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Donnerstag, 25. Mai 2023

Nächster Erfolg über die Eidgenossen Trotz Spieldauer gegen Seider: Deutschland besiegt die Schweiz mit 3:1 und zieht ins WM-Halbfinale ein

Das deutsche Nationalteam um Torhüter Mathias Niederberger und Verteidiger Fabio Wagner setzte sich am Donnerstag in Riga mit 3:1 gegen die Schweiz (Rekordspieler Andres Ambühl) durch.
Foto: IMAGO / Just Pictures

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft steht im WM-Halbfinale 2023! Die Auswahl von Bundestrainer Harry Kreis gewann am Donnerstagnachmittag ihr Viertelfinalduell gegen die Schweiz (Sieger der Lettland-Gruppe B) mit 3:1 durch Treffer von Maximilian Kastner, JJ Peterka und Nico Sturm. Torhüter Mathias Niederberger hielt den Erfolg der DEB-Mannschaft mit einer blitzsauberen Leistung und 20 Saves fest. Damit trifft das deutsche Team nun im WM-Halbfinale am Samstag auf die USA – das Spiel beginnt um 17:20 Uhr.

Harry Kreis ließ sein Team im Vergleich zum abschließenden 5:0-Erfolg gegen Frankreich in der Gruppenphase unverändert. Bei der Schweiz kehrten wenig überraschend die NHL-Topstürmer Nico Hischier und Nino Niederreiter ins Lineup zurück, Denis Malgin (Colorado Avalanche) fehlte jedoch erkrankt. Noch überraschender war die Entscheidung des Schweizer Trainers Patrick Fischer, der anstelle von Leonardo Genoni im Gehäuse Robert Mayer vom Schweizer Meister aus Genf aufbot. Genoni hatte 2021 das Viertelfinalduell mit Deutschland verloren und auch das Duell um die Schweizer Meisterschaft gegen Mayer, doch bisher bei der WM war Genoni statistisch herausragend.

Und der Mut des Schweizer Trainers wurde schon nach sechseinhalb Minuten bestraft. Zwar begannen die Eidgenossen überaus druckvoll und spielten die DEB-Auswahl in den ersten Spielminuten in der eigenen Zone fest. Doch der erste Treffer fiel dann auf der Gegenseite: Ein Schuss von Maximilian Kastner ging Mayer auf der Stockhandseite durch und der Puck trudelte in Zeitlupe zur deutschen Führung über die Linie. Der Treffer aus dem Nichts zeigte Wirkung: Deutschland war fortan auch läuferisch im Spiel, während die Schweizer ihren Anfangsschwung etwas verloren. „Sie haben uns anfangs hinten eingeschnürt und uns das Leben richtig schwer gemacht. So gesehen kam das Tor für uns zum richtigen Zeitpunkt“, blickte Torschütze Kastner am Mikrofon von SPORT1 in der ersten Drittelpause zurück. DEB-Schlussmann Niederberger hielt in den ersten 20 Minuten alles, was auf sein Gehäuse kam – und so hieß es nach 20 Minuten, in denen die Schweiz ein leichtes Übergewicht hatte, 1:0 für die DEB-Auswahl.

Der zweite Abschnitt begann wie der erste mit sehr druckvollen Eidgenossen – und dem frühen Ausgleich der Schweizer. Nach einem übersehenen Stockfoul an Moritz Seider musste die DEB-Abwehr mit vier Schlägern agieren. Die Eidgenossen nutzten das aus, ließen den Puck zirkulieren und Jonas Siegenthaler schlenzte die Scheibe letztlich ins obere Toreck zum 1:1. Es folgten ruppige Minuten: Deutschland konnte zunächst eine Zwei-plus-zwei-Minuten-Strafe gegen Andres Ambühl wegen Hohen Stocks an Maximilian Kastner nicht ausnutzen, weil die Schweiz in Unterzahl so gut wie gar nichts zuließ. Kurz darauf war die Partie für Moritz Seider beendet, der nach einem harten Bandencheck an Gaëtan Haas zurecht vorzeitig zum Duschen geschickt wurde. Seiders Aktion gehörte der Marke "völlig unnötig" an – der Red-Wings-Verteidiger war seit der Aktion vor dem Schweizer Treffern angefressen.

Das Spiel im Stenogramm: (1 Einträge)

 


Doch das deutsche Team überstand nicht nur mit viel Kampf, Einsatz und Leidenschaft die folgende längere Unterzahlsituation, sondern kam in den Schlussminuten des zweiten Abschnitts mächtig zurück ins Spiel. Zunächst konnte sich JJ Peterka im Slot freilaufen und die schöne Übersicht von Dominik Kahun mit dem Tor zum 2:1 für die deutsche Mannschaft belohnen (38.). Und als dann wenig später Maksymilian Szuber in die Kühlbox musste, kam die DEB-Auswahl zu einem Zwei-auf-eins Konter über Wojciech Stachowiak und Nico Sturm. Letzterer verwertete die tolle Vorarbeit des Ingolstädters eiskalt zum 3:1 fürs deutsche Team – so auch der Stand nach 40 packenden Minuten. „Mit dem Tor haben wir das Momentum wieder gewonnen. Anfang des zweiten Drittels war es eher schwierig für uns. Es war einfach klasse, wie wir die Unterzahlsituation überstanden haben und wie die Jungs alles weggeblockt haben“, bilanzierte Peterka, der Torschütze zum 2:1 für die DEB-Auswahl, in der zweiten Pause bei SPORT1.

Der letzte Abschnitt stand dann wie erwartet ganz im Zeichen konzentrierter Defensivarbeit – und Deutschland verteidigte wie zuvor mit viel Leidenschaft und Opferbereitschaft. Stürmer wie Verteidiger blieben eng an ihren Gegenspielern und konnten so die Schweizer zumeist vom eigenen Tor fern halten. Wenn dann mal ein Puck durchkam, dann war Niederberger zur Stelle. Und vorne verpassten Justin Schütz und Stachowiak ganz knapp das 4:1 und die damit verbundene Vorentscheidung. So mussten die Eidgenossen in der Schlussphase Mayer aus dem Tor nehmen, um ihr Glück mit sechs Feldspielern zu versuchen. Doch auch da hatte das deutsche Team die besseren Chancen, Samuel Soramies und Kastner brachten den Puck aber nicht im verwaisten Schweizer Gehäuse unter. Doch es brannte nichts mehr an, Deutschland brachte die Zwei-Tore-Führung letztlich souverän über die Zeit und feierte in der Folge ausgelassen den Einzug ins WM-Halbfinale.

„Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft. Wir haben die Unterzahlsituationen überstanden und in den entscheidenden Momenten die Tore geschossen. Genau das braucht es gegen solche Mannschaften", sagte ein sichtlich erschöpfter, aber auch unglaublich stolzer Nico Sturm nach der Partie bei SPORT1.

Sebastian Groß


Notizen

  • vor 3 Tagen
  • Die Kassel Huskies aus der DEL2 kooperieren weiterhin mit den Hammer Eisbären aus der Oberliga Nord.
  • vor 4 Tagen
  • Mit Manuel Kofler (zuletzt Nürnberg Ice Tigers) und Fredrik Norrena (U20-Trainer bei TPS Turku) haben die Kölner Haie zwei Co-Trainer für das Team um Head Coach Kari Jalonen verpflichtet. Dazu bleibt Thomas Brandl dem Trainerstab als Development Coach erhalten.
  • vor 5 Tagen
  • Marco Sturm ist mit seinen Ontario Reign aus den Playoffs in der AHL ausgeschieden. Sein Team verlor auch Spiel 3 der Best-of-five-Serie (Finale Pacific Division) gegen gegen die Coachella Valley Firebirds, diesmal mit 2:3.
  • vor 8 Tagen
  • Gergely Majoross, zuletzt in der DEL2 bei den Ravensburg Towerstars als Cheftrainer an der Bande, ist neuer Head Coach der ungarischen Nationalmannschaft. Der Vertrag von Majoross wurde in Ravensburg nach einer Saison (Aus im Viertelfinale) nicht verlängert, Bo Subr ist dort neuer Head Coach.
  • vor 10 Tagen
  • Frank Gentges bleibt Cheftrainer der Ratinger Ice Aliens in der Regionalliga West. In den ersten beiden Spielzeiten unter ihm als Chef an der Bande wurden die Ice Aliens zweimal Hauptrunden-Sieger und standen in beiden Jahren im Playoff-Endspiel. 2024 wurde Ratingen Meister.
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