Anzeige
Samstag, 29. März 2025

Mannheims Kapitän über den „Turning Point" gegen München Marc Michaelis: „Das dritte Drittel in Spiel 3 hat uns enger zusammengeschweißt"

Marc Michaelis (29) und die Adler Mannheim machten am Freitagabend mit einem 2:1-Erfolg in München den Halbfinaleinzug in der PENNY DEL perfekt.
Foto: City-Press

Heimvorteil verloren, 1:2 in Rückstand und zu diesem Zeitpunkt seit mehr als drei Jahren in München sieglos – es sah nach Spiel 3 nicht gut aus für die Adler Mannheim im Playoff-Viertelfinale der PENNY DEL. Mit drei Erfolgen in Serie drehte das Team um Marc Michaelis (29) jedoch den Spieß um und darf sich nun in der Runde der letzten Vier mit Meister Eisbären Berlin messen. Im Interview spricht der Adler-Kapitän, der beim entscheidenden 2:1-Auswärtssieg am Freitagabend per verwandeltem Alleingang das zwischenzeitliche 2:0 erzielte, über den Wendepunkt in der Serie gegen München und den Faktor Arno Tiefensee.

Herr Michaelis, Gratulation zum Halbfinaleinzug! Ihre Adler sind in Spiel 6 sehr offensiv aus der Kabine gekommen und haben sich schon nach drei Minuten mit dem 1:0 durch Kristian Reichel belohnt. War dies exakt der Plan, wie in Spiel 4 ein frühes Tor zu erzwingen, um dann wieder mit der Führung spielen zu können?
Marc Michaelis: „Eigentlich willst du immer offensiv rauskommen und direkt gucken, was geht. Manchmal gelingt das mehr, manchmal weniger. Diesmal hatten wir in den ersten fünf bis zehn Minuten sehr gute Chancen, auch schon höher zu führen. Wir wussten, dass München mit dem Rücken zur Wand steht. Von daher war es natürlich der Plan, direkt aus allen Rohren zu schießen.“

Mit zunehmender Dauer der Partie rückte Keeper Arno Tiefensee immer mehr in den Mittelpunkt. Staunen die erfahreneren Spieler manchmal selbst, wie abgeklärt er seinen Job mit 22 Jahren erledigt?
Michaelis: „Während des Spiels ehrlich gesagt nicht, weil er die Chancen so pariert, dass sie für uns auf der Bank gar nicht so zwingend wirken. Man sieht es erst hinterher, wenn wir Analysen machen. Er ist sehr ruhig und in sich gekehrt und hat bis jetzt einen Riesenjob gemacht.“

Was ist in der Serie aus Mannheimer Perspektive generell ab Spiel 4 besser gelaufen?
Michaelis: „Klar war Arno auch ein Riesenfaktor. Und das dritte Drittel in Spiel 3 (insgesamt 89 Strafminuten; Anm. d. Red.) hat uns enger zusammengeschweißt. Es gehört zum Eishockey dazu, dass wir da eine Reaktion zeigen, es sind Playoffs. Die Message war dadurch, dass wir es mehr wollen als München – und das hat sich auf das Spiel übertragen.“

Also hat es den Adlern gutgetan, dass sich die Emotionen entladen konnten und danach der Fokus – so wirkte es zumindest von außen – nur noch auf dem Eishockey lag?
Michaelis: „Du musst eine Reaktion zeigen – gerade zu Hause in Spiel 3, wenn du den Heimvorteil verlierst. Es hätte in beide Richtungen ausschlagen können, aber rückblickend glaube ich, dass das der Turning Point in der Serie war.“

Die Eisbären Berlin waren in der Hauptrunde nicht der Lieblingsgegner der Adler. Worauf wird es im Halbfinale ankommen?
Michaelis: „Unser Ziel ist es, Spiel 1 zu gewinnen. Natürlich haben wir in der Hauptrunde alle vier Spiele verloren, deswegen sind wir schon klar der Underdog. Aber wie die ganze Saison gucken wir von Tag zu Tag und von Spiel zu Spiel.“

Wie kann die Pause bis zum Serienstart am Dienstag am effektivsten genutzt werden? Schafft es ein Profi in den Playoffs überhaupt, mal einige Stunden nicht an Eishockey zu denken?
Michaelis: „Möglich ist das schon. Wir haben jetzt zwei freie Tage, da kann man die blauen Flecken und die Blessuren ein bisschen auskurieren. Spätestens ab Montag liegt unser voller Fokus aber auf Berlin.“

Interview: Stefan Wasmer


Anzeige
Anzeige

Notizen

  • vor 2 Tagen
  • Der HC Davos hat sich als erstes Team für die Champions Hockey League 2026/27 qualifiziert. Der Traditionsclub kann seit Samstag nicht mehr von den ersten beiden Plätzen in der Hauptrunde der National League in der Schweiz verdrängt werden.
  • vor 3 Tagen
  • Pavel Avdeev, vor der Saison ein Neuzugang des Herforder EV (Oberliga Nord), hat seinen deutschen Pass erhalten und kann daher ab sofort für die Ice Dragons spielen. Der 23-jährige Stürmer hatte sich bei Regionalligist Eisadler Dortmund (18 Spiele, 27 Punkte) fit gehalten.
  • vor 3 Tagen
  • Das NHL-Ergebnis am Freitag: Chicago – Columbus 2:4.
  • vor 3 Tagen
  • Die Hammer Eisbären haben den Vertrag mit Ugnius Cizas aufgelöst. Der Litauer kam in 38 Einsätzen auf zwölf Tore und sieben Assists für den Nord-Oberligisten. „Wir beobachten den Markt, werden aber keine voreiligen Schlüsse ziehen“, so Geschäftsführer Martin Köchling über eine Nachverpflichtung.
  • vor 4 Tagen
  • Die Adler Mannheim (PENNY DEL) haben die Arbeitspapiere mit Co-Trainer Curt Fraser und Torwarttrainer Petri Vehanen verlängert. Der 68-jährige US-Amerikaner Fraser kam 2023 aus der KHL nach Mannheim. Vehanen gehört indes schon seit der Spielzeit 2021/22 zum Trainerteam der Adler.
Anzeige

Die Eishockey NEWS-App

Lesen Sie jetzt alles über die schnellste Mannschaftssportart der Welt auf Ihrem Tablet oder Smartphone. Alle deutschen Ligen, die NHL und die europäischen Clubs finden Sie auf einen Klick. Mit allen Artikeln und Bildern.