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Mittwoch, 15. Mai 2024

Lettischer TV-Experte Herberts Vasiljevs vor dem WM-Duell der DEB-Auswahl gegen Lettland: „Die Deutschen sind ein bisschen angeschlagen"

Krefelds langjähriger Kapitän Herberts Vasiljevs (47) kommentiert die WM-Partien in Ostrava als Experte für den lettischen Fernsehsender LTV7.
Foto: Daiga Zalite

Vor einem WM-Duell zwischen Deutschland und Lettland kann es wohl kaum einen besseren Gesprächspartner als Herberts Vasiljevs geben. Der langjährige Kapitän der Krefeld Pinguine und ehemalige lettische Nationalstürmer, der selbst mehr als 60 Einsätze bei Weltmeisterschaften vorweisen kann, ist in Ostrava für den lettische Fernsehsender LTV7 vor Ort und hat den Turnierverlauf beider Mannschaften dementsprechend im Blick. Vor dem Aufeinandertreffen am Mittwochnachmittag (16.20 Uhr; live bei ProSieben, MagentaSport und Sportdeutschland.TV) hat sich Eishockey NEWS mit Vasiljevs über die lettische Auswahl unterhalten. Der 47-Jährige sieht bei den Balten den psychologischen Vorteil.

Herr Vasiljevs, wie ist Ihr Eindruck der bisherigen Leistungen des lettischen Teams beim WM-Turnier? Die Overtime-Siege gegen Polen und Frankreich waren ja etwas holprig, beim 2:0-Erfolg über Kasachstan am Dienstag sah es dann schon besser aus…
Herberts Vasiljevs: „Ja, das kann man so sagen. Wir haben einen Spielplan, wo wir gegen die leichteren Gegner am Anfang gespielt haben. Das ist aber nicht immer leicht, weil man immer Punkte verlieren kann und es dann am Ende vielleicht nicht reicht. Das Spiel gegen Kasachstan war richtungsweisend. Es war ein gutes Spiel und eine gute Vorbereitung auf das Spiel gegen Deutschland. Kasachstan hat auf Augenhöhe gespielt, aber die Letten haben die drei Unterzahlsituationen überstanden und diesmal selbst das erste Tor geschossen, nachdem sie in den ersten Spielen immer das erste Tor kassiert haben. Damit war das Spiel leichter zu führen.“

Wie nehmen Sie die Erwartungshaltung in Lettland nach der Bronzemedaille im Vorjahr wahr?
Vasiljevs: „Die Erwartungshaltung ist schon hoch. Dieses Jahr ist das Viertelfinale Pflicht. Deswegen war es ein Rückschlag, als Punkte gegen Polen und Frankreich liegengelassen wurden. Nichtsdestotrotz hat Lettland alles noch in der eigenen Hand.“

Welche Bedeutung hat speziell das Match gegen Deutschland für den weiteren lettischen Turnierverlauf?
Vasiljevs: „Jedes Spiel ist eine Möglichkeit, Punkte zu holen, aber das Spiel gegen Deutschland ist eines der wichtigsten, wenn nicht das wichtigste. Es geht um Big Points. Wir haben auch die Chance, gegen die Slowakei Punkte zu holen, aber bei den Deutschen ist die mentale Verfassung nicht da, weil sie zwei hohe Niederlagen kassiert haben. Sie sind ein bisschen angeschlagen. Natürlich haben sie einen Tag Pause gehabt, aber nichtsdestotrotz kriegst du das Mentale nicht weg. Die Letten können dagegen auf das Spiel gegen Kasachstan aufbauen, in dem sie eigentlich in allen Lagen ganz gut gespielt haben.“

Wen erwarten Sie gegen die DEB-Auswahl zwischen den lettischen Pfosten? Elvis Merzlikins von den Columbus Blue Jackets oder den Bremerhavener Kristers Gudlevskis, der sich gegen Kasachstan mit sehenswerten Paraden ein Shutout sicherte?
Vasiljevs: „Merzlikins hat die ersten zwei Spiele gespielt und gezeigt, dass er in guter Verfassung ist, aber auch Gudlevskis hat als Backup eine sehr gute Leistung gebracht. Ich glaube, dass Merzlikins wieder im Tor stehen wird. Es ist ein Luxusproblem, aber Merzlikins ist die Nummer eins, weil er in der NHL spielt.“

Neben der Nationalmannschaft sind aktuell viele Letten sicher auch Fan der Vancouver Canucks, oder? Schließlich sind dort mit dem letztjährigen WM-MVP Arturs Silovs im Tor und Angreifer Teodors Blugers gleich zwei Ihrer Landsleute noch in den NHL-Playoffs vertreten…
Vasiljevs: „Ja – obwohl man sagen muss, dass viele Letten erwartet haben, dass Silovs zur WM kommt, falls Vancouver verliert. Aber wir haben das Luxusproblem schon jetzt, warum also noch einen guten Torhüter holen? Von daher freuen sich die Letten sehr für die beiden, dass sie nicht hier, sondern weiter im Kampf um den Stanley Cup sind. Auch Uvis Balinskis hat mit Florida ja gute Chancen, weiterzukommen (der Verteidiger mit Augsburger Vergangenheit kam in den Playoffs allerdings noch nicht zum Einsatz; Anm. d. Red.).“

Interview: Stefan Wasmer


Notizen

  • vor 21 Stunden
  • Der kanadische Stürmer Josh MacDonald verlässt die DEL2 nach drei Spielzeiten (zwei für Ravensburg samt Meistertitel, eine für Krefeld) wieder und schließt sich den Cardiff Devils in der EIHL an.
  • vor 2 Tagen
  • Der neue Assistenztrainer der Augsburger Panther heißt Thomas Dolak (Eishockey NEWS berichtete in Print vorab). Dolak war zuletzt Cheftrainer der Düsseldorfer EG, nun verstärkt er das Trainerteam der Fuggerstädter um Ted Dent, Dennis Endras und Simon Sengele.
  • vor 2 Tagen
  • Die Tölzer Löwen (Oberliga Süd) kooperieren künftig mit dem EHC Klostersee (Bayernliga). Der junge Tölzer Schlussmann Joshua Baron (21) erhält dabei eine Förderlizenz und soll als Nummer eins in Grafing Spielpraxis sammeln.
  • vor 4 Tagen
  • Als erster Club in der PENNY DEL werden die Eisbären Berlin künftig Spiele mit einem 360°-LED-Bandensystem bestreiten. Ab der kommenden Spielzeit 2024/25 wird die Uber Arena mit rundumlaufenden LED-Banden ausgestattet.
  • vor 5 Tagen
  • Sebastian Jones ist neuer Bundestrainer der deutschen U18-Frauen-Nationalmannschaft. Der ehemalige Profi (u. a. für die Kassel Huskies und Iserlohn Roosters aktiv) wird das Team erstmals im kommenden Juli beim Lehrgang in Füssen betreuen.
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