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Montag, 29. Mai 2023

Bundestrainer Kreis: „Ein ganz hervorragendes Turnier" Nach verlorenem WM-Finale: DEB-Akteure zwischen Enttäuschung und großem Stolz – Moritz Müller: „Auch spielerisch auf Weltklasse-Niveau"

Fairer Gratulant: DEB-Kapitän Moritz Müller (36) beim Handshake mit den Kanadiern nach der 2:5-Niederlage im WM-Endspiel.
Foto: imago images/Newspix24/Tomi Hänninen

Harold Kreis fasste die zwiespältige Gefühlswelt zusammen, in der nicht nur er nach dem WM-Endspiel gegen Kanada steckte. „Sportler sind nach jeder Niederlage nicht zufrieden. Die Jungs sind enttäuscht, dass wir heute verloren haben“, sagte der Bundestrainer nach dem 2:5 gegen die Ahornblätter. Obwohl der erste Weltmeister-Titel der deutschen Eishockeygeschichte als ultimative Belohnung für ein begeisterndes Turnier letztlich nicht heraussprang, hatten Kreis und seine Spieler aber bereits wenige Minuten nach dem Finale den Blick für das große Ganze. „Mit ein bisschen Abstand können wir auf ein ganz hervorragendes Turnier zurückschauen. Wir haben gesagt, dass wir Tampere mit leerem Tank verlassen wollen – und das tun wir. Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft und darauf, was sie geleistet hat“, ordnete Kreis ein.

Tatsächlich hatte die Auswahl des 64-Jährigen im Endspiel – dem zehnten Match innerhalb von etwas mehr als zwei Wochen – die letzten Reserven mobilisieren können und zumindest über zwei Drittel eindrucksvoll demonstriert, dass sie zu Recht das Finale bestreiten durfte. „Ich fand, dass wir alle Mittel hatten, um die Kanadier zu schlagen“, sagte Kapitän Moritz Müller im Interview bei MagentaSport, während es für Marcel Noebels „vielleicht sogar unser bestes Spiel“ war. „Ich glaube, dass mehr drin war. Im Ganzen haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht.“

Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln meinte Müller im Übrigen nicht nur jene Tugenden, die in einer mittlerweile relativ weit entfernten Vergangenheit primär mit dem deutschen Nationalteam in Verbindung gebracht wurden. Denn: „Wir haben auch spielerisch auf einem absoluten Weltklasse-Niveau gespielt“, merkte der Kölner Verteidiger an, dass die DEB-Auswahl längst nicht mehr ausschließlich von den kämpferischen Elementen lebt. So durfte Kreis, der seinen Ruf als defensivorientierter Coach eindrucksvoll widerlegt hat, feststellen: „Wir haben ein druckvolles und kein Versteck-Eishockey gespielt.“

So war es auch im Endspiel insbesondere am Anfang der ersten beiden Durchgänge, als die deutsche Mannschaft jeweils besser aus der Kabine kam als der Gegner. „Wir haben gut begonnen, die Scheibe tief bekommen, gutes Forechecking gemacht und das Tempo mehr oder weniger bestimmt“, resümierte Harold Kreis, der gleichzeitig anerkennen musste: „Dann haben sich die Kanadier ein bisschen angepasst und sich besonders im letzten Drittel öfter in unserer Zone etabliert.“ In der Tat war der Schlussabschnitt der mit Abstand überzeugendste der Ahornblätter, die hinten konzentriert verteidigten und vorne die nötige Abgezocktheit demonstrierten. „Man muss sagen, dass die Kanadier es gut gemacht haben“, würdigte Moritz Müller den neuen Weltmeister. „Wenn sie einmal führen, ist es sehr schwer, sich Chancen zu erarbeiten. Und sie sind eiskalt, wenn sie selbst eine Chance haben.“

Es lag also auch an einem in der entscheidenden Phase bärenstarken Kontrahenten, dass sich die deutschen Akteure am Ende im Zwiespalt der Gefühle wiederfanden. „Wenn man kein Gold in den Händen halt, ist es schon irgendwie eine Enttäuschung. Es fühlt sich an wie eine heftige Niederlage“, sagte Noebels – und richtete seinen Blick doch schon wieder in die Zukunft: „Wir können mehr als stolz sein auf das, was wir erreicht haben. Die Spieler haben das Bestmögliche getan, um den Sport nach vorne zu bringen. Ich glaube, man kann noch Vieles erwarten. Unsere Ziele werden größer und größer.“

Stefan Wasmer


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Notizen

  • gerade eben
  • Während Torwarttrainer Dennis Endras und Athletiktrainer Adrian Schelenz auch in der Saison 2026/27 in Augsburg bleiben, wird Co-Trainer Thomas Dolak die Panther nach zwei gemeinsamen Spielzeiten verlassen.
  • vor 22 Stunden
  • Im einzigen NHL-Spiel am Montag gewannen die Ottawa Senators mit 2:1 bei den New York Rangers. Rangers-Stürmer Mika Zibanejad (32) absolvierte dabei sein 1.000. Hauptrundenspiel.
  • gestern
  • Die NHL kommt im Rahmen ihrer Global Series im Dezember nach Deutschland. Schon Mitte November macht sie in Veikkaus Arena in Helsinki (Finnland) Halt. Am 12. und am 14. November messen sich dort die Carolina Hurricanes und die Seattle Kraken um Torhüter Philipp Grubauer in regulären Saisonspielen.
  • gestern
  • Die Tölzer Löwen (Oberliga Süd) haben die Zusammenarbeit mit ihrem Geschäftsführer Fabian Schlager bis einschließlich der Saison 2029/30 verlängert.
  • gestern
  • Stürmer Spencer Machacek hat sich einer Operation unterzogen. Der Leitwolf der Grizzlys Wolfsburg hatte sich im zweiten Spiel der Erstrunden-Playoff-Serie gegen die Schwenninger Wild Wings am Unterkörper verletzt.
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