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Dienstag, 24. Mai 2022

Wissmann, Loibl und Plachta treffen in packendem Klassiker 3:4-Niederlage nach Penalty-Schießen gegen die Schweiz: Deutsches Nationalteam sichert sich bei der WM den zweiten Platz der Gruppe A

Der Schweizer Linksaußen Fabrice Herzog (27) hatte in diesr Szene kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit den Dreier auf seinem Schläger. Das deutsche Team brachte den für die Absicherung des zweiten Tabellenplatzes entscheidenden Punkt jedoch über die Ziellinie.
Foto: imago images/Just Pictures/Andrea Branca

Das deutsche Eishockey-Nationalteam hat sich bei der A-Weltmeisterschaft in Finnland den zweiten Tabellenplatz der Gruppe A gesichert. In einem über die gesamte Spielzeit packenden und durchaus hochklassigen Match unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Toni Söderholm der Schweiz am Dienstagmittag zwar mit 3:4 (2:1, 0:2, 1:0, 0:0, 0:1) nach Penalty-Schießen, doch durch den Punktgewinn kann die DEB-Auswahl weder von Dänemark noch von Titelverteidiger Kanada noch eingeholt werden, während die Schweizer die Staffel ungeschlagen gewinnen. Im weiteren Verlauf des Dienstagsspieltags wird sich nun klären, ob das deutsche Team im Viertelfinale auf Tschechien oder auf den Gastgeber treffen wird.

Im Duell um den Gruppensieg erwischte die Schweiz den schwungvolleren Start – und ging bereits nach 97 Sekunden mit 1:0 in Führung, als Andres Ambühl einen schnellen, hervorragend ausgespielten Konter nach Ablage von Enzo Corvi mit einer satten Direktabnahme vollendete. Nach rund fünf kritischen Minuten fand das deutsche Team im weiteren Verlauf des ersten Drittels jedoch immer besser in das Match, ließ die Schweizer Offensive nicht mehr zur Entfaltung kommen, setzte sich dafür selbst immer wieder in der gegnerischen Zone fest und übernahm die Kontrolle über das Geschehen.

Der Lohn für die deutsche Leistungssteigerung waren zwei Tore, mit denen die DEB-Auswahl den Rückstand noch im Auftaktdurchgang in einen alles andere als unverdienten 2:1-Vorsprung umbog. Zunächst hatte Verteidiger Kai Wissmann freie Schussbahn und setzte einen Strahl in das kurze Eck (12.), bevor Stefan Loibl einen für den Schweizer Goalie Reto Berra verdeckten Schlenzer von Moritz Seider zur erstmaligen deutschen Führung abfälschte (16.). Beide Treffer fielen unmittelbar nach gewonnenen Bullys durch Lukas Reichel beziehungsweise Loibl selbst.

Der Schweizer Head Coach Patrick Fischer fand indes in der ersten Drittelpause offenbar die richtigen Worte, kam seine Mannschaft doch wie die Feuerwehr aus der Kabine. Die Eidgenossen kamen im zweiten Abschnitt sofort zu mehreren hochkarätigen Tormöglichkeiten – und nutzten eine davon durch NHL-Angreifer Pius Suter, der von Denis Malgins Übersicht profitierte und nach dessen starkem Pass aus dem hohen Slot zum 2:2 in das lange Eck traf (22.). Auch danach gehörte der mittlere Durchgang in einem jetzt noch intensiveren, zweikampfhärteren Vergleich zunächst den Schweizern, die immer wieder Druckphase in der deutschen Zone hatten.

Erst in der zweiten Hälfte des Mitteldrittels bekam das DEB-Team wieder mehr Zugriff auf die Partie. Sogar der erneute Führungstreffer für Deutschland wäre möglich gewesen – etwa bei einem Drei-gegen-eins-Konter, bei dem Marcel Noebels sich für den eigenen Abschluss entschied, sein erstes Turnier-Tor allerdings verpasste. Unter dem Strich war die Schweiz indes im zweiten Abschnitt die bessere Mannschaft – und eine für Philipp Grubauer unhaltbare Powerplay-Direktabnahme von Malgin vom linken Bullykreis bescherte Fischers Schützlingen schließlich auch das 3:2 (39.). Zuvor hatte DEB-Kapitän Moritz Müller eine kleinliche Zwei-Minuten-Strafzeit wegen Haltens kassiert.

Das Match in der Statistik (1 Einträge)

 

 

„Im ersten Drittel haben wir einen sehr guten Job gemacht, aber im zweiten Drittel haben wir uns ein bisschen hinten reindrängen lassen“, musste Müllers Abwehr-Kollege Korbinian Holzer im Pauseninterview bei SPORT1 gleichwohl gestehen. „Wir müssen wieder zurück zu unserem Spiel finden.“

Und dies gelang dem deutschen Team auch. Zwar hatte die Schweiz im dritten Durchgang zunächst die etwas besseren Torgelegenheiten, doch die DEB-Auswahl gestaltete das Geschehen nun wieder ausgeglichener als im zweiten Abschnitt. Und dann kam der große Auftritt von Matthias Plachta: Der Rechtsaußen der Adler aus Mannheim, der genau wie sein Club-Kamerad Korbinian Holzer in das deutsche Lineup zurückgekehrt war, tankte sich entschlossen zwischen den Schweizer Verteidigern Jonas Siegenthaler und Dean Kukan durch und legte den Puck mit seiner Rückhand an Berra vorbei – eine herausragende Einzelaktion, die mit dem 3:3 belohnt wurde (48.).

Bei diesem Zwischenstand sollte es bis zum Ende der regulären Spielzeit bleiben. Die Schweiz drängte in der Schlussphase zwar auf den Dreier – unter anderem hatte Fabrice Herzog am langen Pfosten den vierten Treffer auf seinem Schläger, verfehlte das deutsche Gehäuse nach Vorarbeit von Nico Hischier allerdings, obwohl Grubauer bereits geschlagen war (59.) –, doch mit viel Leidenschaft und einer Portion Glück brachte das DEB-Team den für die Absicherung des zweiten Tabellenplatzes entscheidenden Punkt über die Ziellinie.

Der Gruppensieg war durch den Schweizer Punktgewinn indes nun nicht mehr möglich. Die deutsche Mannschaft konnte in der Overtime also ohne allzu große tabellarische Auswirkungen aufspielen – und kam dem Sieg bei hochkarätigen Chancen durch Yasin Ehliz (63.) sowie Marc Michaelis (64.) tatsächlich ganz nahe. Die Entscheidung fiel stattdessen jedoch erst im Penalty-Schießen, in dem Hischier und Damien Riat für die Schweiz trafen, während Loibl, Plachta, Noebels sowie Daniel Fischbuch für die DEB-Auswahl ohne Torerfolg blieben. Doch trotz der 3:4-Shootout kann sich die deutsche Vorrundenbilanz mit 16 Zählern aus sieben Matches mehr als sehen lassen.

Mit der Leistung seiner Schützlinge gegen die Schweizer zeigte sich Toni Söderholm derweil „ziemlich zufrieden. Die Mannschaft war bereit, die taktischen Vorgaben umzusetzen. Wir waren auch mental und körperlich auf einem guten Niveau und haben mit Geduld gespielt. Im Großen und Ganzen kann ich die Jungs nur loben“, sagte der Bundestrainer nach der Partie bei SPORT1.

Stefan Wasmer


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Notizen

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  • NHL in der Nacht: Die St. Louis Blues rücken immer näher an die Wild-Card-Plätze heran. Nach dem 6:2-Sieg (3:2, 2:0, 1:0) bei den Anaheim Ducks liegen sie nur nur drei Zähler zurück. Die Philadelphia Flyers landeten ebenso einen Auswärtssieg: Sie gewannen 4:1 bei den N.Y. Islanders (2:0, 1:1, 1:0).
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  • Stürmer Roman Zap wird die Höchstadt Alligators nach einer Saison verlassen. Das gab der Oberligist bekannt. Der 22-Jährige suche eine neue Herausforderung. In 56 Spielen erzielte Zap 15 Tore und verbuchte zudem 19 Assists.
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