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Samstag, 14. Februar 2026

Ehrentreffer durch Feldmeier Nur vereinzelte Chancen: DEB-Frauen scheitern im Olympia-Viertelfinale mit 1:5 an Titelverteidiger Kanada

Titelverteidiger Kanada war für Lilli Welcke (rechts) und die DEB-Frauen erwartungsgemäß eine Nummer zu groß.
Foto: City-Press

Für Deutschlands Eishockey-Frauen ist das olympische Turnier in Mailand beendet. Das Viertelfinalduell gegen die turmhoch favorisierten Kanadierinnen entwickelte sich am Samstag zur erwartbar einseitigen Angelegenheit zugunsten des Weltranglistenzweiten, der die DEB-Auswahl von Bundestrainer Jeff MacLeod mit 5:1 (2:0, 1:0, 2:1) abfertigte und zu keinem Zeitpunkt an einer Sensation schnuppern ließ.

Erwartungsgemäß waren die DEB-Frauen gegen den Titelverteidiger von Beginn an fast ausschließlich in der eigenen Zone gefordert. Und dort hatten sie nach 100 Sekunden ihre Ordnung noch nicht gefunden. Emma Maltais setzte sich mit viel Tempo über die linke Angriffsseite durch, ihren Querpass fälschte Brianne Jenner zum frühen 1:0 ab. Im weiteren Verlauf des Auftaktdrittels verteidigte die deutsche Auswahl vor ihrer Keeperin Sandra Abstreiter aber durchaus kompakt und energisch in den Zweikämpfen. Auch deshalb standen nach 20 Minuten nur zehn Torschüsse für die Kanadierinnen, bei denen die zuletzt angeschlagene Kapitänin Marie-Philip Poulin den lautesten Jubel in der Halle erntete, in der Statistik.

Offensiv blieb gleichwohl die Doppelchance durch Laura Kluge (5.), die bei einem vermeintlichen Alleingang in letzter Sekunde doch noch geblockt wurde, sowie Lilli Welcke (6.) in eigener Unterzahl das einzige deutsche Ausrufezeichen im ersten Abschnitt. Und ausgerechnet die im Turnierverlauf bis dahin so souveräne Abstreiter ermöglichte Kanada noch vor der Pause einen beruhigenden 2:0-Vorsprung. Der PWHL-Legionärin rutschte ein eigentlich harmloser Schlenzer von Verteidigerin Claire Thompson in der kurzen Ecke durch – ein kapitaler Patzer Abstreiters (17.).

Das Spiel in der Statistik (1 Einträge)

 

 

Das Zwei-Tore-Polster tat der taktischen Disziplin Kanadas indes nicht allzu gut, ließen die Nordamerikanerinnen das Geschehen doch nun zu einem offeneren Schlagabtausch werden. Die DEB-Auswahl setzte nun mehr Offensivakzente als noch im Auftaktdurchgang, allen voran durch Kluge und Celina Haider. Letztere hatte die zwingendste deutsche Chance im Mitteldrittel, wurde im Slot jedoch – ähnlich wie Kluge im ersten Abschnitt – beim Abschluss von einem kanadischen Schläger gestört (26.).

Das klare Chancenplus lag indes weiterhin bei den Kanadierinnen, die auch davon profitierten, dass die DEB-Defensive phasenweise nicht mehr so gut gestaffelt war wie in den ersten 20 Minuten. Abstreiter hatte sich zwischenzeitlich stabilisiert und hielt ihr Team mit mehreren starken Paraden zunächst im Spiel, wiederum kurz vor der Pausensirene patzte die deutsche Schlussfrau allerdings erneut. Einen Querpass von Sarah Fillier fälschte Abstreiter mit dem Schläger während eines kanadischen Powerplays in das eigene Netz ab, mit dem 3:0 (38.) für die Ahornblätter von Cheftrainer Troy Ryan war das Match vorentschieden.

Aus der Vor- wurde 38 Sekunden nach dem Wiederbeginn die endgültige Entscheidung, als sich Blayre Turnbull über die rechte Seite durchtankte und den Puck mit der Rückhand zum 4:0 an Abstreiter vorbeilegte. Trotz des aussichtslosen Zwischenstands zerfiel das deutsche Team anschließend aber keineswegs in seine Einzelteile, sondern hielt – gegen mittlerweile indes mit angezogener Handbremse agierende Kanadierinnen – weiter geschlossen dagegen und wurde mit dem Ehrentreffer zum 1:4 belohnt, als Franziska Feldmeier bei einem Unterzahl-Alleingang mit einer Porion Glück einen Weg vorbei an der kanadischen Torhüterin Emerance Maschmeyer fand (49.). Der Schlusspunkt gehörte daraufhin zwar wieder Kanada, als Poulin eine Powerplay-Kombination selbst einleitete und mit dem 5:1 abschloss (56.), nach einem kämpferisch ordentlichen Schlussdrittel trotz schwindender Kräfte durfte sich die DEB-Auswahl aber zumindest erhobenen Hauptes aus dem Turnier verabschieden, auch wenn der kanadische Erfolg auch in der Höhe vollauf verdient war.

Aus Mailand von den Olympischen Winterspielen berichtet Stefan Wasmer


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Notizen

  • vor 3 Stunden
  • Die Dresdner Eislöwen haben ihr Testspiel am Samstag im tschechischen Litvinov mit 4:2 gewonnen. Die Tore für den abstiegsgefährdeten DEL-Club erzielten Travis Turnbull, Tomas Sykora, Rourke Chartier und Tomas Andres.
  • gestern
  • Die Kölner Haie (1:2 n.V. gegen den SC Bern) und die Straubing Tigers (2:3 gegen Dynamo Pardubice) haben ihre Halbfinals beim Hockeytown Cup im tschechischen Pardubice verloren und treffen am Sonntag (14 Uhr, kostenpflichtiger Livestream unter hockeytowncup.cz) im Spiel um Platz drei aufeinander.
  • vor 2 Tagen
  • Weißwassers Stürmer Nikita Knaus verletzte sich bei seinem Einsatz für die U19-Nationalmannschaft und wird den Rest der Saison ausfallen.
  • vor 4 Tagen
  • Julian Wäser wird den Hannover Indians am Freitag im Oberliga-Nord-Spiel gegen die Füchse Duisburg fehlen. Der Verteidiger ist nach seiner zweiten Fünf-Minuten-Strafe wegen Fighting in dieser Saison automatisch gesperrt.
  • vor 6 Tagen
  • Lukas Gohlke vom EC Peiting wird für seinen Check gegen das Knie seines Gegenspielers im Spiel gegen Heilbronn am 1. Februar für drei Oberliga-Süd-Partien gesperrt. Dies teilte die Liga am Sonntag mit.
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