Die Eisbären Regensburg um Goalie Jonas Neffin und Doppeltorschütze Sam Payeur lieferten sich am Sonntag einen 123-Minuten-Thriller mit den Starbulls Rosenheim um Top-Scorer Scott Feser.
Foto: Hans-Jürgen Ziegler
Hauptrundensieger Krefeld steht mit einem Bein im DEL2-Halbfinale. Im dritten Spiel gegen Landshut siegten die Pinguine am Sonntag mit 5:2 und weisen als einziger Viertelfinalist eine 3:0-Serienführung auf. Weißwasser verkürzte in der Serie gegen Kassel mit einem dramatischen 4:3 nach Verlängerung bei den Huskies. Bietigheim holte in Ravensburg den zweiten Sieg in Folge, Rosenheim und Ravensburg lieferten sich ein packendes Duell bis in die vierte Overtime. Letztlich entschied Bryce Kindopp das längste DEL2-Spiel aller Zeiten zugunsten der Eisbären in der 123. Minute und sorgte für den bereits dritten Auswärtssieg der Serie.
Krefeld knüpfte nahtlos an den 12:4-Kantersieg in Landshut an, ließ auch im dritten Vergleich mit dem EVL früh die Muskeln spielen. Mathew Santos, Marcel Müller und Adam Payerl sorgten nach nur etwas mehr als neun Minuten für eine 3:0-Führung. Doch Landshut steckte nicht auf, kam im Verlauf des zweiten Drittels durch zwei Powerplay-Treffer wieder ran. Jon Matsumotos Gewaltschuss zum 4:2 war dann allerdings der Nackenschlag für das Team von Uwe Krupp, ehe Daniel Bruch den 5:2-Endstand markierte und Landshut an den Rande der Sommerpause schickte.
Tom Knobloch, John Broda und wieder Knobloch: Weißwasser konterte sich im ersten Drittel zu einer überraschenden 3:0-Führung in Kassel. Doch diesen vermeintlich komfortablen Vorsprung konnte die Mannschaft von Christof Kreutzer vor 4.756 Zuschauern nicht in der regulären Spielzeit ins Ziel bringen. Die Huskies wachten ab dem zweiten Abschnitt auf, stellten durch Dominic Turgeon und zwei Verteidiger-Tore – Simon Schütz und Bode Wilde waren erfolgreich – auf 3:3. Dramatik pur bot die Verlängerung: Chancen auf beiden Seiten sowie eine Spieldauerstrafe gegen Schütz. Die Lausitzer nutzten die fünfminütige Überzahl zwar nicht, jubelten wenig später dennoch über den ersten Seriensieg. Der Schuss ins Glück kam einmal mehr vom Schläger des deutsch-kanadischen Verteidigers Kyle Havlena.
Noch torreicher ging es in Rosenheim zu, wo die Starbulls gegen Regensburg trotz des Dreierpacks von Teemu Pulkkinen und Führungen von 2:0, 3:2 sowie 5:3 ordentlich Überstunden machen mussten. Regensburgs Stürmer Sam Payeur spielte sich im Rofa-Stadion mit einem Doppelpack in den letzten fünf Minuten, darunter der Ausgleich 34 Sekunden vor Abpfiff, in den Vordergrund. In der Overtime ging es hin und her, wobei in den ersten 20 Extra-Minuten besonders ein nicht geahndeter Kniecheck von Regensburgs Alex Berardinelli an Lewis Zerter-Gossage für Aufruhr sorgte. In der zweiten Verlängerung und etwa 95 gespielten Minuten explodierte der Rosenheimer Block schon, doch Fabian Dietz' vermeintlicher Gamewinner wurde nach längerem Videobeweis aufgrund eines Hohen Stocks nicht anerkannt. Diese Entscheidung ebnete den Weg für das längste DEL2-Spiel aller Zeiten (zuvor Freiburg gegen Bad Tölz mit 107 Minuten und 48 Sekunden in den Playdowns 2019; Siegtorschütze Jordan Hickmott). Nach 122 Minuten und 35 Sekunden war es soweit: Bryce Kindopp stand vor Rosenheims Gehäuse goldrichtig, schoss Regensburg zum Sieg und erlöste alle zunehmend müde werdenden Profis und Zuschauer.
Bietigheim nutzte die Euphorie des Overtime-Erfolgs am Freitag zu einem furiosen Start in Ravensburg. Drei Überzahltore der Kontingentspieler Jack Dugan, Cole Fonstad und Brett Kemp bedeuteten eine 3:0-Führung nach 20 Minuten. Die Auswahl von Trainer Alexander Dück stellte sich anschließend geschickt an, blieb auch nach Marvin Schmids verwandeltem Alleingang gegen Ende des zweiten Drittels cool. Fonstad erzielte beim 5:1-Sieg noch einen zweiten Treffer, Kemp war an allen fünf Steelers-Toren beteiligt.
Tim Heß