Die Edmonton Oilers kassierten die dritte Niederlage in Folge. Leon Draisaitl griff danach zur Generalkritik.
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Die Nacht in der NHL stand im Zeichen zweier Aufreger. Caleb Jones von den Pittsburgh Penguins erhielt eine 20-Spiele-Sperre wegen eines positiven Dopingtests. Der Verteidiger entschuldigte sich und beteuerte, er habe nicht absichtlich gedopt. Er bringt den positiven Test mit einer Exosom-Therapie nach einer Verletzung in Verbindung.
Gavin McKenna, einer der Top-Pick-Kandidaten im kommenden Eingangs-Draft, hat wiederum Ärger mit dem Gesetz. Folgendes wird ihm unter anderem vorgeworfen: Das 18 Jahre alte Sturmtalent soll am 31. Januar einen 21-Jährigen geschlagen haben und dabei einem Bericht von Onward State nach den Kiefer gebrochen haben. Der Verletzte habe sich einer Gesichtsoperation unterziehen müssen, teilte das State College Police Department mit. Vorausgegangen waren unbestätigten Berichten zufolge offenbar Provokationen des späteren Opfers in einer Bar gegen die Mutter des Eishockeyspielers. McKenna ist gegen eine Kaution von 20.000 Dollar wieder auf freien Füßen. Eine Verhandlung ist für 11. Februar angesetzt. Medienberichten zufolge drohten McKenna den Gesetzen in Pennsylvania nach im Fall des Schuldspruchs bis zu 20 Jahre Gefängnis.
Gespielt wurde freilich auch – und die Nacht in der NHL verlief für die deutschen Legionäre durchwachsen. Nico Sturm gewann seine Partie mit den Minnesota Wild (6:5 n.V. bei den Nashville Predators). Der Augsburger blieb dabei in rund 9,5 Minuten Eiszeit ohne Scoringertrag. Jared Spurgeon entschied die Partie. Einen Erfolg feierten auch die Utah Mammoth um JJ Peterka. Sie gewannen gegen Moritz Seiders Detroit Red Wings mit 4:1. Seider war mit einer Vorlage am einzigen Detroiter Tor bei 30 Schüssen beteiligt. Philipp Grubauers Seattle Kraken gewannen bei den Los Angeles Kings mit 4:2. Der Nationaltorhüter blieb dabei aber ohne Einsatz.
Niederlagen setzte es dagegen für Marco Sturm sowie Leon Draisaitl und Joshua Samanski. Cheftrainer Sturm unterlag mit den Boston Bruins bei Titelverteidiger Florida Panthers mit 4:5 nach Penaltyschießen. Brad Marchand traf für die Panthers zum Sieg, dem ersten nach vier Niederlagen in Folge. David Pastrnak, den Tschechien zu seinem Olympia-Fahnenträger ernannte, legte einen Bruins-Treffer auf. Draisaitl und Samanskis Edmonton Oilers wiederum kamen an dem heißgelaufenen Devin Cooley im Tor der Calgary Flames (36 Paraden, ein Assist) nur bedingt vorbei. Calgary gewann mit 4:3. Daran änderten auch zwei Tore des davor als deutschen Fahnenträgers bei Olympia benannten Draisaitl nichts. Samanski blieb in rund neuneinhalb Minuten Eiszeit ohne Punkt (und ging mit -1 aus der Partie).
Draisaitl hat damit die achte 80-Punkte-Saison in Folge in der Statistik. Doch er war nach der Partie angefressen und sagte zur dritten Niederlage in Folge: „Es spielen viele Sachen hinein. Wir sind derzeit einfach nicht gut genug." Das liege an den Feldspielern und auch die Führungsspieler könnten besser sein, er nahm aber auch Torhüter Tristan Jarry (84 Prozent Fangquote) nicht von der Kritik aus. Einen Vergleich mit den Erfolgsteams der Vorjahre verweigerte er sich: „Wir sind eine andere Mannschaft - wir sind derzeit nicht so gut, wir kommen nicht mal nahe. Das müssen wir begreifen - es wird Zeit. Jetzt ist die Pause. Wenn wir zurückkommen, müssen wir ins Laufen kommen."
Martin Wimösterer