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Dienstag, 10. Februar 2026

Olympia-Modus seit 2010 unverändert Start des Männer-Turniers: Zwei Topfavoriten, viele Medaillenkandidaten und unzählige Stars

Die Superstars Nathan MacKinnon, Sidney Crosby und Connor McDavid (von links) sollen Kanada wie beim 4 Nations Face-Off im Februar 2025 zum Titel führen.
Foto: IMAGO/ZUMA Press

148 NHL-Profis – diese Zahl allein unterstreicht, welche Qualität ab Mittwoch beim olympischen Eishockeyturnier der Männer in Mailand zu erwarten ist. Nicht umsonst war im Vorfeld oftmals vom besten Turnier aller Zeiten die Rede, nachdem die stärkste Liga der Welt 2018 und 2022 nicht für die Winterspiele pausiert hatte. Bis auf Gastgeber Italien haben alle zwölf Nationen mindestens einen NHL-Spieler in ihren Reihen, drei Kader (Kanada, USA, Schweden) bestehen ausschließlich aus NHL-Akteuren. Das Feld der Medaillenanwärter ist indes noch größer, wie die Kurzanalyse der zwölf Kader zeigt.

Gruppe A: In der auf dem Papier stärksten der drei Viererstaffeln ist auch der Topfavorit auf die Goldmedaille beheimatet. Kanada, 2010 und 2014 bei den jüngsten beiden Turnieren mit NHL-Beteiligung jeweils Olympiasieger, ist allein durch den unübertroffenen Angriff um die Megastars Connor McDavid, Nathan MacKinnon und Sidney Crosby der heißeste Titelkandidat. Defensiv gibt es jedoch Fragezeichen – insbesondere im Tor, wo ein Weltklasse-Keeper fehlt und sich Jordan Binnington, die Nummer eins des 4-Nations-Turniers im Vorjahr, seit geraumer Zeit im Formtief befindet. Darüber hinaus warten bereits in der Vorrunde starke Gegner. Sowohl die WM-Silber-Sammler aus der Schweiz mit zehn NHL-Profis um Top-Defender Roman Josi und die Scorer Nico Hischier, Kevin Fiala und Timo Meier als auch die Tschechen um die offensiven Ausnahmekönner David Pastrnak und Martin Necas dürfen sich ebenfalls Hoffnungen auf Edelmetall machen. Letztere stellen indes den ältesten Kader des Turniers und haben zudem Schwächen auf der Center-Position, nicht zuletzt wegen des kurzfristigen Ausfalls von Pavel Zacha. Krasser Außenseiter der Gruppe sind die für Russland nachgerückten und auf WM-Niveau zuletzt in die Division IA abgestiegenen Franzosen mit Nebengeräuschen um die Nominierung im Vorfeld, vielen gealterten Stars und nur einem einzigen NHL-Profi (Alexandre Texier).

Gruppe B: Titelverteidiger Finnland kann bis auf Defender Mikko Lehtonen (ZSC Lions) ebenfalls ein volles NHL-Aufgebot stellen, vermisst allerdings den verletzten Top-Mittelstürmer Aleksander Barkov – offensive Schlagkraft gibt es um die Superstars Mikko Rantanen sowie Sebastian Aho dennoch reichlich, und an defensivem Spielverständnis sowie taktischer Disziplin hat es den Leijonat ohnehin noch nie gemangelt. Schon in der Vorrunde kommt es für sie zum Klassiker gegen die Schweden, die insbesondere in der Verteidigung mit Weltklasse-Akteuren wie Rasmus Dahlin oder Victor Hedman herausragend bestückt sind und – wie viele Teilnehmer – bei der Nominierung primär auf Erfahrung gesetzt haben. Angesichts der starken nordeuropäischen Konkurrenz ist die Slowakei trotz Bronze 2022 in der Gruppe B weit von der Favoritenrolle entfernt. Flügelstürmer Juraj Slafkovsky ist damals wie heute der torgefährlichste Akteur des robusten Weltmeisters von 2002, der indes im Vergleich zu früheren Turnieren deutlich weniger NHL-Profis aufbieten kann. Gänzlich ohne selbige auskommen muss Gastgeber Italien, der mit Olympiasieger und Weltmeister Jukka Jalonen zwar einen prominenten Chefcoach hat, im Turnier aber nur Chancen auf einen Punktgewinn hat, sollten sich die jungen Keeper Damian Clara und Davide Fadani als vielversprechendste Akteure des mit elf Doppelstaatsbürgern besetzten Kaders in Galaform präsentieren.

Gruppe C: Die USA haben nicht nur in der deutschen Gruppe C klar die Favoritenrolle inne, sondern sind neben Kanada auch der heißeste Kandidat für die Goldmedaille. Insbesondere die Keeper um Connor Hellebuyck und die Verteidiger um den beim 4-Nations-Turnier im Vorjahr noch verletzten Quinn Hughes gewinnen nominell wohl jeden Direktvergleich im Teilnehmerfeld. Im Angriff setzt General Manager Bill Guerin derweil nicht nur auf reines Talent und technische Raffinesse, sondern auch auf Physis und Zwei-Wege-Fähigkeiten, was Scorer wie Jason Robertson oder Cole Caufield den Kaderplatz kostete – und Guerin um die Ohren fliegen konnte, sollte es mit dem Titel nichts werden. Neben den Vereinigten Staaten trifft die DEB-Auswahl in der Vorrunde mit Dänemark und Lettland auf zwei Gegner, die auf dem Papier zwar etwas schwächer einzuschätzen sind, in einem einzelnen Match aber auf Augenhöhe mit der deutschen Mannschaft agieren können. Speziell vor den Dänen und deren Offensivstar Nikolaj Ehlers ist das DEB-Team spätestens seit dem WM-Vorrundenaus 2025 gewarnt. Bei aller Balance im Sturm fehlen den Dänen gleichwohl Verteidiger von internationalem Top-Niveau. Lettland kann derweil immerhin sechs teils formstarke NHL-Profis ebenso aufbieten wie mit Defender Alberts Smits (18) den jüngsten Spieler des Turniers, es mangelt allerdings an Scoring-Power – zumal der ursprünglich als Erstreihencenter eingeplante Rodrigo Abols, ebenfalls in der NHL aktiv, verletzt passen muss.

Der Modus: Das Olympia-Turnier der Männer wird mit dem identischen Modus wie 2010, 2014, 2018 und 2022 ausgespielt. Die drei Gruppensieger qualifizieren sich demnach ebenso direkt für das Viertelfinale wie der beste Gruppenzweite, während die übrigen acht Nationen anhand ihrer Vorrundenresultate neu gesetzt werden und ein Viertelfinalqualifikationsspiel bestreiten (Fünf gegen Zwölf, Sechs gegen Elf etc.). Auch bei der Ermittlung der Viertelfinal- und Halbfinalpaarungen kommt die Setzliste nach der Gruppenphase zum Einsatz. In allen Partien – also auch in der K.-o.-Phase – wird die Overtime im Drei-gegen-drei-Format gespielt, sie wird in den K.-o.-Spielen jedoch auf zehn und im Finale sogar auf 20 Minuten verlängert.

Stefan Wasmer/Joachim Meyer

Spielplan, Gruppen und Modus des Männer-Turniers (14 Einträge)

 

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Notizen

  • vor 14 Stunden
  • Julian Wäser wird den Hannover Indians am Freitag im Oberliga-Nord-Spiel gegen die Füchse Duisburg fehlen. Der Verteidiger ist nach seiner zweiten Fünf-Minuten-Strafe wegen Fighting in dieser Saison automatisch gesperrt.
  • vor 2 Tagen
  • Lukas Gohlke vom EC Peiting wird für seinen Check gegen das Knie seines Gegenspielers im Spiel gegen Heilbronn am 1. Februar für drei Oberliga-Süd-Partien gesperrt. Dies teilte die Liga am Sonntag mit.
  • vor 4 Tagen
  • Verteidiger Pascal Widmann und Angreifer Philipp Nuss von der U20 der Bietigheim Steelers erhalten eine Förderlizenz für die Heilbronner Falken (Oberliga Süd) und können damit im weiteren Saisonverlauf für den Club zum Einsatz kommen.
  • vor 4 Tagen
  • Die Erding Gladiators und Verteidiger Moritz Köttstorfer gehen getrennte Wege. Köttstorfer kam mit der Bitte auf die Gladiators zu, den Verein verlassen zu können. Er wechselt nun ligaintern zum EC Peiting.
  • vor 4 Tagen
  • Neue Anfangszeit für das Spiel der Zwischenrunde Gruppe 2 in der Oberliga Nord: Die Begegnung zwischen Herford und Leipzig beginnt am kommenden Sonntag bereits um 18 Uhr und nicht um 18.30 Uhr.
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