Bis 2021 trainierte John Tortorella die Columbus Blue Jackets.
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Nur wenige Tage nach der Vorstellung von Bruce Cassidy (zuletzt Boston) als neuer Cheftrainer bei den Vegas Golden Knights haben auch die Philadelphia Flyers ihren neuen Mann an der Bande präsentiert. Und der ist mit John Tortorella ebenfalls ein namhafter. Das teilte die Franchise am Freitag mit und machte damit die bereits vorab spekulierte Verpflichtung des 63-Jährigen offiziell. In 2021/22 trennte sich das Team aus Philadelphia früh von Alain Vigneault, Interimsnachfolger Mike Yeo konnte den Absturz in der Tabelle (Philadelphia schloss die Saison mit nur 25 Siegen und 57 Niederlagen als Letzter der Metropolitan Division ab) jedoch auch nicht verhindern. Seit 1975 warten die Flyers auf einen Stanley-Cup-Sieg – seit 2012 hat die Franchise nur eine einzige Playoff-Serie gewonnen.
Der US-Amerikaner Tortorella war 2020/21 nirgends als Trainer tätig, nachdem er zuvor zwischen 2015 und 2021 sechs Jahre lange als Chef an der Bande der Columbus Blue Jackets aktiv gewesen war. Er ist bekannt für sein temperamentvolles Auftreten und hat sich im Laufe der Jahre mit mehr als nur einem Spieler überworfen. Für das als "einigermaßen weich" geltende Flyers-Team soll der "harte Hund" an der Bande nun den dringend benötigten "Wachrüttler" geben.
"John holt in jedem einzelnen Spiel das Beste aus seinen Spielern heraus. Er hat den Stanley Cup gewonnen (2004 mit Tampa Bay, Anm. d. Aut.) und kann eine lange Erfolgsbilanz sowohl in den Hauptrunden als auch in den Playoffs vorweisen", so Chuck Fletcher, General Manager der Flyers, über den neuen Head Coach der Franchise. Tortorella ist einer von vier NHL-Coaches, die bereits zweimal mit dem Jack Adams Award als bester Trainer der Liga ausgezeichnet wurden (2004 und 2017). Er war zudem der erste US-Amerikaner, der als Coach die Marke von 500 Siegen in der NHL erreichte – inzwischen stehen 673 Erfolge in gut 20 Jahren als Cheftrainer in der besten Liga der Welt zu Buche.
Noch sind sieben weitere Teams offiziell ohne Cheftrainer für die NHL-Spielzeit 2022/23, darunter Leon Draisaitls Edmonton Oilers, Moritz Seiders Detroit Red Wings und Lukas Reichels Chicago Blackhawks. Auch die Teams aus Boston, Winnipeg, Dallas und Florida sind derzeit noch trainerlos.
Sebastian Groß