Jim Hiller mit Familie.
Jim Hiller (56) spielte einst in Rosenheim und für die Berlin Capitals, bevor er 2002 mit einer Meisterschaft in Mailand seine Karriere als Spieler beendete. Seit Februar 2024 ist er Cheftrainer der Los Angeles Kings. Ivo Jaschick traf ihn am Montag nach dem 1:3 im Heimspiel gegen die Dallas Stars. Die Kings liegen mit 48 Punkten in einem engen Mittelfeld der Western Conference gerade so noch auf einem Wild-Card-Rang.
Jim, Ihr Team hat 1:3 verloren. Sie hatten aber so viele Chancen. Was denken Sie über das Spiel?
Jim Hiller: „Ja das ist Eishockey. Leider. Man spielt gut und verliert. Unser Problem in dieser Saison ist, dass wir zu viele Spiele verloren haben, in denen wir gut gespielt haben, aber nicht genug von denen gewonnen haben, in denen wir nicht so gut gespielt haben. Normalerweise hält sich das die Waage. Aber wir haben diesen Mittelwert noch nicht erreicht.“
Wer ist verantwortlich für die Offensive?
Hiller: „Wir arbeiten alle zusammen daran, wir sprechen zusammen darüber. Natürlich ist es am Ende des Tages meine finale Entscheidung, aber es ist immer eine Diskussion in der Gruppe.“
Heißt, sie müssten noch ein bisschen diskutieren?
Hiller: „Über die Offensive? Ja. Wissen Sie, da haben wir schon sehr viel Zeit in dieser Saison aufgewendet.“
Lassen Sie uns zurückblicken. Was lief 2025 gut?
Hiller: „Wenn wir das ganze Jahr ansehen, dann, dass wir in der vergangenen Saison den Franchise-Rekord an Punkten (105) und Siegen (48) eingestellt. Und, dass wir alle gesund sind.“
Und was wünschen Sie sich für 2026?
Hiller: „Einen Playoff-Run. Und wenn ich das sage, meine ich auch einen Run, der immer weiter geht und weiter geht.“ (Die Kings schieden viermal in Serie in Runde eins gegen Edmonton aus, Anm. d. Aut.)“
Bald kommt die Olympiapause. Wie denken Sie über die Spiele?
Hiller: „Das wird eine aufregende Zeit für alle werden! Auch für die, die nicht nach Mailand fahren und Pause haben. Es wird für alle aufregend, egal, ob sie dort sind, oder sich die Spiele im Fernsehen ansehen.“
Wird die Pause den Spielfluss in der NHL hemmen?
Hiller: „Jeder hat ja eigentlich die gleichen Voraussetzungen. Daher würde ich nicht sagen, dass es ein Vorteil oder ein Nachteil ist. Wenn man gut in Form ist, will man aber bestimmt nicht gerne in die Pause gehen. Anders sieht es aus, wenn man zuvor nicht so gut spielt. Dann kommt die Pause gerade recht.“
Wie denken Sie über das deutsche Team?
Hiller: „Es hat einige der besten Spieler der NHL. Also nicht nur Spieler, die in der NHL spielen, sondern Top-Spieler. Das ist wirklich aufregend für die deutsche Mannschaft. Natürlich müssen sie auch gegen die Top-Spieler aller anderen Mannschaften spielen, aber sie haben Stars: Draisaitl, Seider, Stützle, auch Grubauer spielt eine starke Saison!“
Interview: Ivo Jaschick