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Dienstag, 17. Februar 2026

Viertelfinaleinzug Philipp Grubauer: „Keiner hat alleine gespielt, alle fünf Mann sind immer zurück“

Philipp Grubauer ist wie erwartet die erste Wahl in der K.o.-Phase – und zeigte gegen Frankreich erneut eine klasse Leistung.
Foto: City-Press

Die K.o.-Phase bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand startete für das deutsche Eishockey-Nationalteam mit einem souveränen 5:1-Sieg am Dienstagmittag gegen Frankreich. Während für die Franzosen das Turnier damit bereits beendet ist, geht es für Deutschland gleich am Mittwochmittag mit dem Viertelfinale gegen die Slowakei weiter. Nach einer durchwachsenen Gruppenphase zeigte sich die deutsche Auswahl im Vergleich mit dem klaren Underdog aus Frankreich über weite Strecken stabil. Zufrieden mit der Defensivarbeit seiner Mannschaft war auch der erneut starke Schlussmann Philipp Grubauer, der nur einmal hinter sich greifen musste, als Moritz Müller einen Puck unglücklich ins eigene Gehäuse abfälschte (25.): „Wir haben unser Ding gemacht, wir haben uns alle gegenseitig unterstützt. Keiner hat alleine gespielt, alle fünf Mann sind immer zurück. Wir haben die richtigen Entscheidungen für die Mannschaft getroffen.“ Genauso sah es Verteidiger Moritz Müller, der nach seinen mahnenden Worten am Sonntagabend seiner Mannschaft diesmal einen recht geradlinigen Auftritt bescheinigte. „Wenn wir zu verspielt gewesen wären, dann hätten die Franzosen uns ausgekontert. Deswegen bin ich happy mit der Art, wie das Spiel gelaufen ist“, so Müller zum routinierten Auftritt des Favoriten in diesem Viertelfinalqualifikationsduell.

Dass es im zweiten Drittel leistungstechnisch wieder eine kleine Delle gab, blieb den DEB-Profis nicht verborgen. „Da haben wir die Franzosen ein bisschen zu viel kommen lassen“, so Kapitän Leon Draisaitl, der wie schon beim ersten Turniersieg gegen Dänemark das frühe 1:0 erzielte. „Alles in allem war es aber ein verdienter Sieg und auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung“, so der NHL-Star. „Im zweiten Drittel haben die Franzosen ein bisschen Druck gemacht. Wir haben die Scheibe da nicht so zügig bewegt wie im ersten und letzten Drittel“, resümierte Head Coach Harold Kreis zu den leichten Schwierigkeiten im zweiten Drittel, die der Partie diesmal aber keine unverhoffte Wende gaben. Am Montag hatten sich die Spieler der deutschen Mannschaft ohne Coaching Staff zusammengesetzt, um sich auch mit Blick auf die große Chance, die sich bei den Olympischen Winterspielen in Mailand für das deutsche Team bietet, noch einmal auf Kurs zu bringen. Dazu Draisaitl: „Wir haben in dieser Konstellation noch nie zusammengespielt. Da dauert es manchmal ein bisschen, bis wirklich jeder weiß, was seine Rolle ist – das ist auch ganz normal.“ Über die – eventuell auch für den jeweiligen Stürmer-Kopf durchaus wichtigen – Turnier-Premierentreffer von JJ Peterka, Josh Samanski und Nico Sturm gegen Frankreich freute sich Budnestrainer Kreis zwar, sagte aber auch: „Die Jungs verstehen alle, dass ihr Beitrag nicht nur Tore sind. Sie leisten ja auch einen Beitrag im defensiven Bereich.“

Auch das Thema ungleich verteilte Eiszeiten wurde nach dem souveränen Sieg über Frankreich angesprochen. „Ich bin es gewohnt, seit Monaten relativ viel auf dem Eis zu stehen. Jungs, die immer viel spielen, brauchen diese Eiszeit auch“, sagte Draisaitl über seine hohen Minutenzahlen in Mailand. Coach Kreis ergänzte: „Ich kenne Leon noch nicht so lange, aber er ist schon auch ein Spieler, der auf dem Eis sein möchte und viel Verantwortung übernimmt, auch defensiv.“ Hätte das deutsche Team gegen die Franzosen früher für noch klarere Verhältnisse gesorgt gehabt, wären die hinteren Reihen noch öfter zum Einsatz gekommen, so Kreis. Der als 13. Stürmer aufgebotene Mannheimer Torjäger Justin Schütz erhielt keine Sekunde Eiszeit, dazu der Bundestrainer: „Ich wollte einfach jemanden an der Bande haben, falls irgendwas passiert. Die anderen Mannschaften haben das auch gemacht. Ich will nicht mit elf Stürmer agieren müssen, wenn sich jemand verletzt.“ Erneut überzählig war Wojciech Stachowiak, wozu Kreis nur kurz erklärte: „Wir sind gut aufgestellt, so wie wir sind. Er ist gesund, aber war heute nicht im Kader.“ Stürmer Tim Stützle lobte am Dienstag nach der Partie auch das Überzahlspiel und die Teamleistung: „Jeder Spieler ist gleich wichtig in seiner Rolle. Manche spielen mehr, manche weniger – das ist normal. Ich glaube, diesmal war vor allem das Powerplay viel besser.“

Am Mittwoch (zur gleichen Zeit, 12:10 Uhr, live im ZDF und bei Eurosport) trifft das deutsche Team nun auf die Slowakei. Vor vier Jahren bei den Olympischen Winterspielen scheiterte man in der Viertelfinalqualifikation mit 0:4 an den Slowaken, die in Mailand mit ihrem ersten Platz in der schweren Gruppe B – vor Finnland und Schweden – zu überraschen wussten. „Von daher wissen wir, was uns erwartet. Aber wenn wir wieder so strukturiert stehen und spielen, wie wir es gegen Frankreich getan haben, dann haben wir eine gute Chance“, blickte Torhüter Grubauer auf das Viertelfinale voraus, in dem er aller Voraussicht nach erneut im deutschen Gehäuse stehen wird, wie auch der Bundestrainer nach dem Sieg über Frankreich zu Protokoll gab: „Die ersten Spiele, die er gespielt hat, waren hervorragend. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird er auch gegen die Slowakei spielen.“ Die Duelle mit Frankreich und der Slowakei waren/sind Do-or-die-Spiele – deshalb sagte Kreis auch: „Da gehst du mit deinen besten Leuten.“ Und Verteidiger Moritz Seider blickt auf das Viertelfinalduell mit der Slowakei so voraus: „Es wird ein Spiel auf Augenhöhe. Das ist eine sehr körperbetonte Mannschaft, die schon eine Weile auf ihr nächstes Spiel wartet. Vielleicht können wir sie überraschen, wenn wir einfach wieder einen guten Start hinlegen.“

Aus Mailand von den Olympischen Winterspielen berichtet Sebastian Groß
 

Die K.-o.-Phase im Überblick (5 Einträge)

 

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Notizen

  • gestern
  • Im Spiel um Platz 3 beim Turnier in Pardubice gewann am Sonntag Köln gegen Straubing mit 5:1. Gregor MacLeod, Louis-Marc Aubry, Veli-Matti Vittasmäki, Nate Schnarr und Jan Luca Sennhenn trafen für die Haie. Marcel Brandt erzielte das Tor der Tigers.
  • vor 3 Tagen
  • Die Dresdner Eislöwen haben ihr Testspiel am Samstag im tschechischen Litvinov mit 4:2 gewonnen. Die Tore für den abstiegsgefährdeten DEL-Club erzielten Travis Turnbull, Tomas Sykora, Rourke Chartier und Tomas Andres.
  • vor 4 Tagen
  • Die Kölner Haie (1:2 n.V. gegen den SC Bern) und die Straubing Tigers (2:3 gegen Dynamo Pardubice) haben ihre Halbfinals beim Hockeytown Cup im tschechischen Pardubice verloren und treffen am Sonntag (14 Uhr, kostenpflichtiger Livestream unter hockeytowncup.cz) im Spiel um Platz drei aufeinander.
  • vor 5 Tagen
  • Weißwassers Stürmer Nikita Knaus verletzte sich bei seinem Einsatz für die U19-Nationalmannschaft und wird den Rest der Saison ausfallen.
  • vor 7 Tagen
  • Julian Wäser wird den Hannover Indians am Freitag im Oberliga-Nord-Spiel gegen die Füchse Duisburg fehlen. Der Verteidiger ist nach seiner zweiten Fünf-Minuten-Strafe wegen Fighting in dieser Saison automatisch gesperrt.
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