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Freitag, 30. Januar 2026

Olympia-Generalprobe: Vor Traumkulisse in Peiting: Deutsche Frauen-Nationalmannschaft verliert knapp nach Overtime gegen Japan

Spät glich die deutsche Nationalmannschaft gegen Japan zwar noch aus, aber gab den möglichen Sieg nur wenige Sekunden nach Beginn der Overtime aus der Hand.
Foto: City-Press

Die Olympia-Generalprobe in Peiting zwischen der deutschen und der japanischen Frauen-Nationalmannschaft ging mit 3:2 nach Verlängerung an Japan. In der 56. Minute hatte Celina Haider ihrem Team noch den späten 2:2-Ausgleich beschert und das Spiel damit in die Overtime gebracht. In dieser dauerte es nicht Mal eine Minute, bis Akane Shiga für die Gastnation zum Sieg traf und ihren Doppelpack schnürte. Für Defenderin Ronja Hark war es  – trotz der knappen Niederlage – ein besonderes Spiel nahe an ihrer Heimat Peißenberg. „Es war unglaublich, vor so einer Kulisse zu spielen. Vor allem wusste ich auch, dass viele Freunde und Familie da waren. Deswegen war es noch besonderer“, gab Hark Einblicke in ihre Gefühlslage nach der Niederlage. Auch ein Hark-Namensbanner zierte die Tribüne. „Das war meine Nachbarschaft von zu Hause“, freut sich die Defenderin über den Support und gab zu: „Ich war schon lange nicht mehr nervös vor einem Spiel, aber bei diesem war ich es.“ Und auch für den Standort Peiting war es ein besonderer Abend. Insgesamt 2.308 Zuschauer fanden sich zum Länderspiel in der Eissporthalle ein – das hatte es vor fast dreißig Jahren das letzte Mal gegeben! 

Schon in den ersten Minuten war die läuferische Stärke der Japanerinnen bemerkbar, die gute Möglichkeiten vor Lisa Hemmerle im deutschen Kasten herausspielten. Und doch gehörte der Führungstreffer der deutschen Nationalmannschaft. Erst brachten sie den Puck nicht recht aus der Defensivzone, doch dann zog Stürmerin Jule Schiefer mit einer guten Einzelaktion vor das gegnerische Tor und stellte auf 1:0. „Die Verteidigung hatte einen zu großen Abstand zu uns Stürmerinnen. Dadurch hatte ich die Möglichkeit, in die Mitte zu ziehen. Die Japanerinnen hatten, glaube ich, eine kleine Misskommunikation – und dann war ich relativ alleine vor dem Tor und musste nur noch schießen“, analysierte Schiefer ihren Treffer.

Immer wieder wollten es die deutschen Frauen jedoch zu sehr im Alleingang versuchen. Neben diesem Aspekt war das Anfangsdrittel auch noch von Fehlpässen geprägt. Einen davon bestraften die Japanerinnen fast genau eine Minute nach dem 1:0 durch Akane Shiga, die die Scheibe souverän ins kurze Eck zum 1:1 platzierte. „Wir wussten, dass die Japanerinnen stark sind – vor allem technisch und läuferisch“, analysierte Hark und lobte auch die defensive Leistung ihres Teams, die sehr viele Schüsse gut weggenommen hatte: „Wir haben gut dagegengehalten und auch Spielerinnen, die ihre ersten Spiele im Nationalteam machen, haben ein super Spiel gemacht und viel Vertrauen vom Trainer bekommen – was natürlich schön ist.“ Das DEB-Team verzichtete am Freitag auf die drei PWHL-Spielerinnen Sandra Abstreiter, Nina Jobst-Smith und Laura Kluge.

Doch im zweiten Drittel ließ Japan eine von mehreren Großchancen nicht ungenutzt liegen. Die deutsche Verteidigung brachte das Spielgerät nicht unter Kontrolle, sodass Yumeka Wajima zum 2:1 ins halbleere Gehäuse einnetzen konnte. „Hinten raus war Japan auch sauschnell“, stellte Jule Schiefer fest. Nach 30 gespielten Minuten gab es einen Torhüterwechsel auf beiden Seiten. Chiara Schultes ersetzte Lisa Hemmerle im schwarz-rot-goldenen Tor. „Unsere Goalies arbeiten richtig hart und wir können uns zu hundert Prozent auf sie verlassen“, zollte Verteidigerin Hark ihren Schlussfrauen Respekt – auch, dass sie den Spielstand so knapp hielten. Bei Japan wechselte Riko Kawaguchi zu Miyuu Masuhara.

Die Auswahl von Bundestrainer Jeff McLeod tat sich schwer, den 1:2-Rückstand auszugleichen. Erst in der 56. Minute gelang dies durch Celina Haider. In den verbleibenden Schlussminuten hielten beide Teams den Spielstand fest und konnten somit im letzten Test vor Olympia ihre Overtime-Qualitäten zeigen. Kurz vor Spielende dann noch eine Schrecksekunde: Daria Gleißner wurde in die Bande gecheckt und blieb kurz liegen. Zum Glück verletzte sich die Kapitänin der DEB-Auswahl aber nicht. Nach 27 Sekunden der Overtime überwand Akane Shiga Chiara Schultes im Tor und bescherte Japan den Sieg. Eine mögliche Revanche lässt nicht lange auf sich warten. Schon am 7. Februar treffen die beiden Nationen in Mailand aufeinander, dann im zweiten Turnierspiel der deutschen Frauen. „Das werden Erinnerungen, die man für immer im Kopf behalten wird“, blickt Schiefer auf die olympische Tour voraus, der nach diesem Vorbereitungsspiel nun nichts mehr im Wege steht. Am Samstag macht sich die DEB-Auswahl der Frauen bereits auf den Weg nach Mailand.

Lisa Taduschewski
 

Das Spiel in der Statistik (1 Einträge)

 

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Notizen

  • vor 19 Stunden
  • Der HC Davos hat sich als erstes Team für die Champions Hockey League 2026/27 qualifiziert. Der Traditionsclub kann seit Samstag nicht mehr von den ersten beiden Plätzen in der Hauptrunde der National League in der Schweiz verdrängt werden.
  • gestern
  • Pavel Avdeev, vor der Saison ein Neuzugang des Herforder EV (Oberliga Nord), hat seinen deutschen Pass erhalten und kann daher ab sofort für die Ice Dragons spielen. Der 23-jährige Stürmer hatte sich bei Regionalligist Eisadler Dortmund (18 Spiele, 27 Punkte) fit gehalten.
  • gestern
  • Das NHL-Ergebnis am Freitag: Chicago – Columbus 2:4.
  • vor 2 Tagen
  • Die Hammer Eisbären haben den Vertrag mit Ugnius Cizas aufgelöst. Der Litauer kam in 38 Einsätzen auf zwölf Tore und sieben Assists für den Nord-Oberligisten. „Wir beobachten den Markt, werden aber keine voreiligen Schlüsse ziehen“, so Geschäftsführer Martin Köchling über eine Nachverpflichtung.
  • vor 3 Tagen
  • Die Adler Mannheim (PENNY DEL) haben die Arbeitspapiere mit Co-Trainer Curt Fraser und Torwarttrainer Petri Vehanen verlängert. Der 68-jährige US-Amerikaner Fraser kam 2023 aus der KHL nach Mannheim. Vehanen gehört indes schon seit der Spielzeit 2021/22 zum Trainerteam der Adler.
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