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Dienstag, 10. Februar 2026

Kluge nun Turnier-Top-Scorerin MacLeod über hartes Duell mit Italien: „Grenze wurde manchmal überschritten“ – Gleißners Schulter „ist noch dran“

Svenja Voigt wird unsanft von Nadia Mattivi ausgebremst. Im Kampf um Platz zwei zwischen Italien und Deutschland ging es durchaus zur Sache.
Foto: City-Press

„Wir haben sehr körperbetont gespielt. Und genauso haben sie es auch gemacht“, fasste DEB-Torhüterin Sandra Abstreiter das mit harten Bandagen geführte Duell mit Italien (Endstand 2:1) am Dienstagnachmittag zusammen. Ins gleiche Horn stieß Bundestrainer Jeff MacLeod nach dem Happy End in dieser ruppigen Begegnung: „Es war sehr hart, sehr physisch. Die Spielerinnen dürfen auch gerne hart spielen. Aber manchmal wurde – zumindest für mich – schon eine gewisse Grenze überschritten.“ Das bekam auch Daria Gleißner zu spüren. Die deutsche Kapitänin, die durchaus selbst einige heftige Checks austeilte, wurde im zweiten Drittel von einem Open-ice-Hit überrascht, als sie die Scheibe gar nicht mehr hatte. Nach kurzer Zwangspause kehrte sie zum Schlussdrittel wieder zurück aufs Eis – und sagte über ihre Schulter nach dem Spiel: „Sie ist noch dran, sage ich mal. Wir werden es nochmal anschauen, aber ich denke, sie hält.“ Zum heftigen Check sagte sie nur: „Das nächste Mal muss ich stabiler bleiben. Da hat sie mich auf dem falschen Bein erwischt und dann passiert das.“

Unterschätzt habe man den Turniergastgeber aus Italien nach dessen schon zuvor mehrfach überraschend starken Auftritten in Mailand keineswegs. „Wir wussten, dass keine der Mannschaften ein einfacher Gegner wird. Wenn man die Italienerinnen im Laufe des Turniers gesehen hat… die haben gegen keinen Gegner das Spiel leicht hergegeben“, so Abstreiter. Und auch von Gleißner gab es Lob für den Konkurrenten im Kampf um Platz zwei auf Augenhöhe: „Wir haben uns schwergetan, aber mein Respekt, auch an die Italienerinnen. Sie haben wirklich ein starkes Spiel gemacht und waren läuferisch sehr präsent.“ Dank des späten Zaubertors von Laura Kluge reichte es dennoch für den zweiten Platz in Gruppe B – man geht damit dem besten Team aus der Gruppe A – den USA, die am Dienstagabend sogar die Kanadierinnen mit 5:0 aus der Milano Santaguilia Arena fegten – aus dem Weg. Turnierplatz eins hatten die DEB-Frauen letztlich bereits zum Auftakt beim klaren 1:4 gegen Schweden verspielt. Dennoch gestand Gleißner auch ein, dass der Endstand in Gruppe B schon auch die Kräfteverhältnisse unter den fünf Teams widerspiegelte: „So wie die Schweden die Gruppe dominiert haben, ist Platz eins voll in Ordnung.“ 

Ihrer Rolle im Viertelfinale sind sich die DEB-Frauen ebenfalls bewusst. „Natürlich wissen wir, dass es sehr, sehr schwer werden wird.“ Über die Gründe, warum die USA und Kanada den anderen Nationen – wie auch Deutschland – an normalen Tagen so überlegen sind, sagte Abstreiter: „Ich glaube, dass es bei denen die Masse an guten Spielerinnen auf höchstem Skill-Level ist, die dann tatsächlich den Unterschied macht.“ Gleißner wollte den Fokus vor der Runde der besten Acht eher auf dem eigenen Team halten: „Egal, wer dann im Viertelfinale auf uns zukommt – wir schauen auf uns. Wir wollen unser bestes Hockey zeigen.“ Apropos bestes Eishockey: Mit sieben Punkten aus den vier Partien der Gruppenphase (drei Tore, vier Vorlagen) ist Laura Kluge nicht nur Deutschlands Top-Scorerin, sondern aktuell auch die beste Punktesammlerin des gesamten olympischen Frauenturniers – unnachahmlich ihr Siegtreffer zum 2:1 in der 59. Minute, als sie die Scheibe letztlich in bester Connor-McDavid-Manier nach ihrem Alleingang im Tor der Italienerinnen unterbrachte. So lobte nach der Partie auch Teamkollegin Gleißner: „Als ich Laura alleine aufs Tor zulaufen sah, dachte ich mir nur so: Ja, that's it.“

Mit acht Punkten aus den vier Spielen der Gruppenphase zeigte sich der Bundestrainer durchaus zufrieden: „Wir haben viele Spielerinnen dabei, für die Olympia etwas Neues ist. Und für beide Teams war das eine gute Vorbereitung auf das, was jetzt im Viertelfinale kommt.“ Egal, ob der Gegner nun Finnland oder Kanada heißt, für McLeod steht fest: „Wir werden den Spielerinnen sagen, dass das auch nur Menschen sind. Sie sind genau wie wir. Sie ziehen die Schlittschuhe genauso an wie wir. Und es sind die Olympischen Spiele – da kann alles passieren!“

Aus Mailand von den Olympischen Winterspielen berichtet Sebastian Groß


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Notizen

  • vor 14 Stunden
  • Julian Wäser wird den Hannover Indians am Freitag im Oberliga-Nord-Spiel gegen die Füchse Duisburg fehlen. Der Verteidiger ist nach seiner zweiten Fünf-Minuten-Strafe wegen Fighting in dieser Saison automatisch gesperrt.
  • vor 2 Tagen
  • Lukas Gohlke vom EC Peiting wird für seinen Check gegen das Knie seines Gegenspielers im Spiel gegen Heilbronn am 1. Februar für drei Oberliga-Süd-Partien gesperrt. Dies teilte die Liga am Sonntag mit.
  • vor 4 Tagen
  • Verteidiger Pascal Widmann und Angreifer Philipp Nuss von der U20 der Bietigheim Steelers erhalten eine Förderlizenz für die Heilbronner Falken (Oberliga Süd) und können damit im weiteren Saisonverlauf für den Club zum Einsatz kommen.
  • vor 4 Tagen
  • Die Erding Gladiators und Verteidiger Moritz Köttstorfer gehen getrennte Wege. Köttstorfer kam mit der Bitte auf die Gladiators zu, den Verein verlassen zu können. Er wechselt nun ligaintern zum EC Peiting.
  • vor 4 Tagen
  • Neue Anfangszeit für das Spiel der Zwischenrunde Gruppe 2 in der Oberliga Nord: Die Begegnung zwischen Herford und Leipzig beginnt am kommenden Sonntag bereits um 18 Uhr und nicht um 18.30 Uhr.
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