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Samstag, 11. Mai 2024

Die WM-Spiele am Samstag: Aufsteiger Polen mit Überraschungspunkt, Kasachstan gewinnt richtungsweisendes Duell – Bedard mit Doppelpack, Gastgeber siegt 6:3 gegen bissige Norweger

Megatalent Connor Bedard (18) traf bei seiner WM-Premiere für Titelverteidiger Kanada doppelt gegen Außenseiter Großbritannien.
Foto: IMAGO/GEPA pictures/Daniel Götzhaber

UPDATE (23:15 Uhr): WM-Gastgeber Tschechien konnte vor mehr als 17.000 Zuschauern in Prag auch sein zweites Turnierspiel für sich entscheiden. Dabei stolperten die Tschechen zunächst in den Vergleich mit Außenseiter Norwegen hinein. 1:3 hieß es nach 17 Spielminuten aus Sicht des Favoriten in einer von Beginn an mitreißenden und emotionalen Begegnung, in der auch die norwegischen Youngster um Verteidiger Stian Solberg ihre Duftmarken hinterließen. Doch angeführt von Doppelpacker Roman Cervenka, der schon beim Auftaktmatch gegen Finnland im Shootout Tschechiens Matchwinner war, kämpften sich die Hausherren zurück in die Partie – und drehten selbige mit dem Ausgleich im zweiten Abschnitt und drei Treffern im Schlussdrittel. Düsseldorfs Schlussmann Henrik Haukeland konnte die Pleite der Skandinavier nach gutem Start letztlich nicht verhindern.

Mit einem richtungsweisenden Duell begann der zweite WM-Tag in der deutschen Gruppe B in Ostrava. Dabei setzte sich Kasachstan mit 3:1 (2:1, 1:0, 0:0) gegen Frankreich durch und darf nun zumindest leise Viertelfinalambitionen anmelden, während sich die Équipe von Head Coach Philippe Bozon erst einmal auf den Klassenerhalt fokussieren muss. Trotz der auf dem Papier wenig attraktiven Paarung zu einer wenig attraktiven Anspielzeit (12.20 Uhr) war die Ostrava Arena nicht nur offiziell (9.109 Zuschauer) exzellent besucht – und sie sollten ihr Kommen insbesondere im ersten Drittel, in dem sich die beiden Teams ein offensiv geführtes Match in hohem Tempo und mit drei Treffern innerhalb der ersten siebeneinhalb Minuten lieferten, nicht bereuen. Im zweiten Abschnitt drängten daraufhin zunehmend die Franzosen auf den Ausgleich, stattdessen erhöhte jedoch Kasachstan durch eine Einzelaktion von Kirill Savitskiy in Unterzahl auf 3:1. Auch im Schlussdurchgang hatte Frankreich Chancen, um in die Partie zurückzukommen, doch die Kasachen hatten mit Andrey Shutov weiterhin den deutlich besser aufgelegten Goalie im Vergleich zu Frankreichs Sebastian Ylönen und brachten den Zwei-Tore-Vorsprung über die Ziellinie.

Enorm stimmungsvoll wurde es in der Gruppe B dann am Samstagnachmittag, trafen mit Polen und Lettland doch die beiden Teams aufeinander, welche nach der Slowakei die größten Fan-Gemeinden nach Ostrava mitgebracht haben. Bei ihrem ersten Auftritt in der Top-Division seit 22 (!) Jahren wirkten die auch läuferisch gut aufgelegten Polen zu keinem Zeitpunkt vom höheren Niveau überwältigt, sondern standen von Beginn an kompakt vor dem eigenen Gehäuse, verteidigten den Slot robust und blockten viele Schüsse. Und kam die erste polnische Führung angesichts der größeren Spielanteile der Balten noch ein wenig überraschend, wurde der Außenseiter mit zunehmender Spieldauer auch offensiv immer forscher. Zwei weitere Male legte Polen so nach zwischenzeitlichen Ausgleichstreffern vor, erst in der Schlussphase schienen die lange Zeit eher einfallslosen Letten durch Tore der Ex-DEL-Angreifer Kaspars Daugavins und Rihards Bukarts doch noch den standesgemäßen Dreier einzufahren. Doch die Polen ließen sich auch jetzt nicht beeindrucken, erzielten durch Mateusz Bryk rund dreieinhalb Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit tatsächlich noch den Ausgleich und waren in der Overtime zunächst sogar dem Siegtreffer näher. Dieser gelang stattdessen zwar wiederum Daugavins mit dem 5:4 für Lettland, Aufsteiger Polen hat mit dem Überraschungspunkt gegen den Bronzemedaillengewinner des Vorjahres allerdings eindrucksvoll bewiesen, dass er in der Top-Division beileibe keine Laufkundschaft ist. 

Die Spielstenogramme (5 Einträge)

 

 

In der Gruppe A war unterdessen zum Start in dem Samstag eine klare Angelegenheit zu erwarten, doch Underdog Großbritannien ging gegen Kanada durch den (voraussichtlich) künftigen Berliner Liam Kirk zunächst sogar im Powerplay in Führung. Erst im zweiten Drittel zog der Titelverteidiger davon – angeführt von Megatalent Connor Bedard, der doppelt traf. Im Schlussabschnitt verkürzten die Briten daraufhin zwar durch Ben O'Connor noch auf 2:4, doch Kanada riss sich auch spätestens jetzt kein Bein mehr aus und spielte den Pflichtsieg eher wie ein weiteres Vorbereitungsmatch zu Ende.

Im zweiten Match des Samstags in Prag gab sich Dänemark keine Blöße und bezwang Österreich mit 5:1 (2:1, 1:0, 2:0). Zum hochverdienten Sieg der Dänen gegen die über weite Strecken offensiv viel zu harmlose ÖEHV-Auswahl steuerten mit Markus Lauridsen (Frankfurt), Frederik Storm (Köln) und Felix Maegaard Scheel (Bremerhaven) gleich drei DEL-Profis Tore bei, die beiden übrigen Treffer erzielte Joachim Blichfeld. Österreich konnte durch Manuel Ganahl lediglich zum zwischenzeitlichen 1:2 verkürzen und muss sich die notwendigen Punkte für den Klassenerhalt voraussichtlich zum Vorrundenabschluss gegen Norwegen sowie Großbritannien holen.

Stefan Wasmer


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Notizen

  • vor 15 Stunden
  • Matthew Pistilli bleibt bei den Stuttgart Rebels (Oberliga Süd) – und das gleich doppelt! Auch in der neuen Saison steht der 37-Jährige für das Team aus Baden-Württemberg auf dem Eis und geht gleichzeitig in sein zweites Jahr als Sportlicher Leiter des Clubs.
  • vor 2 Tagen
  • Die PENNY DEL hat die Anfangszeiten für die möglichen Spiele 5 und 6 im Viertelfinale festgelegt. Am 2. April würde ab 19.30 Uhr gespielt. Am 4. April würde so gestartet: 14 Uhr Ingolstadt - München, 15 Uhr Köln - Schwenningen, 16.30 Uhr Berlin - Straubing, 19 Uhr Bremerhaven - Mannheim.
  • vor 2 Tagen
  • Die Erding Gladiators und Stürmer Marc Schmidpeter gehen zur kommenden Saison getrennte Wege. Der 31-Jährige kam in der vergangenen Saison auf 18 Tore und 20 Vorlagen in 42 Spielen.
  • vor 3 Tagen
  • Don Granato trainiert die US-Männer bei der bevorstehenden A-Weltmeisterschaft in der Schweiz (15. bis 31. Mai). Der 58-Jährige folgt auf Ryan Warsofsky (San Jose Sharks), der die USA 2025 zu WM-Gold geführt hatte. Granatos bis dato letzte Station als Chef waren die Buffalo Sabres von 2021 bis 2024.
  • vor 3 Tagen
  • Die Lausitzer Füchse, die im DEL2-Viertelfinale gegen Kassel beim Stand von 1:3 eine Niederlage vom Aus entfernt sind, können in den laufenden Playoffs nicht mehr auf Alexis D'Aoust (29) zurückgreifen. Der kanadische Stürmer zog sich in Spiel 4 bei einem Bandencheck eine Oberkörperverletzung zu.
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