Erst in der Verlängerung konnten die Selber Wölfe in Erding das Auswärtsseil für sich entscheiden.
Foto: Christian Riedel
Jede Menge Spannung war am 39. Spieltag der Oberliga-Süd geboten. Besonders das Spitzenduell zwischen Memmingen und Deggendorf entwickelte sich zu einem hochklassigen Eishockeyspiel, das erst im Shootout entschieden wurde. Die Indians behielten dabei mit 4:3 die Oberhand. Die Tölzer Löwen stehen nach ihrem Auswärtssieg in Bayreuth nun auf Rang drei der Tabelle und setzten sich damit von den Heilbronner Falken ab, die zuhause dem EC Peiting mit 1:3 unterlagen. Die Selber Wölfe feierten in Erding einen Erfolg nach Verlängerung. Auch zwischen Füssen und Höchstadt fiel die Entscheidung erst in der Overtime, in der sich die Hausherren durchsetzen konnten. Die Lindau Islanders behaupteten mit einem 5:1-Erfolg in Passau Rang sechs, während der SC Riessersee mit einem 5:2-Sieg in Stuttgart punktete.
Ein packendes Topspiel sahen die 2.816 Zuschauer in Memmingen. Beide Mannschaften präsentierten sich von Beginn an offensivfreudig. In der 15. Minute nutzten die Gäste aus Deggendorf eine doppelte Überzahl, Marco Baßler erzielte die Führung. Diese hatte jedoch nur kurz Bestand. Brett Ouderkirk glich in der 17. Minute im Powerplay aus, ehe Edgars Homjakovs nur wenig später mit einem sehenswerten Rückhandtreffer noch vor der ersten Pause das Spiel drehte. Im zweiten Drittel erhöhten die Gäste den Druck. In der 33. Minute konnte Ondrej Pozivil einen Konter der Indians nur per Foul stoppen. Den fälligen Penalty verwandelte Linus Svedlund sicher. Deggendorf belohnte sich für sein Offensivspiel im Schlussabschnitt: Harrison Roy verwertete zu Beginn des Drittels einen Pass von Hafenrichter zum Anschlusstreffer, Dylan Jackson glich in der 55. Minute aus. Die Entscheidung fiel schließlich im Penaltyschießen, in dem Memmingen das bessere Ende für sich hatte.
Mit jeweils vier Siegen in Serie gingen die Heilbronner Falken und der EC Peiting in ihre Partie. Aufgrund eines Todesfalls am Rande der Begegnung verzichteten die Zuschauer auf Unterstützung von den Rängen. Beide Teams zeigten dennoch einen engagierten Auftritt. Erst in der 40. Minute fiel der erste Treffer: Corey Mapes brachte Heilbronn in Führung. In der Schlussphase schlug jedoch der ECP zurück. Carson MacKinnon traf zunächst in Unterzahl (52.) und anschließend völlig frei vor dem Heilbronner Tor zum 2:1 aus Peitinger Sicht. Thomas Heger setzte mit seinem Empty-Net-Treffer den Schlusspunkt.
Die Tölzer Löwen rangieren nach ihrem Erfolg wieder auf Rang drei. In Bayreuth brachte Sandro Schönberger seine Mannschaft in der 11. Minute in Führung. Jan Hammerbauer glich sieben Minuten später im Nachsetzen aus. Danach war Michael Keränen gleich zweimal zur Stelle und erhöhte mit Treffern in der 35. und 42. Minute auf 1:3. Tim Zimmermann verkürzte in der 47. Minute noch einmal für die Wagnerstädter und sorgte für Spannung, ehe Keränen mit seinem dritten Treffer 17 Sekunden vor dem Ende die Entscheidung herbeiführte.
Die Erding Gladiators machten es den Selber Wölfen über weite Strecken schwer. In eigener Überzahl dann aber kassierten die Hausherren in der 29. Minute den ersten Gegentreffer, als Richard Gelke Jesse Kauhanen die Scheibe abluchste und Leon Meder keine Abwehrchance ließ. 24 Sekunden vor der zweiten Pause gelang Erding der Ausgleich: Philipp Michl fälschte einen Schuss von Kauhanen entscheidend ab. Das 1:2 in der 44. Minute fiel auf kuriose Weise, als Chris Schutz nach Bully-Gewinn eine Bogenlampe im Tor unterbrachte. Ebenso unglücklich war der späte Ausgleich: Den Schuss von Dennis Miller lenkte Selbs Thomas Gauch mit dem Schlittschuh ins eigene Tor. In der Overtime benötigten die Wölfe nur 14 Sekunden, um den Siegtreffer zu erzielen.
Mit einem souveränen Auftritt in Passau sicherten sich die EV Lindau Islanders drei wichtige Punkte im Kampf um Platz sechs. Die Niederbayern hielten im ersten Drittel noch gut dagegen. Nach der zwischenzeitlichen Gästeführung erzielte Zach Nazzarett in der 15. Minute den Ausgleich. Im zweiten Abschnitt brachten Corvin Wucher sowie ein späterer Doppelschlag in Überzahl die Gäste auf die Siegerstraße. Im Schlussdrittel folgte noch ein weiterer Treffer zum 5:1-Endstand.
Im tabellarischen Nachbarschaftsduell zwischen Stuttgart und dem SC Riessersee wollten beide Teams nach schwachen Auftritten am Freitag Wiedergutmachung betreiben. Den besseren Start erwischten die Rebels, die durch Nico Geidl in der fünften Minute in Führung gingen. Jesse Roach drehte die Partie mit Treffern in der 12. und 27. Minute. Jannik Herm glich zwischenzeitlich aus, doch Alexander Höller stellte in der 35. Minute auf 3:2 für die Gäste. Parker Colley sorgte in der 45. Minute für die Vorentscheidung, ehe Höller mit einem Empty-Net-Tor den 5:2-Auswärtssieg perfekt machte.
Den schnellsten Treffer des Abends sahen die Zuschauer in Füssen. Bereits nach 24 Sekunden traf Bauer Neudecker für die Hausherren. Höchstadt konnte im weiteren Verlauf ausgleichen, doch Füssen legte jeweils erneut vor. Es entwickelte sich ein torreiches Spiel, in dem die Gäste stets Antworten fanden. Anton Seewald erzielte in der 55. Minute die erstmalige Führung für Höchstadt. Kurz vor dem Ende erzwang Füssen durch Julian Straub den Ausgleich zum 5:5. In der Verlängerung wurde Straub schließlich zum Matchwinner.
Viel Zeit zur Erholung bleibt den Teams nicht: Bereits am kommenden Dienstag steht der 40. Spieltag der Oberliga-Süd auf dem Programm.
Michael Sporer