Die Fans am Standort Bayreuth verlieren ihren Oberliga-Club. Der Stammverein EHC Bayreuth spielt in der Landesliga und möchte perspekticisch in der Bayernliga Fuß fassen.
Foto: Mario Wiedel
Die onesto Tigers Bayreuth werden nach nur zwei Spielzeiten unter diesem Namen in einigen Wochen Geschichte sein. Nachdem die Geschäftsführung des Noch-Süd-Oberligisten Ende vergangener Woche kommunizierte, man werde keine Lizenz für die Saison 2026/27 mehr beantragen, hatte dies bei den Fans in der Wagnerstadt viele Sorgen und Fragen aufgeworfen – über die Zukunft der Oberliga, aber vor allem über die Gründe dafür und über die Zukunft des Eishockeys am Standort. Zu beidem gibt es mittlerweile neue Infos von den onesto Tigers und vom Stammverein EHC Bayreuth.
Letzterer wandte sich am Montag an die Bayreuther Eishockey-Fans und bestätigte, dass eine Übernahme der GmbH nicht möglich sei. Sie ist demnach „mit zu hohen finanziellen Risiken verbunden. Nach intensiven Gesprächen (...) sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass eine solche Entscheidung nicht im Sinne eines nachhaltig aufgestellten Vereins wäre.“ Die Zukunft des EHC bleibt somit vorerst die Landesliga, wo man aktuell spielt. Dort will man sich perspektivisch auf die Bayernliga orientieren, dort Fuß fassen „und dabei finanziell gesund und stabil aufgestellt“ sein. Des weiteren soll der Fokus auf die eigene Nachwuchsarbeit nochmal verstärkt werden.
Schon kurz nach dem Bekanntwerden des Lizenzverzichts durch die onesto Tigers GmbH hatte der Club den Fans die Möglichkeit gegeben, Fragen zur Situation einzureichen. Einen ersten Teil davon hat dieser nun beantwortet. Darin betont die Vereinsführung unter anderem, dass den Fans, wie frühere Mitteilungen des Clubs vermuten ließen, keine Schuld an der Situation zugeschoben werden sollte. Höhere Zuschauerzahlen hätten zwar mehr Einnahmen für den Club generieren können, doch ohne erheblichen finanziellen Aufwand von Investor onesto, der nicht jede Saison möglich gewesen wäre, hätte so oder so eine qualitativ schwächere Mannschaft aufgestellt werden müssen, wofür die Clubführung „aus den Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre keine Akzeptanz“ gesehen und deshalb diese Entscheidung getroffen hat.
Dazu räumt onesto auch eigene Kommunikationsfehler ein: „Sicherlich hätten wir noch mehr kommunizieren können, denn offensichtlich sind unsere Maßnahmen und Entscheidungen nicht alle richtig bei Euch angekommen. (...) Im Nachhinein wäre es wohl besser gewesen, einen breiteren Kader aufzustellen und dafür auf den ein oder anderen teuren Spieler zu verzichten, damit die Saison insgesamt ausgeglichener abgelaufen wäre.“
Sportlich gesehen könnte die finanziell gesunde GmbH, sollte ein anderer Investor sich dieser Aufgabe annehmen, die Voraussetzungen für die Oberliga erfüllen. Da ein solcher aktuell aber nicht existiert und der EHC Bayreuth wie eingangs erwähnt ebenfalls nicht übernehmen wird, ist diese Möglichkeit im Moment hinfällig.
Michael Wutz