2:6 hieß es nach dem zweiten Drittel zwischen Heilbronn und Stuttgart. Nach Werfen von Gegenständen auf die Eisfläche ließen beide Teams die Zeit nur noch runterlaufen.
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Unschöne Szenen am 43. Spieltag in der Oberliga Süd in Heilbronn im Match gegen Stuttgart. Beim Stand von 1:6 taten Falken-Fans zum Beginn des Schlussdrittels mit Trillerpfeifen ihren Unmut zur aktuellen Situation um die Insolvenz des Clubs kund, schmissen dazu Gegenstände aufs Eis. Kurzerhand einigten sich beide Teams, die Partie nicht abzubrechen, sondern die restliche Spielzeit einfach herunterlaufen zu lassen – und beide Goalies durften sich dabei noch in die Torschützenliste eintragen. Zuvor sah man dem gastgebenden Team deutlich an, dass die Köpfe woanders waren. Während des Spiels gab es auf und von den Rängen immer wieder Pfiffe, Buh-Rufe und Schmähgesänge sowie Spruchbänder gegen die Geschäftsführung der Falken zu sehen und zu hören. Anders als bei den Rebels, die unter ihrem neuen Trainer Eu-Jin Yap gleich einen erfolgreichen Blitzstart hinlegten und schon im zweiten Abschnitt das halbe Dutzend vollmachten.
Eishockey wurde dagegen über die volle Distanz in allen anderen Stadien gespielt. Das Top-Spiel des Abends gab es in Deggendorf. Der Gastgeber hatte dabei zunächst die besseren Szenen in der Offensive. In der 7. Minute vollendete dann aber der Selber Erik Nemec seinen Vorstoß erfolgreich – doch trotz Videosichtung gaben die Referees den eigentlich klaren Treffer nicht. Entsprechend groß war der Frust bei den Porzellanstädtern als das Filmmaterial dann auch hinter der Bande die Runde machte. Den Führungstreffer markierten die Niederbayern schließlich nach perfekter Kombination durch Ty Jackson in der 16. Minute. Petr Stloukal erhöhte in der 25. Minute, Dylan Jackson setzte sich später zum 3:0 durch. Eine von Wölfe-Coach Felix Schütz genommene Auszeit fruchtete. Stephan Tramm gelang der ersehnte Anschluss. Näher kamen die Porzellanstädter aber nicht mehr heran. Luke Weilandt (56.) mit einem Empty-Net-Treffer und Julian Elsberger sorgten für die Treffer zum 5:1-Endstand.
Schwer tat sich Memmingen gegen die Höchstadt Alligators. Das 1:0 durch Edgars Homjakovs fiel dabei in der 4. Minute. Die Mittelfranken hielten jedoch dagegen und erkämpften sich in der 27. Minute das 1:1. Ein Shorthander von Brett Ouderkirk brachte die Einheimischen jedoch umgehend wieder nach vorne. Doch abermals gelang der Ausgleich, Michail Guft-Sokolov zeichnete sich in der 51. Minute für das 2:2 verantwortlich. Entschieden wurde das Spiel im Shootout. Hier behielten die Gäste die Oberhand. Nach zwölf Siegen in Serie mussten sich die Indians somit erstmals wieder geschlagen geben und haben auf Deggendorf nun vier Zähler Rückstand.
Spannend war es unisono in der Partie zwischen Lindau und Bad Tölz. Topi Piipponen traf dabei kurz vor der ersten Pause zur Löwen-Führung. Die Islanders wendeten im zweiten Drittel das Blatt, ehe erneut Piipponen kurz vor der nächsten Pausensirene den Puck in die Maschen setzte. Andreas Farny brachte die Mannschaft vom Bodensee in der 51. Minute wieder in Front, doch glichen die Gäste wenig später durch Michael Keränen wieder aus. Die Entscheidung fiel in der Overtime. Zan Jezovsek sorgte in der 63. Minute für Jubel bei seinen Farben.
Auch in Füssen wurde länger als 60 Minuten gespielt. Nach einem torlosen ersten Drittel gingen zunächst die Hausherren in der 28. Minute durch Simon Boyko in Führung, doch noch vor Ende des Mittelabschnitts wendeten Charles Risk und Jesse Roach das Blatt. Die Allgäuer gaben sich noch nicht geschlagen. 34 Sekunden vor dem Ende gelang Bauer Neudecker in Überzahl der 2:2-Ausgleich. Die Belohnung in Form eines weiteren Zählers gab es im Penaltyschießen: Marek Slavik mit dem Game-Winner.
Im Kampf um einen direkten Playoff-Platz standen sich im direkten Aufeinandertreffen die zuvor punktgleichen Bayreuth Tigers und der EC Peiting gegenüber. Die Gäste setzten sich bis zur 21. Minute mit zwei Toren ab, ehe die Wagnerständer zunächst in der 27. Minute den Anschluss markierten und zwanzig Minuten später auf 2:2 stellten. Auf das 2:3 von Carson MacKinnon (54.) folgte nur 23 Sekunden der erneute Ausgleich durch Sam Verelst. Die Tigers nun mit Elan: Kyle Bollers und Dominik Piskor netzten zum 5:3 ein, und Bollers, an allen vier Treffern im Schlussdrittel beteiligt, machte zum Schluss mit einem Schuss ins verwaiste Gästetor noch den Deckel zum 6:3 drauf.
Klare Sache war es dagegen für die Passau Black Hawks in Erding. Nach einem noch engem 2:1 in den ersten zwanzig Minuten schraubten die Habichte die Führung im Mitteldrittel um drei weitere Treffer in die Höhe. Am Ende hieß es 6:1 für das Team von Trainer Petr Bares.
Michael Sporer