Die Tölzer Löwen (weiße Trikots) zwangen am Freitagabend den Spitzenreiter der Oberliga Süd, den Deggendorfer SC (rechts Dante Hahn), mit 3:2 in die Knie.
Foto: Roland Rappel
Nach dem 45. Spieltag der Oberliga Süd sind nur noch sieben Spieltage in der Hauptrunde übrig – im Kampf um die Playoff- beziehungsweise Pre-Playoff-Plätze bleibt es unterdessen weiter spannend.
Die in diesen Tagen vor allem mental hoher Belastung ausgesetzten Spieler der Heilbronner Falken legten beim Heimspiel gegen Bayreuth los wie die Feuerwehr und führten bereits nach knapp acht Minuten mit 4:0. Bis zum Schluss schraubten sie das Ergebnis noch – auch dank der Gala-Vorstellungen von Fünffach-Torschütze (!) Calder Anderson und Sechs-Assist-Mann Nolan Ritchie – auf 11:3 in die Höhe. Allerdings waren nicht einmal 1.000 Fans in die Halle gekommen. Die deutliche Niederlage bedeutet einen Rückschlag für den Gast aus Bayreuth im Kampf um die direkte Playoff-Teilnahme.
Denn der EC Peiting, in der Tabelle direkt vor den onesto Tigers, siegte zeitgleich mit 4:2 gegen die Höchstadt Alligators und schafft sich so ein Drei-Punkte-Polster auf den Verfolger. Rang sieben, den Peiting aktuell belegt, würde aktuell die Qualifikation für das Achtelfinale bedeuten, da Heilbronn, aktuell Fünfter, am Ende der Hauptrunde ans Tabellenende gesetzt werden wird.
An der Tabellenspitze rückt Memmingen wieder auf vier Zähler auf den Tabellenführer Deggendorf heran. Denn die Indians konnten ihre Aufgabe gegen die Lindau Islanders mit 6:3 – Lindau hatte zwischenzeitlich einen 0:3-Rückstand egalisiert – lösen. Félix Brassard per Doppelpack und Kumpel Brett Ouderkirk mit drei Assists verhalfen der Mannscahft von Trainer Daniel Huhn zu Sieg. Die Indians gaben außerdem am Abend die Vertragsverlängerung von Goalie Justus Roth bekannt. Er war vergangenen Sommer eigentlich als Notlösung verpflichtet worden, nachdem Michael Paterson-Jones seinen Vertrag nicht antreten konnte. Im Laufe der Spielzeit hatte er sich aber zur Nummer eins beim ECDC entwickelt und gehört statistisch zu den besten Goalies der Liga (Gegentorschnitt von 2,21, Platz drei, und Fangquote 92,5, Platz zwei).
Unterdessen unterlag der DSC im Spitzenspiel gegen die Gäste aus Bad Tölz mit 2:3. Dabei hatte Deggendorf im Schlussdrittel eine 0:2-Führung schon ausgeglichen, ehe ausgerechnet Ex-DSC'ler Alex Großrubatscher dank eines perfekt in den Winkel platzierten Schusses 64 Sekunden vor der Schlusssirene die Entscheidung für die Löwen herbeiführte. In der Schlussminute gab es dann noch eine Schrecksekunde: Ty Jackson blutete nach einem gefährlichen Check von Löwen-Stürmer Andree Hult aus dem Gesicht, der Top-Scorer des DSC konnte schließlich aber aus eigener Kraft in die Kabine gehen.
Im Kampf um die Pre-Playoffs haben die Stuttgart Rebels und die Passau Black Hawks wichtige Siege eingefahren. Doppeltorschütze Buster Larsson und Routinier Andrew Schembri brachten die Niederbayern beim 5:2-Erfolg auf die Siegerstraße gegen den SC Riessersee. Die Rebels egalisierten in den Schlussminuten der Partie beim EV Füssen einen 1:3-Rückstand und siegten schließlich in der Overtime: Toni Ritter staubte nach einer starken Parade von EVF-Goalie Rihards Babulis zum 4:3 für die Degerlocher ab. Sie liegen aktuell auf Rang zehn der Tabelle, mit einem Zwei-Punkte-Vorsprung auf den SC Riessersee auf dem ersten Nicht-Playoff-Platz.
Die Erding Gladiators, Schlusslicht der Liga, haben zwar immer noch mit Chancen auf die Pre-Playoffs, doch schrumpften diese mit der Niederlage in Selb ein weiteres Stück zusammen. Felix Bauer mit einem verdeckten Schuss durch die Beine von Goalie David Zabolotny und Fabion Kuqi, der den Polen zum 2:0 umkurvte, brachten die Wölfe zunächst in Führung. Auch im weiteren Verlauf der Partie behielten diese die Oberhand und münzten ihre Überlegenheit auch in Tore um: Am Ende stand ein 7:3 für den DEL2-Absteiger auf der Anzeigetafel. Selb festigt damit Platz vier, Erdings Rückstand auf einen Pre-Playoff-Platz beträgt mittlerweile zehn Zähler.
Michael Wutz