Auf Kurs gebracht: Joel Eriksson Ek, Adrian Kempe und William Nylander (von links) bejubeln Kempes 1:0 für Schweden beim Erfolg über Lettland.
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Auch im letzten Viertelfinalqualifikationsduell beim olympischen Eishockeyturnier der Männer in Mailand ist am Dienstagabend die Überraschung ausgeblieben. Mit einem nur kurzzeitig auf wackeligen Füßen stehenden 5:1-Erfolg über Deutschland-Bezwinger Lettland sicherte sich Schweden um Flügelstürmer Lucas Raymond (drei Assists) sein Ticket für die Runde der letzten Acht. Dort wird die Aufgabe mit Goldkandidat USA am Mittwochabend (21.10 Uhr) allerdings weitaus schwieriger.
Underdog Lettland hielt zu Beginn gut mit, geriet Mitte des Auftaktdrittels jedoch innerhalb von 41 Sekunden mit 0:2 ins Hintertreffen. Erst fälschte Adrian Kempe einen langen Pass von Joel Eriksson Ek mit dem Schlittschuh in das lettische Gehäuse ab (11.), dann schaltete Kapitän Gabriel Landeskog nach einem geblockten Schuss von der blauen Linie am schnellsten und erzielte das 2:0 für Schweden (12.). Den weiteren Verlauf des ersten Abschnitts kontrollierte das Team von Head Coach Sam Hallam, der mit Jesper Bratt (New Jersey Devils) einmal mehr freiwillig auf einen Starstürmer aus der NHL verzichtete, daraufhin souverän. Die Letten fanden phasenweise keinen Weg aus der eigenen Zone und kamen offensiv nicht zur Geltung, weil die Tre Kronor weitaus konzentrierter und geordneter verteidigten als etwa zum Olympia-Auftakt gegen Italien.
Das Bild änderte sich erst signifikant, als Filip Forsberg nach einem Traumpass von Erik Karlsson am zweiten Pfosten zum 3:0 einschoss (28.) und Schweden in der Folge ein bis zwei Gänge zurückschaltete. Die Balten nutzten dies zum 1:3 durch Eduards Tralmaks nach einem Abpraller von Keeper Jacob Markström (31.) – und hatten in der Folge die eine oder andere gute Chance, sogar den Anschlusstreffer zu schaffen, die beste davon durch Zemgus Girgensons freistehend vor dem leeren Tor. Schweden stabilisierte sich im Schlussdurchgang indes wieder und entschied das Match, als Mika Zibanejad einen sauber ausgespielten Drei-gegen-zwei-Konter per Direktabnahme mit dem 4:1 abschloss (46.). Für den etwas zu deutlich ausgefallenen 5:1-Endstand sorgte William Nylander, der den Puck mit seiner Rückhand gefühlvoll über den Schoner des lettischen Goalies Elvis Merzlikins legte (54.).
Aus Mailand von den Olympischen Winterspielen berichtet Stefan Wasmer