Am 21. Spieltag in der Oberliga-Süd war der Deggendorfer SC mit 5:1 gegen die EV Lindau Islanders erfolgreich.
Foto: Roland Rappel
Ein Spieltag wie ein Feuerwerk: Satte 58 Treffer fanden am 21. Spieltag der Oberliga Süd ihren Weg in die Spielberichtsbögen – und boten den Fans ein Spektakel zwischen Kantersiegen, dramatischen Wendungen und nervenaufreibenden Schlussminuten. Für das lauteste Ausrufezeichen sorgten dabei die Memmingen Indians, die den EV Füssen mit einem historischen 13:0 vom Eis fegten. Doch auch die weiteren Verfolger im Klassement ließen nichts anbrennen: Deggendorf gewann souverän, Heilbronn war torhungrig. Bad Tölz kämpfte sich erst im Penalty-Schießen zum Erfolg. Auswärts jubelten die Selber Wölfe und die Bayreuth Tigers, während der SC Riessersee in der Overtime die Nerven behielt.
Der Tabellenführer Memmingen legte los wie ein Schneesturm im Allgäu und führte bereits nach dem ersten Drittel mit vier Treffern. Am Ende stand der höchste Oberliga-Saisonsieg der Indians überhaupt. Felix Brassard und Jayden Schubert machten den Abend mit jeweils einem Hattrick perfekt. Das Spiel war eine Reaktion auf die Niederlage vor drei Tagen gegen Stuttgart und eine Demonstration der Extraklasse gegen völlig überforderte Füssener.
Die Partie zwischen Heilbronn und Stuttgart begann wie ein Raketenstart: Nach 13 Sekunden traf Calder Anderson zur Führung, nur 17 Sekunden später gab es jedoch schon den Ausgleich. Danach nutzten die Falken eine lange Überzahl, die durch eine Matchstrafe gegen Stuttgarts Toni Ritter entstand, und zogen davon. Bis zur zweiten Pause war das halbe Dutzend voll, und die letzten zwanzig Minuten brachten zwei weitere Treffer zum deutlichen 8:2-Endstand.
Auch Deggendorf ließ zu keinem Zeitpunkt Zweifel aufkommen. Die Lindau Islanders wurden über weite Strecken kontrolliert, und vor allem die Chancenverwertung der Hausherren war beeindruckend: Nach vierzig Minuten stand ein komfortables 5:0. Lindau gelang lediglich noch Ergebniskosmetik.
Deutlich schwerer taten sich die Tölzer Löwen. Zwar gingen sie zweimal in Führung, doch der mutige Aufsteiger aus Erding biss sich immer wieder zurück in die Partie. Im Penaltyschießen entschieden die Hausherren die enge Begegnung schließlich für sich. Das dank Ludwig Nirschl, der als einziger Schütze traf.
Die Selber Wölfe erwischten einen Traumstart: Nach nur 30 Sekunden zappelte der Puck im Netz. Peiting antwortete sowohl darauf als auch auf das 1:2 und hatte im zweiten Drittel sogar mehr vom Spiel. Doch in der Schlussphase zeigten die Porzellanstädter ihre Kaltschnäuzigkeit und zogen mit drei Treffern davon. Peitings spätes Tor war nur noch Ergebniskorrektur.
Die Passau Black Hawks ließen vor allem im ersten Drittel Überzahlchancen liegen – und Bayreuth bestrafte das eiskalt vor allem im zweiten Abschnitt. Ein Doppelschlag im Schlussdrittel brachte die Tigers mit 5:3 in Front, angetrieben von einem starken Kyle Bollers, der gleich dreimal traf. Passau verkürzte zwar noch und machte die Schlussphase spannend, doch die drei Punkte wanderten nach Oberfranken.
Zerfahren, kampfbetont und lange ohne klare Linie – so präsentierte sich das Duell zwischen dem SC Riessersee und den Höchstadt Alligators. Effektiver waren zunächst die Mittelfranken, die durch zwei Alleingänge von Tyler Gron in Führung gingen. Doch die Werdenfelser kämpften sich im zweiten Drittel zurück und glichen aus. Da weitere Chancen ungenutzt blieben, musste die Overtime entscheiden. In dieser traf Alex Höller zum vielumjubelten Sieg.
Michael Sporer