stefan Wasmer