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Mittwoch, 18. Februar 2026

Auch in der Höhe verdient Schwache Leistung im olympischen Viertelfinale: DEB-Männer scheitern mit 2:6 an der Slowakei

DEB-Keeper Philipp Grubauer wurde von seinen Vorderleuten im olympischen Viertelfinale gegen die Slowakei immer wieder im Stich gelassen.
Foto: City-Press

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist im Viertelfinale des olympischen Männer-Turniers in Mailand auf enttäuschende Weise ausgeschieden. Gegen die Slowakei setzte es am Mittwochmittag eine auch in der Höhe verdiente 2:6-Pleite.

Nach dem unter dem Strich souveränen 5:1-Erfolg gegen Frankreich in der Qualifikationsrunde nur 24 Stunden zuvor verzichtete Bundestrainer Harold Kreis auf Änderungen in seinem Aufgebot. Wie angekündigt stand auch Nummer eins Philipp Grubauer erneut zwischen den Pfosten.

In den ersten Minuten spielten beide Teams schnell durch die neutrale Zone und suchten schnörkellos Abschlüsse. Die Slowaken, die robust in die Zweikämpfe gingen, hatten dabei leichte optische Vorteile und auch mehr Abschlüsse zu verzeichnen. Etwas gefährlicher aber war zunächst das DEB-Team: Lukas Reichel scheiterte nach knapp 120 Sekunden und Vorarbeit von Leon Draisaitl an Goalie Samuel Hlavaj (2.). Etwas später hielt der Torhüter auch einen Schlagschuss von Moritz Seider sicher (8.).

Anschließend musste Kai Wissmann nach einem Foul in der Offensivzone auf die Strafbank, aber Grubauer und seine Vorderleute überstanden die kritische Situation schadlos. Kurz darauf erhielt Deutschland selbst ein Powerplay zugesprochen, zweimal JJ Peterka scheiterte mit gefährlichen Direktschüssen nur knapp, wobei sein noch leicht abgefälschter zweiter Schuss nur haarscharf am Tor vorbeiging (12.).

Gerade als das deutsche Team selbst seine beste Phase hatte, unterlief Wissmann an der gegnerischen blauen Linie ein folgenschwerer Puckverlust. Die Slowakei konterte, ehe Erik Cernak an der blauen Linie zu einem Schlenzer aufs Tor kam. Und diesen fälschte Pavol Regenda vor dem chancenlosen Grubauer clever ins Tor zur nicht unverdienten Führung für die Mitteleuropäer ab (19.).

Kurz vor Drittelende ließ Frederik Tiffels noch eine gute Zwei-auf-eins-Möglichkeit liegen, weil sein Passversuch zu Draisaitl deutlich zu ungenau und zudem die falsche Entscheidung war (20.). Nicht nur angesichts eines Schussverhältnisses von 17:5 zugunsten der Slowaken war die Führung durchaus verdient.

Die Statistik zum Spiel (1 Einträge)

 

 

Im zweiten Drittel ging es zunächst in ähnlichem Stil wie im ersten weiter. In der 25. Minute brachte dann aber ein Doppelschlag binnen 33 Sekunden das deutsche Team bereits auf die Verliererstraße – und wieder waren es gerade defensive Fehler, die die Treffer einleiteten: Erst ließ sich Lukas Kälble allzu leicht von Milos Kelemen übertölpeln, der anschließend auch noch Grubauer mit der Rückhand überwand.

33 Sekunden später standen die Verteidiger Wissmann und Jonas Müller zu hoch, sodass Oliver Okuliar allein vor dem Rosenheimer auftauchte und diesen mit einem starken Move zum 3:0 aus slowakischer Sicht überwand. Wie reagierte das DEB-Team? In einem Powerplay wenige Minuten später erzeugte Deutschland zwar Druck, ganz klare Chancen blieben aber aus.

Die Slowaken spielten derweil mit großem Selbstbewusstsein weiter schnörkellos nach vorne und legten die individuellen Schwächen, aber auch die fehlende Struktur im deutschen Spiel schonungslos offen. Dalibor Dvorsky schloss eine Zwei-auf-eins-Situation mit einem akkuraten Schuss in den Winkel ab (31.). Die Frustration war dem deutschen Team danach allein schon an der Körpersprache abzulesen. Kleiner Lichtblick: Lukas Reichel gelang in der 35. Minute per Direktabnahme nach Assist von Draisaitl  der erste deutsche Treffer.

Wer nach dem Reichel-Tor für das dritte Drittel noch von einem deutschen Comeback träumte, sah sich indes schnell ernüchtert. Denn nach einem Bully in der deutschen Zone, war es erneut Regenda, der im Zentrum zu viel Platz hatte und nach nur 58 Sekunden den Vier-Tore-Abstand wieder herstellte (41.).

Das deutsche Team gab in der Folge nicht auf, im Anschluss an ein Powerplay traf Seider mit einem satten Schlagschuss den rechten Pfosten (49.). Wenige Sekunden später verkürzte Frederik Tiffels den Abstand nach direktem Spiel mit einer Direktabnahme, die Hlavaj nur noch abfälschen konnte – 2:5 (50.).

Am Ende versuchte es Kreis rund vier Minuten vor dem Ende mit sechstem Feldspieler, was aber schnell schiefging. Kapitän Tomas Tatar vollstreckte ins leere deutsche Tor zum 6:2-Endstand (57.). Danach war die Luft raus aus der Partie.

Für die deutsche Mannschaft endete damit, trotz des Abschneidens unter den besten Acht, ein unter dem Strich enttäuschendes Olympia-Turnier, in dem die DEB-Auswahl zu keinem Zeitpunkt – spielerisch, aber auch über weite Strecken kämpferisch – auch nur annährend an die auch eigene Erwartungshaltung herankam.

Joachim Meyer


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Notizen

  • vor 2 Tagen
  • Im Spiel um Platz 3 beim Turnier in Pardubice gewann am Sonntag Köln gegen Straubing mit 5:1. Gregor MacLeod, Louis-Marc Aubry, Veli-Matti Vittasmäki, Nate Schnarr und Jan Luca Sennhenn trafen für die Haie. Marcel Brandt erzielte das Tor der Tigers.
  • vor 4 Tagen
  • Die Dresdner Eislöwen haben ihr Testspiel am Samstag im tschechischen Litvinov mit 4:2 gewonnen. Die Tore für den abstiegsgefährdeten DEL-Club erzielten Travis Turnbull, Tomas Sykora, Rourke Chartier und Tomas Andres.
  • vor 5 Tagen
  • Die Kölner Haie (1:2 n.V. gegen den SC Bern) und die Straubing Tigers (2:3 gegen Dynamo Pardubice) haben ihre Halbfinals beim Hockeytown Cup im tschechischen Pardubice verloren und treffen am Sonntag (14 Uhr, kostenpflichtiger Livestream unter hockeytowncup.cz) im Spiel um Platz drei aufeinander.
  • vor 6 Tagen
  • Weißwassers Stürmer Nikita Knaus verletzte sich bei seinem Einsatz für die U19-Nationalmannschaft und wird den Rest der Saison ausfallen.
  • vor 8 Tagen
  • Julian Wäser wird den Hannover Indians am Freitag im Oberliga-Nord-Spiel gegen die Füchse Duisburg fehlen. Der Verteidiger ist nach seiner zweiten Fünf-Minuten-Strafe wegen Fighting in dieser Saison automatisch gesperrt.
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