Lukas Reichel, hier im Trikot der deutschen Nationalmannschaft, steht nun bei den Boston Bruins unter Vertrag.
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Die Trade Deadline der NHL verlief am Freitagabend eher unspektakulär, nachdem zahlreiche Deals schon vorab über die Bühne gegangen waren. Besonders gegen Ende wurden aber doch noch vereinzelte Highlight-Transfers ausgehandelt. (Alle Deals hier im Liveticker zum Nachlesen)
Aus deutscher Sicht war natürlich der Trade um Lukas Reichel besonders spannend. Der deutsche Olympia-Teilnehmer, der nach seinem Trade von Chicago nach Vancouver während der Saison schnell aufs Abstellgleis der Canucks geriet und hauptsächlich in der AHL geparkt wurde, erhält eine (weitere) neue Chance. Diese heißt Boston Bruins, wo es eine offensichtliche Verbindung zum deutschen Trainer Marco Sturm gibt. Reichel kostete die Bruins lediglich einen Sechstrunden-Draftpick.
Erst etwa eine Stunde nach dem offiziellen Transferschluss um 21 Uhr kam Colorados Rückholaktion von Nazem Kadri ans Tageslicht. „Ich habe ganz schön geschwitzt und wusste gar nicht, dass das so spät noch passieren kann“, sagte der Center gegenüber TSN. Statt für den West-Vorletzten Calgary zu spielen, bekommt der 35-Jährige in Denver eine weitere Gelegenheit auf den Stanley Cup – mit dem Team, mit dem er 2022 bereits den Titel gewann.
Trotz zahlreicher Gerüchte um Robert Thomas gaben die St. Louis Blues einen anderen Mittelstürmer ab: Kapitän Brayden Schenn. Der Stanley-Cup-Champion von 2019 hat seine „No-Trade-Klausel“ nicht für ein Veto genutzt und damit den Transfer zu den New York Islanders akzeptiert. Die Blues erhielten für den Linksschützen, dessen Vertrag bei einem Jahresgehalt von 6,5 Millionen US-Dollar noch bis 2028 läuft, einen Erstrunden-Draftpick, ein Drittrunden-Wahlrecht, Stürmer Jonathan Drouin und das schwedische Goalie-Talent Marcus Gidlöf (20).
Auch Justin Faulk spielt nicht mehr St. Louis. Die Detroit Red Wings schnappten sich den rechtsschießenden Verteidiger mit offensiven Qualitäten (510 Punkte in 1.086 NHL-Spielen). Die Blues bekamen dafür Defender Justin Holl, Talent Dmitri Buchelnikov, einen Erstrunden- sowie einen Drittrunden-Draftpick.
Außerdem nennenswert: Minnesota holte Bobby Brink aus Philadelphia, Toronto gab die Stürmer Scott Laughton (Los Angeles) und Bobby McMann (Seattle) ab, Corey Perry zog es wieder zu Tampa Bay. Überraschend war, dass Rasmus Ristolainen (Philadelphia) und Vincent Trocheck (New York Rangers) nicht umziehen mussten. Offenbar waren die General Manager Danny Briere (Flyers) und Chris Drury (Rangers) mit den eingegangenen Offerten nicht zufrieden; blieben angesichts ihrer Forderungen standhaft. Beide Spieler besitzen einen Vertrag über das Saisonende hinaus.
Tim Heß