Kevin Gaudet startet mit Bad Nauheim am Freitag in Weiden in die DEL2-Playdowns 2026.
Foto: Andreas Chuc
Nach dem Pre-Playoff-Auftakt am Mittwoch beginnen am Freitagabend in der DEL2 auch die Playdowns. Mit dem EHC Freiburg, den Blue Devils Weiden, dem EC Bad Nauheim und dem ESV Kaufbeuren müssen sich vier Clubs dem Nervenspiel im Kampf um den Klassenerhalt stellen. Kaufbeuren ist dabei der einzige Zweitligist, der auch im Vorjahr in den Playdowns gelandet war. 2025 reichten den Allgäuern in der ersten Runde drei Siege gegen den späteren Absteiger Selb zum DEL2-Verbleib.
Nun haben allerdings die Joker selbst die schlechteste Ausgangsposition. Aufgrund von 17 Zählern Rückstand nach der Hauptrunde auf den Erstrunden-Gegner Freiburg wird die Serie nicht im klassischen Best-of-seven-Modus-ausgetragen. Freiburg benötigt nur drei Siege für den vorzeitigen Klassenerhalt, Schlusslicht Kaufbeuren vier. Und: Auch in einer eventuellen Serie gegen Bad Nauheim oder Weiden in der 2. Playdown-Runde würde der ESVK mit dieser Hypothek – sowie erneut auswärts – starten.
Immerhin lichtete sich zuletzt das Kaufbeurer Lazarett, pünktlich zum Playdown-Start meldet sich auch der technisch starke US-Amerikaner Joe Cassetti (drei Tore und zwei Vorlagen in neun Spielen) wieder fit. Und auch die Formtabelle der letzten fünf sowie zehn Spiele, wo der ESVK jeweils auf Platz acht rangiert, spricht für den ESVK. „Kaufbeuren ist ein unangenehmer Gegner. Das wird nicht einfach. Wir müssen mental stark sein“, weiß daher auch Freiburgs Sportchef Peter Salmik. Der EHC kann wohl wieder auf den langjährigen Leistungsträger Niko Linsenmaier zurückgreifen. Extrem bitter ist jedoch, dass Torjäger Eero Elo für den Rest der Saison ausfällt. Hoffnungsträger sind daher mit Fabian Ilestedt und Nachverpflichtung Lynden McCallum (16 Punkte in 14 Spielen) zwei andere Kontingentspieler.
Die teuflische Best-of-seven-Serie zwischen Weiden und Bad Nauheim startet in der Oberpfalz, nachdem die Blue Devils den Roten Teufeln am letzten Spieltag der Hauptrunde mit einem Sieg in Rosenheim noch den zwölften Platz abluchsen konnten. Das 4:3 nach Verlängerung bei den Starbulls war zugleich das erste Erfolgserlebnis unter Head Coach Alan Letang. Die Vorbereitung auf den ersten Vergleich mit Bad Nauheim dürften sich für den Kanadier allerdings schwierig gestaltet haben. Denn der Kontrahent aus Mittelhessen nahm nach einer negativen sportlichen Entwicklung unter Peter-Russell-Nachfolger Antti Karhula am Montag erneut einen Trainerwechsel vor; implementierte Kevin Gaudet. „Menschlich war das keine einfache Entscheidung. Aber in dieser Phase geht es allein um den Club. Wir müssen alles daran setzen, den DEL2-Klassenerhalt zu sichern und der Mannschaft für die Serie gegen Weiden neue Energie zuzuführen“, erklärten die Geschäftsführer Andreas Ortwein und Christopher Fiori. Brisant ist, dass mit Bad Nauheims Ryan Olsen (noch drei Spiele) und Weidens Alex-Olivier Voyer (ein Spiel) zwei Angreifer zu Beginn der Serie gesperrt fehlen werden.
Außerdem werden am Freitagabend die zweiten Spiele der beiden Pre-Playoff-Serien ausgetragen. Dabei können Landshut und Weißwasser nach ihren Heimsiegen am Mittwoch ins Playoff-Viertelfinale einziehen.
Tim Heß