Am Donnerstagabend müssen die Plätze in der Milano Rho Ice Hockey Arena leer bleiben. Die Partie der Frauen zwischen Finnland und Kanada wurde auf nächste Woche verlegt.
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Die USA, neben Kanada der große Goldfavorit, sind am Donnerstag standesgemäß in das olympische Eishockeyturnier der Frauen in Mailand gestartet. Beim 5:1-Erfolg über Tschechien führte der Weltranglistenerste nach drei Treffern innerhalb von neun Minuten zur Spielmitte mit 3:0, ehe die Tschechinnen nach dem zwischenzeitlichen 1:3 durch die frisch von der Strafbank gekommene Barbora Jurickova kurzzeitig sogar auf das Anschlusstor drängten. Die Druckphasen des durchaus selbstbewussten Außenseiters blieben jedoch stets kurz, unter dem Strich beherrschten die kombinationsstärkeren US-Amerikanerinnen um Doppeltorschützin Hayley Scamurra die 60 Minuten erwartungsgemäß. In der Gruppe A qualifizieren sich alle fünf Nationen automatisch für das Viertelfinale, sie ermitteln in der Vorrunde lediglich die Setzliste der K.-o.-Phase.
Im Außenseiterduell der deutschen Guppe B hatte es am Donnerstagnachmittag schon die erste kleine Überraschung gegeben. Gastgeber Italien, nur 17. der IIHF-Weltrangliste der Frauen, besiegte Frankreich (14.) mit 4:1. Vor der stimmungsvollen Kulisse von 9.356 Zuschauern in der Milano Santagiulia Ice Hockey Arena – der größeren der beiden Turnier-Arenen – zeigte sich das italienische Team ansgesichts von 46:15 Torschüssen überraschend überlegen. Für Frankreich schwinden angesichts der Auftaktniederlage bereits die Hoffnungen auf einen Einzug ins Viertelfinale, der in Gruppe B nur über eine der drei ersten Platzierungen möglich ist. Italien hingegen darf nach dem Überraschungssieg zum Start auf eine Turniersensation hoffen. Am Samstag gegen Schweden (14.40 Uhr) wird es aber erneut viel Energie brauchen, um dem dann noch klareren Favoriten ein Bein zu stellen.
Bereits am allerersten Tag musste eine Partie des olympischen Eishockeyturniers der Frauen verlegt werden. Das für Donnerstagabend angesetzte Duell zwischen Finnland und Titelverteidiger Kanada in der Gruppe A wird um eine ganze Woche auf Donnerstag, 12. Februar (14.30 Uhr) verschoben. Zwei Tage nach dem eigentlichen Abschluss der Gruppenphase und einen Tag vor den ersten beiden Viertelfinalpartien des Frauen-Turniers müssen die Teams aus Finnland und Kanada dann nochmal ran.
Grund für die Spielverlegung sind im finnischen Team aufgetretene Norovirus-Fälle. Die Entscheidung, das Spiel zu verlegen, „sei mit Blick auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Spieler, Offiziellen und aller weiteren Turnierteilnehmer getroffen worden“, teilten das Olympia-Organisationskomitee und der Eishockey-Weltverband IIHF mit und sprachen von einer „bedauerlichen, aber notwendigen Entscheidung, die den olympischen Geist widerspiegle.“ Beide Mannschaften wären mögliche Gegner für Deutschland, sollten die DEB-Frauen die Runde der besten Acht in Mailand erreichen. Zum Auftakt gab es für die Auswahl von Bundestrainer Jeff MacLeod eine 1:4-Niederlage gegen Schweden.
Sebastian Groß/Stefan Wasmer