Die Selber Wölfe um Trainer Felix Schütz (stehend, Mitte) haderten beim Gastspiel in Deggendorf mit dem nicht gegebenen Tor durch Erik Nemec – die Situation sorgt weiter für Gesprächsstoff.
Foto: Roland Rappel
Es war der große Aufreger Ende Januar im Top-Spiel zwischen Deggendorf und Selb. Und auch jetzt noch beschäftigt eine umstrittene Spielsituation die Gemüter. Was war passiert? In der 7. Minute wurde ein klarer und regulärer Treffer vom Selber Erik Nemec auch nach Videobeweis vom Schiedsrichtergespann nicht anerkannt. Der Puck war allerdings klar im Tor, wie die Zuschauer auf SpradeTV zu sehen bekamen. Und rasch machte sich diese Szene auf den Smartphones der Team-Verantwortlichen und den mitgereisten Fans breit. Der Unmut entsprechend groß – wäre das doch auch der Führungstreffer der Wölfe gewesen. Am Ende siegte der DSC klar mit 5:1.
Die Wölfe legten Protest ein. Sie verwiesen auf eine aus ihrer Sicht klare Fehlentscheidung der Unparteiischen. Der Deutsche Eishockey-Bund prüfte die vorgelegten Unterlagen. Nach Auswertung der Berichte wies der Verband den Protest zurück. Die Spielwertung bleibt bestehen. Grund für die Entscheidung: Die entscheidende Szene habe „aus technischen Gründen“ den Referees vor Ort nicht gezeigt werden können. Eine Aussage, die nur noch mehr offene Fragen hinterlässt. Die Selber Wölfe kündigten folglich einen Widerspruch an. Dieser wurde beim Spielgericht des DEB fristgerecht eingereicht. Selb sieht weiterhin Klärungsbedarf bei Ablauf und Regelanwendung. Es wird klar betont, dass eine objektive und transparente Aufarbeitung des Vorfalls gefordert werde. „Dabei geht es ausdrücklich nicht primär um eine Neubewertung des Ergebnisses, sondern um eine faire, sachliche und nachvollziehbare Aufarbeitung des Vorgangs im Sinne aller Spieler, Vereine und Fans der Oberliga“, heißt es seitens der Wölfe.
Parallel meldete sich Deggendorf. Nach eigener Darstellung lag weder Fehlverhalten noch ein Technikproblem vor. Auch am Spieltag habe es keine Störungen gegeben. Der Verein respektiere das Verfahren und äußere sich bis Abschluss nicht. Eine abschließende Bewertung steht noch aus. Auf Anfrage von Eishockey News äußerte sich der DEB wie folgt: „Die Bilder auf SpradeTV konnten beim angesprochenen Videobeweis aus technischen Gründen nicht zur Verfügung gestellt werden, weshalb die On-Ice-Entscheidung bestehen blieb.“ Auch eine entsprechende Kommunikation über die Entscheidungsfindung an die Fans, zum Beispiel via Durchsage des Stadionsprechers, sei nicht möglich gewesen: „In der Oberliga gibt es zum aktuellen Zeitpunkt keine mündliche Kommunikationsmöglichkeit zwischen Schiedsrichter und Zuschauern.“ Und weiter: „Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, können aktuell keine weiteren Details kommuniziert werden.“