Die klare Niederlage im Fight gegen Frankreichs Pierre Crinon wollte sich der Kanadier Tom Wilson nicht gefallen lassen.
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Es war – wie erwartet – reine Formsache: Mit einem 10:2-Kantersieg über Underdog Frankreich schloss Turnierfavorit Kanada die Olympia-Gruppe A in Mailand mit drei Siegen und der makellosen Bilanz von neun Zählern ab. 20:3 lautete das Torverhältnis der Ahornblätter in der Vorrunde. Beim Schaulaufen gegen überforderte Franzosen am Sonntagnachmittag hatte man dabei nicht eimal den Eindruck, als würden Connor McDavid & Co. alles auf dem Eis lassen.
Den Kanadiern reichte es im ersten Abschnitt, auf die Fehler der Franzosen zu lauern. So zum Beispiel beim 3:1 vier (!) Sekunden vor Drittelende, als ein französischer Aufbaupass von Mark Stone abgefangen – und der üble Fehler mit dem dritten Treffer der Ahornblätter bestraft wurde. Dass Frankreich zwischenzeitlich in Person von Floran Douay hatte ausgleichen können, war die Folge eines recht unglücklichen Rebounds von Kanadas Schlussmann Jordan Binnington (9.).
Auch im zweiten Drittel war die Dominanz der Kanadier groß, ohne dass die Star-Auswahl zu sehr gefordert wurde. Mit drei weiteren Toren zog der Turnierfavorit auf einen 6:1-Vorsprung nach 40 Minuten davon. Sehenswert der verwandelte Penalty von Youngster Macklin Celebrini (38.), dem nur Sekunden später das aus französischer Sicht extrem unglückliche sechste Gegentor folgte, als ein Passversuch von Sidney Crosby durch den Außenseiter selbst ins eigene Tor abgefälscht wurde.
Im Schlussabschnitt dauerte es nur 20 Sekunden, ehe es zum siebten Mal im Tor der Franzosen klingelte. Antoine Keller musste nun hinter sich greifen, er hatte Julian Junca nach zwei Dritteln und sechs Gegentoren erlöst. Auch auf den zweiten Treffer der Franzosen durch den ehemaligen DEL-Stürmer Sacha Treille (Straubing Tigers), bei dem Torhüter Binnington erneut nicht gut aussah, antworten die Kanadier prompt mit einem weiteren Tor.
Beim Stand von 9:2 für Kanada dann noch eine unnötige Situation in einem sonst fairen Match: Frankreichs Abwehrhüne Pierre Crinon checkte Nathan MacKinnon heftig, kassierte dafür zwei Minuten wegen Behinderung und stellte sich nach seiner Rückkehr aufs Eis – in der Zwischenzeit hatte Kanada den Spielstand in Überzahl zweistellig gemacht – sogar NHL-Tough-Guy Tom Wilson. Der Franzose gewann den Fight, beide gingen vorzeitig duschen. Danach passierte nicht mehr viel. Bei einem Torverhältnis von -15 aus der Gruppenphase landeten die Franzosen in der Endabrechnung mit einem mehr erzielten Treffer hauchdünn vor Turniergastgeber Italien, der ebenfalls einen Wert von -15 in der Statistik stehen hat.
Aus Mailand von den Olympischen Winterspielen berichtet Sebastian Groß