Erstmals in den Pre-Playoffs dabei sind die Passua Black Hawks. Torjäger Buster Larsson (links) und sein Team bekommen es mit dem SC Riessersee zu tun.
Foto: Robert Geisler
In der Nordstaffel gibt es sie nach der Einführung der Zwischenrunde nicht mehr, in der Oberliga Süd bleibt jedoch alles beim Alten: Die Hauptrunde ist seit Freitagabend vorbei, die Pre-Playoffs im Modus best of three beginnen bereits am Sonntag und ermitteln die letzten beiden Achtelfinal-Teilnehmer aus dem Süden.
Erstmals seit ihrem Aufstieg aus der Bayernliga 2020 mit dabei sind die Passau Black Hawks. Unter Trainer Petr Bares spielten sie ihre bis dato beste Oberliga-Saison und gehen als Tabellensiebter sogar als bestgesetztes Team in die Pre-Playoffs (Heilbronn, eigentlich fünfter, wurde durch die Insolvenz nach Ende der Hauptrunde ans Tabellenende gesetzt). Die Habichte können mit Andrew Schembri und René Röthke (beide 43) auf geballte Erfahrung und Führungsqualitäten setzen und haben mit dem Schweden Buster Larsson eine echte Tormaschine (27 Treffer in 27 Partien) in ihren Reihen. Gegner der Niederbayern ist der SC Riessersee. Die Werdenfelser kletterten mit einem 4:2 über Lindau am letzten Hauptrundenspieltag gerade noch rechtzeitig in die Top Ten. Nach einem enttäuschenden Saisonverlauf wurde beim SCR der Trainer gewechselt, auf Hunor Marton folgte Markus Jocher. Will der Club aus Garmisch-Partenkirchen ins Achtelfinale, muss er dies unter anderem ohne Quirin Glas-Bader schaffen – der Angreifer wechselt kommenden Montag in die DEL2. Der SCR hat das schlechteste Powerplay und das drittschlechteste Unterzahlspiel der Oberliga Süd (Passau belegt in diesem Ranking den letzten Platz). Hier besteht also Nachholbedarf, können die Special Teams vor allem in so kurzen Serien wie in den Pre-Playoffs doch entscheidend sein.
Das zweite Duell bestreiten die Höchstadt Alligators und der EV Füssen. Die Alligators mussten die Saison aufgrund der Stadionsanierung abermals in der Fremde starten, erst am 17. Oktober durfte man erstmals zu Hause antreten. Das Team von Coach Morgan Persson schaffte es die gesamt Hauptrunde über nicht, Konstanz in ihr Spiel zu bringen, mehr als zwei Siege am Stück gelangen kein einziges Mal. Während das Powerplay (Platz 13 von 14) auch beim HEC nicht zu den Stärken zählt, kann man zumindest auf gutes Penalty-Killing (Platz vier) bauen. Überhaupt ist die mannschaftliche Geschlossenheit und wenig Abhängigkeit von Einzelkönnern eine der Stärken der Alligators. Der EVF sicherte sich am Freitag mit einem dramatischen Comeback-Sieg in Erding die Teilnahme an den Pre-Playoffs. Wie üblich hat man den Kader am Kobelhang für kleines Geld und mit viel vertrauen in Eigengewächse und Spielern aus der Region aufgestellt. Die Leistungsträger sind aber zweifelsfrei die beiden Top-Importstürmer Bauer Neudecker (66 Punkte in 50 Spielen) und Goalgetter Simon Boyko, der in dieser Spielzeit mit seinen 36 Treffern in nur 41 Partien wohl die effektivste Nachverpflichtung der gesamten Liga ist.
Durch die kurzen Best-of-three-Serien versprechen die kommenden Tage Spannung pur im Kampf um die letzten Achtelfinaltickets. Startet man am Sonntag mit einer Niederlage, steht man bereits mit dem Rücken zur Wand. Die Teilnahme an den Playoffs wäre jedoch nicht nur sportlich, sondern aufgrund der zusätzlichen Heimspiele auch finanziell ein Segen für jeden der vier Clubs.
Michael Wutz