Ein nicht anerkanntes Tor von Selbs Erik Nemec sorgte am vergangenen Freitag für Aufregung.
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Ein nicht gegebenes Tor hatte am vergangenen Freitag beim Spitzenspiel der Oberliga Süd zwischen Deggendorf und Selb (5:1) für Aufregung gesorgt. Ein „klarer und regulärer Treffer“ zum 1:0 für die Wölfe von Erik Nemec sei nach Videobeweis vom Schiedsrichtergespann nicht anerkannt worden, prangerte Selb an und sprach von einer „skandalösen Entscheidung“. Nach Protesten des Trainergespanns sei sogar noch eine Bankstrafe gegen das Team ausgesprochen worden. Nun meldete sich der Deutsche Eishockey-Bund mit einer Stellungnahme zum Vorfall.
„Im ersten Drittel gab ein Spieler der Selber Mannschaft einen Schuss auf das Tor von Deggendorf ab. Der Hauptschiedsrichter, der direkt neben dem Tor positioniert war, erkannte dabei kein Tor und zeigte dies unmittelbar durch das Washout-Zeichen an. Von Seiten der Selber Wölfe gab es nach Abgabe des Schusses keinerlei Jubelaktionen oder Ähnliches. Beim nächsten Spielunterbruch besprachen sich die beiden Hauptschiedsrichter auf dem Eis. Dabei entstand die Überlegung, ob es sich bei der zuvor erwähnten Szene möglicherweise um ein gutes Tor gehandelt haben könnte. Auf dieser Grundlage entschieden sie sich, einen Videobeweis anzuwenden. Ein Selber Spieler erkundigte sich bei den Schiedsrichtern, ob die zuvor genannte Torszene überprüft werde. Daraufhin erklärte einer der Hauptschiedsrichter per Handzeichen, dass die Entscheidung auf dem Eis „kein Tor“ lautet und kündigte gleichzeitig den Videobeweis an. Anschließend begaben sich beide Schiedsrichter zur Zeitnahme. Der Stadionsprecher informierte die Zuschauer über die Videoüberprüfung und wies darauf hin, dass die Entscheidung auf dem Eis ,kein Tor' ist. Nach der Sichtung des Videomaterials kehrten beide Hauptschiedsrichter auf das Eis zurück und gaben das Ergebnis des Videobeweises bekannt. Durch entsprechendes Handzeichen bestätigten sie die Entscheidung ,kein Tor'. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch nicht bekannt, dass im Videobeweis den Schiedsrichtern der Torschuss aus technischen Gründen nicht gezeigt werden konnte. Aus diesem Grund blieb die On-Ice-Entscheidung bestehen“, schrieb der DEB in einer Pressemitteilung.
Und Manuela Gröger-Schneider, Leiterin DEB-Schiedsrichterwesen, erklärte: „Der Videobeweis ist inzwischen ein fester Bestandteil der Oberliga, und der Ablauf ist klar geregelt. Die Zusammenarbeit zwischen Schiedsrichtern und dem durchführenden Personal des Videobeweis ist etabliert und funktioniert zuverlässig. Im Fall Deggendorf und Selb konnte aufgrund technischer Probleme, die benötigte Szene nicht zur Verfügung gestellt werden, wodurch die On-Ice Entscheidung bestehen blieb.“