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Sonntag, 8. Mai 2022

Ein hartes Stück Arbeit Später Siegtreffer durch Stefan Loibl: Deutschland gewinnt herausfordernde WM-Generalprobe gegen Österreich mit 3:1

Lokalmatador Alexander Karachun erzielte am Sonntagabend den wichtigen 1:1-Ausgleich, Dominik Bittner (rechts) den 3:1-Endstand in Schwenningen gegen Österreich.
Foto: City-Press

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat ihr letztes Testspiel vor der Eishockey-WM 2022 in Finnland am Sonntagabend gegen Österreich mit 3:1 für sich entschieden. Bei der Generalprobe in Schwenningen tat sich dei DEB-Auswahl gegen defensiv und körperlich starke Gäste aber lange Zeit schwer und war doppelt im Pfostenglück. Erst in der Schlussphase sorgten Stefan Loibl und Dominik Bittner mit ihren Treffern dafür, dass die 5.000 Zuschauer in der ausverkauften Helios Arena Grund zu feiern hatten.

Von den zehn Akteuren, die erst vor der Generalprobe in Schwenningen zum DEB-Team stießen, kamen gleich acht zum Einsatz. Einzig Verteidiger Marcus Weber (Nürnberg) stand nicht im Kader und Dustin Strahlmeier (Wolfsburg) musste an seiner alten Wirkungsstätte zunächst hinter Philipp Grubauer als Backup auf der Spielerbank Platz nehmen. Etwas überraschend stand mit Maximilian Kastner auch schon der erste Spieler vom unterlegenen DEL-Finalisten aus München mit auf dem Eis. Der 29-jährige flexibel einsetzbare Stürmer sagte im Interview nach Drittel eins bei SPORT1: „Als der Anruf von Toni kam, musste ich nicht überlegen, und habe gleich zugesagt.“ Und so stand Kastner nur vier Tage nach dem letzten Finalspiel in Berlin bereits im DEB-Trikot in Schwenningen auf dem Eis.

Im ersten Drittel konnte die deutsche Auswahl ihre unbestrittene individuelle Überlegenheit nicht in Ertragreiches umwandeln und fand auch trotz dreimaliger Überzahlchance nicht zum Erfolg. Gefährlich wurde es so gegen Drittelende auf der Gegenseite, als das Team Austria bei ihrem ersten Powerplay nur am Pfosten scheiterte.

Zum Start ins zweite Drittel, das noch stärkere Österreicher sah, war dann Gästetorhüter Bernhard Starkbaum mit dem Torgestänge im Bunde. Taro Jentzsch scheiterte bei einem Zwei-auf-eins-Konter am guten Goalie der Österreicher und dem kurzen Pfosten. Nach knapp über 28 Minuten war dann absprachegemäß der Arbeitstag von Grubauer beendet – und Strahlmeier übernahm zwischen den deutschen Pfosten. Unglücklich für den Wolfsburger: keine halbe Minuten auf dem Eis, musste er zum ersten Mal hinter sich greifen. Der ehemalige Ingolstädter Brian Lebler hatte einen Schuss von Erik Kirchschläger erfolgreich abgefälscht und so für die zu diesem Zeitpunkt nicht einmal unverdiente Gästeführung gesorgt (29.).

Das Spiel im Stenogramm: (1 Einträge)

 


Und beinahe hätte der torgefährliche Austria-Kanadier kurze Zeit später nach einem Abstimmungsproblem der Ingolstädter Verteidiger Fabio Wagner und Leon Hüttel per Alleingang auf 2:0 für Österreich erhöht – doch erneut stand der Pfosten im Weg. Die Gäste wussten es insgesamt immer besser, den deutschen Spielaufbau zu stören. Man merkte, dass die Mannschaft von Roger Bader deutlich eingespielter auftrat als es das deutsche Team nach dem doch großen Umbruch in den eigenen Reihen sein konnte. Kurz vor Ende des zweiten Drittels fiel dennoch der Ausgleich: Nach einer weiteren vergebenen Überzahlgelegenheit fasste sich Schwenningen Lokalmatador Alexander Karachun ein Herz und brachte seinen eigenen Rebound über die Linie.

Der Ausgleichstreffer hatte durchaus eine etwas befreiende Wirkung auf das neuformierte deutsche Team, auch wenn Österreich im Schlussabschnitt weiter ein ebenbürtiger Gegner war. Doch die Chancenverteilung verlagerte sich gegen Spielende wieder in Richtung Zone der Gäste. Und so war es nicht ganz verwunderlich, dass knapp fünf Minuten vor Spielende Stefan Loibl mit einem Handgelenkschuss für die spielentscheidende 2:1-Führung sorgte (56.). Als Österreich in Überzahl und mit gezogenem Torhüter den Ausgleich erzwingen wollte, sorgte Dominik Bitter postwendend mit dem 3:1 fürs deutsche Team für die endgültige Entscheidung (58.).

So konnte die DEB-Auswahl fünf Tage vor WM-Start in Finnland eine herausfordernde Generalprobe für sich entscheiden. Dennoch fiel das Fazit von Toni Söderholm gemischt aus: „Das war heute ein bisschen holprig. Wir haben nicht mit dem allerbesten Rhythmus gespielt. Wir dürfen nicht so viele Scheiben verlieren, müssen konsequenter in den Zweikämpfen, besser in den Schussbahnen sein und effizienter spielen. Aber man merkt, dass die Mannschaft wächst. Wir werden eine ehrliche Kabine haben und darauf können wir aufbauen.”

Vor dem Auftaktmatch des Turniers am Freitagabend gegen Kanada gibt es für Bundestrainer Toni Söderholm und seine Assistenten also noch die ein oder andere Baustelle zu bearbeiten – und natürlich den WM-Kader zu benennen. Damit ist bereits Anfang der neuen Woche zu rechnen.

Sebastian Groß


Kurznachrichtenticker

  • vor 22 Stunden
  • Co-Trainer Marc Vorderbrüggen wird Ravensburg nach vierjähriger Tätigkeit verlassen. Die Towerstars-Clubführung und der Aufsichtsrat entsprachen der Bitte des 29-Jährigen nach einer Vertragsauflösung. Vorderbrüggen wechselt innerhalb der DEL2 zu den Bayreuth Tigers.
  • gestern
  • Nach dem Turnier im August in Dänemark werden die beiden darauf folgenden Eishockey-Weltmeisterschaften der Frauen in Kanada (2023) und den USA (2024) ausgetragen, voraussichtlich jeweils wieder im Frühling.
  • gestern
  • Frederick Otto ist neuer 1. Vorsitzender des Herforder EV (Oberliga Nord) und tritt damit die Nachfolge von Tobias Schumacher an, der von diesem Posten zurücktrat, um in das Amt des 1. Kassierers gewählt werden zu können. Neu im Vorstandsteam sind zudem Sven Johannhardt und Sabine Richter.
  • gestern
  • Zum ersten Mal nehmen die Nürnberg Ice Tigers (PENNY DEL) in diesem Jahr am Vinschgau Cup im IceForum Latsch in Südtirol teil. Auf Einladung des ERC Ingolstadt wird das Team von Tom Rowe am 27. und 28. August die beiden Turnierspiele bestreiten. Die weiteren Cup-Teilnehmer werden noch vermeldet.
  • gestern
  • Die IIHF-Weltmeisterschaft 2023 Division IA wird vom 29. April bis 5. Mai in Nottingham (Großbritannien) ausgetragen. Die in Finnland abgestiegenen Briten um Trainer Peter Russell werden somit der IA-WM-Gastgeber. Die Division IB wird in Estland (Tallinn) ausgetragen.
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